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Stormarner Tageblatt

24. Oktober 2017 | 10:18 Uhr

Bericht der IHK : „Optimismus überwiegt“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die IHK zu Lübeck legt den Fokus ihrer Arbeit verstärkt ins Hamburger Umland. Der Kreis Stormarn ist dabei ein wichtiges Standbein.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2014 | 11:30 Uhr

Mehr als die Hälfte der 70 000 Mitgliedsunternehmen der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck haben ihren Sitz in den Kreisen Stormarn und Segeberg. Nicht verwunderlich also, dass die neue IHK-Spitze ihren Fokus verstärkt ins südliche Schleswig-Holstein, ins Hamburger Umland legt. Die Geschäftsstellen in Ahrensburg, Norderstedt und Bad Segeberg seien Ausdruck dieses Engagements. „Wir werden unsere Brückenfunktion als Teil der Metropolregion Hamburg an der Nahtstelle von vier Bundesländern und dem Ostseeraum nutzen, um den Standort voranzubringen“, kündigte IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning gestern an. Und Nils Thoralf Jarck, einer seiner beiden Stellvertreter, ergänzte: „Jeder gute Dienstleister sollte da sein, wo die Kunden sind.“

Das Engagement umfasse nicht nur reine Beratung rund um Fördermöglichkeiten, Existenzgründungen und Hilfe bei der Suche nach geeigneten Fachkräften – oder gar Chefs – für Unternehmen. Bei ihrer Jahrespressekonferenz gestern in Lübeck wurde klar: Die IHK kämpft für die Region – insbesondere für eine bessere Infrastruktur. Zur weiteren Entlastung der Straßen im Süden Schleswig-Holsteins und Hamburgs drängt die IHK auf den zügigen Weiterbau der Autobahn 20 bis zur A 7 und den Ausbau der Autobahn 21 von Bargteheide bis nach Nordniedersachsen. „Wenn wir bei den Verkehrsprojekten nicht bald vorankommen, werden wir von den Verkehrsströmen abgeschnitten und verlieren unsere gute Ausgangsposition im Wettbewerb der Regionen“, sagte Präses Friederike C. Kühn. Die 51-Jährige aus Bargteheide war im Februar 2013 in einer Kampfabstimmung als erste Frau an die Spitze der Kammer gewählt worden.

Zur Infrastruktur zählt aber nicht die Straße. Neben dem Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals und einem möglichen Kreuzfahrt-Terminal in Lübeck legte Hauptgeschäftsführer Lars Schöning den Fokus auch auf die Fehmarnbelt-Querung – hier speziell auf die Schienen-Hinterlandanbindung. Dabei favorisiere die IHK die „2+1“-Lösung, das heißt neben der bereits bestehenden Trasse für den Nahverkehr wird eine weitere zweigleisige Trasse für den Güter- und Fernverkehr entlang der A 1 geplant. Die Schiene sei aber noch von weiterer Bedeutung: In Stormarn gerät in diesem Zusammenhang die Diskussion um die S 4 bis Bad Oldesloe in das Blickfeld der IHK – und damit die Anbindung der gesamten Region an Hamburg. Personen- wie Güterverkehr sollte vermehrt auf die Schiene gebracht werden. „Das umfasst auch den Ausbau des Schienennetzes bis nach Bad Kleinen“, sagt Rüdiger Schacht, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer.

Insgesamt sei die Wirtschaft in der Region nach einem erfolgreichen Jahr 2013 gut in das neue Jahr gestartet, bilanzierte Friederike C. Kühn. „Alle Konjunkturdaten sprechen dafür, dass sich der Aufwärtstrend in den kommenden Monaten fortsetzt.“ Es überwiege der Optimismus, so Kühn.

Aber mit der hohen Auslastung der Betriebe werde der Fachkräftemangel immer mehr zum beherrschenden Thema für die Wirtschaft. „Schleswig-Holstein muss ein Zuzugsland werden“, forderte Schöning und kritisierte die aktuelle bundesweite Diskussion zur Zuwanderung, die der Sache an sich – in 20 Jahren würden 100 000 Fachkräfte fehlen, so Schöning – nicht weiterhelfen. Um sich auch in disem Thema abzustimmen, werde die IHK eng mit ihren Schwesterkammern in Schleswig-Holstein, der Handelskammer Hamburg sowie den Industrie- und Handelskammern zu Schwerin und Lüneburg-Wolfsburg kooperieren.

 



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