Partystimmung in Reinfeld

Von der Promenade aus beobachten zahlreiche Besucher die Regatten auf dem Herrenteich.
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Von der Promenade aus beobachten zahlreiche Besucher die Regatten auf dem Herrenteich.

Tausende Besucher beim dreitägigen Karpfenfest am und auf dem Herrenteich

shz.de von
02. September 2018, 16:23 Uhr

„Die Stimmung ist einfach toll hier“, schwärmt Veranstalter Martin Huss, während er geschäftig über den Festplatz an der Seepromenade läuft und hier und da nach dem Rechten sieht. Die Gäste trudeln nach und nach immer zahlreicher ein. „So gefällt es mir, wenn richtig was los ist“, ergänzt er und erinnert sich an das Feuerwerk am Freitagabend, das sich inzwischen zu einer festen Tradition auf dem Karpfenfest etabliert hat. „Die Leute standen dicht gedrängt bis weit über den Festplatz hinaus, Da konnte buchstäblich keiner umfallen“, freut er sich, dass das 20-minütige, professionelle Spektakel so gut beim Publikum ankommt. Doch das komme nicht von ungefähr, denn das Zünden der Raketen von drei verschiedenen Pontons aus auf dem Herrenteich sei schon etwas ganz Besonderes und sorge für ein atemberaubendes 3-D-Feeling. Trotz der lauen Sommernacht mit viel Bier und Wein sei es zu keinerlei Zwischenfällen gekommen, betont Huss, der seit zwölf Jahren in Folge das beliebte Volksfest auf der Seepromenade und dem Karpfenplatz ausrichtet. Davor zeichnete er 15 Jahre für das Stadtfest verantwortlich. Der ruhige Ablauf sei sicherlich den effektiven Alkoholkontrollen und dem Sicherheitsaufgebot geschuldet.

Der 51-Jähige und seine Frau Nicole stemmen auch mit vielen Ehrenamtlichen im traditionellen blau-weißen Fischerhemd den Mönchsbräu-Ausschank direkt am Teich. Klosterbier vom Fass – da kommt zum Abend hin immer mehr Stimmung auf. Begleitet wird das gemütliche Beisammensein durch gute Musik. Am Sonnabendnachmittag spielen die Bands MoRaRi und Two Mods auf der Karpfenbühne. Am Abend trumpfen die United 4 mit ihren Kuhkostümen auf. Schon seit neun Jahren dabei ist Reinhart Maziejewski, der jedes Jahr extra von der dänischen Grenze zum Karpfenfest nach Reinfeld kommt und kräftig mit beim Bierausschank anpackt. Eigentlich kommt der 71-Jährige aus dem Ruhrpott, doch ohne das traditionelle Fischerhemd gehe es natürlich nicht. Sein westfälischer Humor hält die Reinfelder bei Laune, wenn sie mit Blick auf den Herrenteich genüsslich ein Bier trinken, die Köstlichkeiten der regionalen Küche im Festzelt genießen und dabei den zehn Laien-Mannschaften der 14. Ruderregatta zuschauen. Diese tragen Namen wie „Baywatch“ und „Flower Power“ und liefern sich auf dem Herrenteich den ganzen Nachmittag spannende Wettrennen in originellen Kostümierungen – das Publikum fiebert begeistert mit.

Leckeres gibt es auch am Fischhaus, wo Familie Wenskus richtig auffährt: Frischer Matjes, Fischbrötchen, Seelachs, Rotbarsch, Wels, Zander – alles als Filet mit Röstkartoffeln und Sourcream. Nicht zu vergessen die beliebten Karpfenchips mit Remoulade, die Teichwirt Ali Wenskus und sein Sohn Stephan ohne Pause in der Fischküche portionieren. „Ali“ hat bereits vor zehn Tagen die ersten Karpfen abgefischt und holt nun nach und nach diverse Exemplare aus den Hälterteichen. „Viel zu tun, der Andrang ist riesig, wir kommen kaum hinterher“, sagt er, während er gekonnt einen Karpfen zurechtschneidet und das weiße Fleisch in die Filetiermaschine gibt.

Im Biergarten direkt am Wasser haben sich vor allem die Senioren des benachbarten Claudiushofs versammelt und schauen den Ruderern und den Kindern in den Waterballs zu.

Martin Huss zieht ein positives Resümee: „Obwohl an diesem Wochenende überall viel los ist – das Werner-Rennen, die Pflasterart in Oldesloe, das Stadtfest in Segeberg, Ostsee in Flammen – können wir hier durchaus mithalten. Es ist hier brechend voll. Ich bin sehr zufrieden.“

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