zur Navigation springen

Kein Gebot : Panne: Oldesloer Stadtwerke sind raus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eine entscheidende E-Mail kam bei den Oldesloer Stadtwerken nicht an. Das hat Konsequenzen, ein anderer Energieversorger beliefert die Stadt jetzt mit Ökostrom

Das ist ja schon ein stückweit peinlich. Da schreibt die Stadt Bad Oldesloe die Versorgung mit Strom neu aus und die eigenen Stadtwerke kommen nicht zum Zuge, ja geben im entscheidenden Moment nicht mal ein Gebot ab. Woraufhin in der Stadt prompt das Gerücht die Runde macht, die Stadtwerke hätten schlicht verpennt ein Gebot abzugeben.

Ganz so ist es nicht, beeilt sich Vertriebsleiter Manfred Priebsch klar zu stellen. Es sei ein Fehler passiert. „Das war eine Internetausschreibung. Man muss sich das ein bisschen wie eBay vorstellen“, erklärt er das System. Die Ausschreibung wird online veröffentlicht. Die Stromanbieter reagieren darauf und geben ein erstes Gebot ab. „Die erste Runde haben wir mitgemacht“, sagt Priebsch. Das reicht aber nicht. Genau wie bei dem Versteigerungsportal komme nämlich noch mal eine Mail zurück. Sinngemäß stehe da drin: Jetzt wird es ernst, die Frist endet demnächst, gibt bitte noch mal ein ernsthaftes Gebot ab. Manfred Priebsch: „Das Ding ist bei uns nicht angekommen.“ Damit landeten die Stadtwerke wegen ihres ersten Gebots abgeschlagen weit hinten auf der Liste der Anbieter. Andere Versorger machten das Rennen.

„Jedes Angebot will man gewinnen. Das ärgert uns maßlos“, macht der Vertriebsleiter der Stadtwerke seinem Unmut Luft: „Das ist total ärgerlich, schließlich steht die Stadt bei uns ganz oben auf de Liste.“

Die Stadt freut sich. Wie Bauamtsleiter Thilo Scheuber mitteilte, spart die Stadt über den Ausschreibungszeitraum von drei Jahren jetzt 177 000 Euro. Das Paket war in mehrere so genannte Lose aufgeteilt: Die Schulen und großen städtischen Liegenschaften, kleinere Gebäude und die Straßenbeleuchtung. Ein knappes Dutzend Firmen hatten jeweils mitgeboten. „Das ist ein gutes Ergebnis“, freut sich der Bauamts-Chef. Auch Wilfried Janson (Grüne), Vorsitzender der Umweltausschusses, ist sehr zufrieden: „Das ist Strombörsen-Preis.“ Im Klartext: Billiger geht nicht und das für Ökostrom.

Wirtschaftlich, da macht Priebsch keinen Hehl draus, sei der Verlust der Ausschreibung für die Stadtwerke zu verschmerzen. Bei Angeboten an Großkunden gelte die humorige Devise: Ein Anbieter verrechnet sich, einer will den Kunden unbedingt haben und der Rest sei preislich weit abgeschlagen. „Es geht um Hundertstel Cent Unterschied“, erläutert der Experte von den Stadtwerken: „Der Strom- und Gasmarkt ist sehr eng zusammengefahren, es ist marginal. Da macht es nur noch die Masse.“ Geld verdienen die Energieversorger hauptsächlich mit den Privatkunden und ihrem Leitungsnetz.

Wie es zu dieser peinlichen Panne kommen konnte, ist noch unklar. Seitens der Stadt ist man sich keiner Schuld bewusst. Mehr noch: „Das Verfahren wurde überprüft. Da wird geschaut, ob formell bei dem Dienstleister alles ordnungsgemäß gelaufen ist“, sagt Thilo Scheuber: „Die Mail an die Stadtwerke ist jedenfalls raus gegangen.“

 

zur Startseite

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 13.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen