3. Liga : Passabler, aber kein perfekter Auftakt für den VfB Lübeck

Gestoppt: Saarbrückens Timm Golley bringt Lübecks Neuzugang Mirko Boland zu Fall.
Gestoppt: Saarbrückens Timm Golley bringt Lübecks Neuzugang Mirko Boland zu Fall.

Vor 1860 Zuschauern investiert der VfB Lübeck viel, doch das reicht nicht, um mit dem Saisonstart ganz zufrieden zu sein.

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19. September 2020, 21:35 Uhr

Lübeck | Die Rückkehr auf die bundesweite Fußballbühne hatte sich für Drittligist VfB Lübeck zunächst richtig gut angefühlt. Am Ende aber machte sich nach dem 1:1 (1:0) gegen Mitaufsteiger 1. FC Saarbrücken Enttäuschung breit, auch wenn sich alle Beteiligten einig waren: Das Ergebnis war leistungsgerecht.

Als die VfB-Fußballer bei strahlendem Sonnenschein am Sonnabend um 13.20 Uhr zum Aufwärmen den Rasen des Dietmar-Scholze-Stadions an der Lohmühle betraten, gab es den ersten Beifall von den Rängen. Und als Rolf Landerl nach einem letzten TV-Interview kurz vor dem Anpfiff sich auf den Weg in die Kabine machte, erhielt auch der Coach der Lübecker von den 1860 Zuschauern aufmunternden Applaus. Der Österreicher gestand, eine Gänsehaut bekommen zu haben: „Es tat einfach gut, nach den letzten Monaten zu spüren, dass das Stadion lebt und wir Unterstützung bekommen.“

VfB startet von Kulisse beflügelt

Entschlossenen, selbstbewusst und mutig legte der VfB dann auch los. „Dass wir die Fans schnell hinter uns hatten, hat uns geholfen“, sagte Landerl und Angreifer Patrick Hobsch gestand: „Das trägt die Mannschaft ein bisschen mit durch ein Spiel.“

Resolut setzten sich die Gastgeber in den Zweikämpfen zur Wehr und zwangen den Gegner mit hohem Pressing zu Fehlern. Saarbrücken kam nicht in Tritt und wirkte konsterniert, als Hobsch den VfB früh in Front brachte (13.) und damit die Zuschauer von den Sitzen riss. „Da geht einem das Herz auf“, freute sich Landerl und es schien so, als könnte es der perfekte Nachmittag für die Grün-Weißen werden.

Lübeck verpasst das zweite Tor

Doch die Gastgeber, die viel Laufaufwand und Herzblut investierten, schlugen aus weiteren Chancen kein Kapital. Spätestens als Elsamed Ramai mit der dicksten das 2:0 verpasst hatte, als er nach einer Stunde frei vor dem Kasten an FC-Keeper Daniel Batz scheiterte, dürfte so mancher auf den Rängen geahnt haben, dass dieser Tag zwar gut begonnen hatte, aber nicht perfekt enden könnte. „Wir müssen das 2:0 machen“, haderte Hobsch und nahm als Erkenntnis mit: „Das ist der Unterschied in der 3. Liga. Da wird man bestraft.“

Ausgleich logische Konsequenz

Als Gäste-Trainer Lukas Kwasniok in der Schlussphase mehr Risiko ging, seine Viererkette auflöste und mit Minos Gouras für Innenverteidiger Christopher Schorsch einen weiteren Angreifer brachte, kippte das Spiel. Zuvor hatte Lübecks Abwehr Saarbrückens Offensive kalt gestellt, geriet dann aber in Unordnung. Immer tiefer ließen sich die Grün-Weißen in die Defensive drängen. Entlastungsangriffe brachte der VfB nicht mehr zustande und kassierte so fast zwangsläufig den Ausgleich. „Scheiße, habe ich in diesem Moment gedacht“, gestand Landerl.

Grün-Weißen retten sich über die Ziellinie

Vorbei war es mit der guten Laune, auch wenn die Fans auf der Tribüne noch einmal versuchten, den VfB nach vorne zu peitschen. „Am Schluss haben wir uns mit schwindenden Kräften über die Ziellinie retten müssen. Wir haben gesehen, welche hohe Intensität uns in jedem Spiel erwarten. Man muss über 90 Minuten marschieren. Das haben wir auch gemacht. Von daher ein Kompliment an die Mannschaft“, bilanzierte Landerl mit einem gequälten Lächeln, das irgendwie ins Bild passte: Es hätte ein perfekter Nachmittag werden können für den VfB, am Ende wurde es jedoch nur ein ganz passabler.

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