Opposition forciert Abgang

Kertelhein.
Kertelhein.

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17. März 2011, 07:20 Uhr

Rausdorf | Otto Kertelhein, der am 12.April 1994 erstmals Bürgermeister in der 230-Seelengemeinde wurde und seither dieses Amt ausübt, will nicht mehr. Er beantragte bei der Amtsverwaltung Trittau die Neuwahl des Bürgermeisters für den 12. April. An dem Tag wird Kertelhein auch sein Amt als Gemeindevertreter zurückgeben. Dr. Claas Riecken wird für ihn nachrücken.

Lange Zeit gab es in der kleinen Gemeinde gar keine politische Opposition. Vor knapp drei Jahren kam es zur Aufspaltung in die Fraktionen Wählergemeinschaft Rausdorf (WGR), zu der Kertelhein gehört, und der DRW (Die Rausdorfer Wählergruppe). Bis zum März 2009 hatte die WGR die klare Mehrheit, doch dann trat Norbert Walther aus der Partei aus und sorgte für eine Patt-Situation. Seither ist er fraktionsloses Mitglied im Gemeinderat. Er ließ sich im Mai vergangenen Jahres von der DRW in den neuen Bauausschuss wählen - gegen die Stimmen der WGR. Diese sah in der Umgestaltung des Ausschusses den "ersten Schritt zur Umkehr des Wählerwillens", sagte Riecken damals. Schon zu dem Zeitpunkt drohte Otto Kertelhein mit dem Rücktritt, sollte die neue Opposition mit Walthers Hilfe einen "Durchmarsch" bei der F-Planänderung machen. Das hätten die Rausdorfer bei der Kommunalwahl 2008 ausdrücklich nicht gewollt.

Bei den strittigen Flächen handelt es sich um Eigentum dreier Landwirte, zwei von ihnen sind Mitglied der DRW. Sie möchten diese Flächen zu Bauland für ihre Nachkommen machen. Die WGR aber will, dass zumindest Teile der Grundstücke an die Gemeinde veräußert werden, die daraus öffentliches Bauland machen könnte.

In einem offenen Brief erklärte Kertelhein jetzt, dass seine Fraktion derzeit offenbar keine Mehrheit mehr habe, denn Walther - das "Zünglein an der Waage" - habe sich immer mehr der DRW angenähert. Das gipfelte jetzt in einem Antrag der DRW an den Bürgermeister, den auch Walther mit unterzeichnet hatte. Für Kertel hein und seine Fraktion ist nun klar, dass Walther ein offenkundiges Bündnis mit der Noch-Opposition eingegangen sei. Kertelhein: "Ich habe gesagt, dass ich zurücktrete, wenn ich Entscheidungen der Opposition durchführen muss."

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