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Hamberge : Paddeln auf dem schönsten Fluss der Welt

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Naturerlebnis Trave“ heißt die Kanustation des SV Hamberge seit ihrer Fertigstellung im Jahre 2012 – zu Recht: Es ist ein wahres Eiland.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2015 | 06:00 Uhr

„Wir sind die einzigen Wanderer, die keine Wege brauchen”, sagt Oliver Rausch, Leiter der Kanu-Sparte des SV Hamberge, mit einem Augenzwinkern, während Markus Buddrich hilft, sein Kajak von der Kanu- und Biwakstation an die Trave zu tragen. Markus Buddrich und Julia Kray wollen am frühen Abend noch eine Runde in Richtung Lübeck-Moisling paddeln. Markus hat das schnellere Kajak, Julia ist schwanger und lässt alles etwas ruhiger angehen.16 Kilometer wollen die Beiden zurücklegen – für geübte Paddler gar kein Problem.

„Der Weg ist das Ziel”, meint Buddrich. Doch das stimme natürlich nicht immer, denn der geübte Paddler nimmt auch an Rennen teil. Heute Abend will er jedoch den Sonnenuntergang an der Trave ganz gemütlich erleben. Training für das Traverennen am 5. September ist dann an einem anderen Tag.

Oliver Rausch hat seine Frau beim Kanufahren kennengelernt. Das Ehepaar macht jährlich seine Wandertouren durch Deutschland: Auf der Aller, der Ems, der Havel, der Mecklenburgischen Seenplatte. Das Gepäck passe locker in das Boot. In Hamberge in das Kajak steigen und dann immer weiterpaddeln – mehr Natur gehe einfach nicht. Man könne sein Boot ja auch „umtragen” – in den Ratzeburger See, den Elbe-Lübeck-Kanal.
Die Seele baumeln lassen, die Natur erleben – das kann man auch auf der Trave. 16 Kilometer sind es nur bis Bad Oldesloe, 33 nach Travemünde. „Die Trave ist sowieso der tollste Fluss der Welt”, schwärmt Rausch. Und absolut anfängertauglich. In beide Richtungen gebe es keine Schiffe und gefährliche Wehren. Ideal, um das Paddeln zu lernen. Das gilt auch für Schulklassen, die hier für sechs Euro die Nacht zelten, grillen, sich duschen können. Ein Naturidyll direkt an der Trave. „Naturerlebnis Trave“ heißt die Kanustation auch seit der Fertigstellung 2012.

Mit Hilfe der Sparkassenstiftung, die sich mit 30  000 Euro beteiligte, 188  000 Euro von der Aktivregion Holsteins Herz sowie 170  000 Euro von der Gemeinde Hamberge und dem Verein konnten damals nicht nur die stabilen Holzhäuser mit sanitären Anlagen, Aufenthaltsraum, Umkleidekabinen und großem Bootsschuppen, sondern auch spezielle Canadier angeschafft werden, um ganzen Gruppen das Paddeln beizubringen.

Die Immanuel-Kant-Schule aus Reinfeld nutzt dieses Angebot regelmäßig. Bei anderen Schulen sei es leider noch nicht so angekommen, meint Rausch. Einige Lehrer würde vielleicht das kurze Seminar abschrecken, das sie vorher absolvieren müssen.

Ob Wanderpaddeln, Rennpaddeln, Marathonpaddeln- die 1978 gegründete Kanusparte ist mit ihren über 70 Mitgliedern sehr erfolgreich und brachte mit der Jugendtrainerin Ariane Kirmse sogar eine Weltmeisterin im Drachenbootfahren hervor.

Andere nehmen das Paddeln etwas geruhsamer. Rausch: „Unsere Senioren treffen sich regelmäßig zum Sonntagspaddeln.“ Da werde dann nicht nur gepaddelt, sondern auch ordentlich geklönt. Als Ganzkörpersport sei Paddeln für alle Generationen ideal. Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Paddeln und Rudern? Rausch: „Beim Paddeln schaut man vorwärts, beim Rudern muss man sich umdrehen.“ Da sind die Paddler ein wenig eigen. Deshalb steht auch auf dem T-Shirt des langjährigen Spartenleiters: „Sag niemals rudern!“

> Das 14. Trave-Wanderfahrer- und Langstreckenrennen – übrigens in Hamberge ins Leben gerufen – startet am 5. September um 13.30 Uhr mit einem Massenstart je Bootskategorie in Bad Oldesloe. Für Jugendliche geht es über zehn, für Erwachsene über 16 Kilometer. Meldeschluss ist der 16. August.


www.svhamberge-kanu.de


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