Gewalt gegen Frauen : Pappfiguren, die dennoch echt sind

Gleichstellungsbeauftragte Inge Diekmann hat die Ausstellung nach Trittau geholt.
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Gleichstellungsbeauftragte Inge Diekmann hat die Ausstellung nach Trittau geholt.

Gewalt gegen Frauen wird in Stormarn mit einer beeindruckenden Ausstellung in Trittau und Brötchentüten thematisiert.

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28. November 2013, 17:30 Uhr

Es sind einfache lebensgroße Pappfiguren, aber die Aufschriften der Nachbildungen von Frauen und Kindern zeigen viel: „Hätten wir länger gewartet, wären wir jetzt tot“ und „Ohne das Frauenhaus wären meine drei Kinder und ich niemals aus der Hölle geflohen“, steht da beispielsweise. Alle Aussagen sind authentisch von Frauen und Kindern, die Zuflucht im Stormarner Frauenhaus gesucht haben.

Anlässlich des Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hat die Gleichstellungsbeauftragte Inge Diekmann aus Trittau die Ausstellung ins Campehaus ausgeliehen bis zum 5. Dezember. Wer hier einen Behördengang macht, zur VHS oder in die Bücherei geht, wird mit den Figuren konfrontiert. Dazu liegt auf Tischen Informationsmaterial aus, sowohl für betroffene Frauen als auch für Menschen, die helfen möchten. „Wenn so etwas zwischen einem Paar passiert, muss man sich auch klarmachen, wie sehr die Kinder betroffen sind“, sagt Diekmann. Davon zeugen die Aussagen der Kinderfiguren: „Endlich muss ich keine Angst mehr um Mama haben“, oder „Ich habe nur noch Angst, dass meine Mutter wieder zurückgeht“. Die Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“ schreibt in ihrem Bericht von insgesamt 1960 Beratungen im Jahr 2012, das Jahr zuvor waren es „nur“ 1402, der Bedarf steigt also an. Das Hilfe-Telefon hat seit März die bundesweit geltende Nummer 0800- 0116016.

In Bad Oldesloe verteilten gestern die Gleichstellungsbeauftragte Marion Gurlit und Gisela Bojer von Kik Stormarn (Netzwerk bei häuslicher Gewalt) auf dem Marktplatz rund 200 Tüten mit Brötchen. Der Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ soll aufmerksam machen bei Gewalt gegen Frauen, so Gisela Bojer. Martina Afheldt von der Reinfelder Bäckerei Rohlf hatte sowohl die rund 3000 Tüten als auch die Brötchen gesponsert. Noch vier Wochen lang wird die Bäckereifachverkäuferin und Ehefrau des Inhabers Jens Afheldt Brote und Backwaren in die besonderen Papiertüten packen. „Ich finde diese bundesweite Aktion sehr gut und wichtig, deshalb unterstützen wir sie gerne“, betonte Martin Afheldt.



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