Show-Spektakel : Olli Pocher legt auf und gewinnt

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Im Trittauer Fun-Parc zieht der TV-Star alle Register seines Können und die erwartungsvolle Besucherschar wird nicht enttäuscht

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31. März 2014, 06:00 Uhr

Die Fans stehen Schlange. „1,2,3 – lächeln,
Foto und die nächsten bitte“, sagt der Manager und drängelt ein wenig. Die nächsten, zumeist weiblichen, Fotostatisten huschen auf die kleine Bühne, umarmen für ein paar Sekunden das Objekt der Begierde, dann müssen abtreten. Der Star des Abends im Trittauer Fun-Parc, Oliver Pocher, lässt die Prozedur professionell über sich ergehen. Ein Scherz hier, eine Grimasse da und blöde Sprüche schnell ignorieren.

Eine Stunde lang hat der TV-Star Platten aufgelegt und die neue Single seines Musikprojekts EDM in der Großraumdisco präsentiert. Das Publikum ist in Feierstimmung und Pocher weiß, wie man es bedient: Neben eigenen Titeln wirft er ein paar aktuelle Hits ein. Keine DJ-Meisterleistung, aber ein souveräner Auftritt.

Die Erwartungen sind hoch: Wird er eine Comedy-Show bieten? Wie wird er als DJ agieren? „Wenn ich als DJ in eine Disco komme, dann muss ich den Leuten schon so viel Intellekt („schreib das bitte mit zwei l) zutrauen, dass sie wissen, dass ich hier nicht als der Comedian bin“, gibt Pocher zu Protokoll.

Vielen im Fun-Parc ist Pocher vor allem als provokanter TV-Comedian ein Begriff. Eine Einschätzung, die indes ein wenig zu kurz greift. „Meine Karriere hat als DJ begonnen. Ich mache das seit über 14 Jahren. Daher ist es für mich nicht ungewöhnlich, als DJ aufzutreten“, stellt Pocher klar. Viele Kollegen aus der Szene kenne er schon lange. Manche fänden eben gut, was er mache, andere nicht: „So wie das halt immer ist“, sagt Pocher selbstbewusst.

Im Gespräch, schon weit nach 4 Uhr, in der Trittauer Großdisco, blitzt durch, was viele für den typischen Pocher halten. Auf die Frage, ob er einen Bezug zu Stormarn habe, schaut er etwas gelangweilt: „Klar, ich steige im Urlaub regelmäßig im Trittauer Ritz-Carlton ab“, grinst und merkt schnell, dass er im Augenblick nicht als Comedian vor Ort ist. „Nein, im Ernst: Ich kenne einen Autoren aus Trittau, mit dem ich zusammengearbeitet habe. Daher sagt mir der Ort schon etwas. Ansonsten komme ich ja aus Hannover und kenne schon Hamburg und das Hamburger Umland.“

Wichtig ist ihm, klarzumachen, dass sein Wirken als DJ keine kurzlebige PR-Masche ist. „Es ist kein Hobby von mir oder so. Es ist schon Teil meines Jobs. Und es ist in meinem Leben ein sehr, sehr wichtiger Teil.“

Wenn der 36-jährige Vater von Zwillingen, der jetzt mit der Tennisspielerin Sabine Lisicki liiert ist, im Gespräch die Rolle des Entertainers auf der Jagd nach einem schnellen Lacher für ein paar Minuten verlässt, ist er weit weg von dem Bild des skandalsuchenden Zeitgenossen, den er gerne gibt. Pocher ist dann der Profi, der weiß was er tut. Er ist breit aufgestellt: moderiert, singt, legt auf und hält sich überaus erfolgreich im Medien-Geschäft. Ein Umstand der ihn aus der Masse der B-Promis hervorhebt. Es ist Pocher anzumerken, dass ihm etwas an diesem Auftritt am DJ-Pult liegt. Schnell ist er in seinem Element. Er geht mit, animiert das Publikum, ist dann Entertainer durch und durch.

Dass er als DJ irgendwo im Szene-Underground unbekannte Indie-Songs auflegen würde, soweit geht die Liebe zu Musik aber nicht: „Also, du wirst mich nie in einer Szene-Lounge vor 80 Leuten sehen können“, betont er mit Überzeugungskraft. Kleine Clubs hätten wenig Chancen ihn zu buchen. „Ich und mein Team haben ein gewisses Gagengefüge. Das muss sich der Veranstalter halt auch leisten können.“

Im Gespräch wird auch klar, dass Olli Pocher kein musikalischer Schaumschläger ist. Er kennt sich aus in der aktuellen DJ-Szene, Vorbilder habe er aber nicht. „Ich höre mir natürlich an, was die anderen so machen, ob nun Paul van Dyk, Avicii oder auch Scooter und so weiter.“ Mit dem Scooter-Produzenten und dem renommierten Kontor-Label arbeitet er ohnehin zusammen.

In Trittau ist die Meinung über den Star des Abend gemischt. Manche wollen den Pocher, den sich eigentlich nicht mögen, dennoch mal sehen, während ein Großteil in bester Feierlaune den Promi abfeiert mit gezückten Handys und zahlreichen Andenkenfotos.

Knut Walsleben vom Fun-Parc in Trittau ist rundum zufrieden. „Wir wussten, dass Olli gut ist. Das hat sich rumgesprochen unter Eventmanagern und Discos. Wir möchten der Region etwas bieten und daher haben wir ihn gebucht“, darf sich Walsleben dann am frühen Sonntagmorgen in seinen Erwartungen voll bestätigt sehen.

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