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Tag des Modellbaus : Papa darf nur noch helfen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In den Räumen der VHS Ahrensburg wird geklebt, gefeilt und gepinselt. Beim „Tag des Modellbaus“ gibt der Nachwuchs gern den Ton an

Wie in vielen anderen Bereichen mangelt es auch dem Modellbau an Nachwuchs. Der „Tag des Modellbaus“, unter anderem veranstaltet vom Deutschen Plastik-Modellbau-Verband (DPMV), soll Abhilfe schaffen. Auch in den Räumen der VHS Ahrensburg wurde geklebt, gefeilt und gepinselt. Egal ob für Schiffsliebhaber oder Häuslebauer, der passende Bausatz findet sich.

Was braucht es noch? Fingerfertigkeit und eine gute Augen- und Handkoordination sind von Vorteil beim Modellbau. Dann gilt es noch die Bauanleitungen zu verstehen und kühlen Kopf zu bewahren. All das seien nicht nur Voraussetzungen sondern auch Ergebnisse des Modellbaus, betont der Vorsitzende des DPMV, Martin Kohring.

Ein Beispiel für die entspannende Wirkung des Bauens befindet sich im Raum und arbeitet an einem Panzer-Modell: Kenneth (12) sitzt in der Schule nicht immer so still, wie er es jetzt tut, merkt sein Großvater an. Seit vier Jahren beschäftigt er sich nun mit den filigranen Bausätzen. „Gerade baue ich an der AIDA Luna“, erzählt er. Ein wahres Großprojekt, das sich dann in seine Sammlung von Kriegsflugzeugen, Jeeps und Flugzeugträgern einreihen wird. „Das beste am Modellbauen ist der Weg“, findet er. Der gestaltet sich bei komplizierteren Modellen durchaus länger. Die Zusammensetzung des Panzers dauerte schon über eine Stunde.

Doch die Veranstalter empfinden das gerade als wichtig: „Es ist eine Alternative zu Computer und Fernsehen.“ Auch fördere der Modellbau die Geschichtsneugier. Das Interesse vieler junger Teilnehmer am Modellbau wurde über Eltern oder Großeltern geweckt.

Bei Björn Reis ist sein Großvater an diesem Tage nur noch „Coach“, wie er es selbst ausdrückt. Es ist Björn, der die meiste Arbeit an dem kleinen Flugzeug-Modell vollbringt. Während überlegt wird, welcher Kleber am besten für die Teile geeignet ist, merkt ein weiterer Teilnehmer lachend an: „Modellbau lehrt auch Chemie-Kenntnisse!“ Auch die Bedeutung des Hobbys in seinem eigenen Leben brachte er auf den Punkt: „Meine Frau macht Yoga, ich mach Modellbau!“

Die neunjährige Paula verband mit Modellen früher nur den Dachboden, auf dem die Schätze von Papa Jens Bartels lagerten. „Da durfte ich nicht rauf, weil ich ja was kaputt machen könnte!“, erzählt sie genervt. Nun hat sich das Blatt gewendet: Vor dem blonden Mädchen liegen die Bauteile eines Star Wars Raumschiffes und nur noch die nötigste Arbeit überlässt sie ihrem Vater. Als große Hilfe empfindet sie ihn nicht: „Eben hat er fast etwas kaputt gemacht!“ Der Generationenwechsel scheint in die Wege geleitet.

Das Wetter hat dem Tag des Modellbaus zugespielt. Beim nasskalten Wetter vor der Tür bot sich der Griff zum Modellbaukasten an. Auch wenn es für die Jüngeren eher ein Gelegenheitshobby aufgrund des hohen Konzentrationsaufwands bleibt, scheint der Modellbau eine schöne Möglichkeit sich, zu entspannen und dabei eine Leidenschaft vom Vater oder Großvater wiederzubeleben.



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erstellt am 14.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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