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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 16:44 Uhr

Tacheles : Oliver Zapel lässt Dampf ab

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Oliver Zapel, Trainer des SV Eichede, sprach nach der 1:2-Pleite beim SC Victoria Hamburg von einer erbärmlichen Leistung seiner Regionalliga-Fußballer – und kündigte personelle Konsequenzen an.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Oliver Zapel hätte es sich einfach machen können: Er hätte nach der 1:2-Niederlage im Abstiegsduell der Regionalliga beim Victoria Hamburg auf die großen Personalprobleme verweisen können. Der Coach des SV Eichede hätte lang und breit über den Schiedsrichter reden oder darüber philosophieren können, dass man bei solchen Bodenverhältnissen sowieso keinen ordentlichen Fußball erwarten darf. Die zahlreichen Journalisten und Funktionäre, die sich am heißen Kaffee oder einer Suppe beim gemütlichen Beisammensein nach dem Spiel aufwärmten, hätten ihm so etwas sofort abgenommen. Doch damit hielt sich Zapel diesmal zurück.

Dennoch war er nicht für gemütliche Adventsstimmung zu haben: „Diese Leistung war besorgniserregend. Es war das erste Mal, dass ich mich bei den Fans entschuldigen muss. So ein Tief hätte ich nicht für möglich gehalten. Normalerweise steht bei uns eine Mannschaft auf dem Platz, die gegen den Abstieg kämpft. Hier stand eine Mannschaft auf dem Platz, die bereits abgestiegen ist. Diese Jungs wissen offenbar nicht, welche Tugenden erforderlich sind, um das Trikot des SV Eichede tragen zu dürfen. Und das ist tatsächlich eine große Ehre, in dieser Liga für diesen Verein spielen zu können.“

Der 45-Jährige, der jüngst seinen Vertrag in Eichede bis 2016 verlängert hat, sieht sich offenbar an einem Wendepunkt angekommen: „Diese Vorstellung war erbärmlich! Und das werde ich mir nicht mehr gefallen lassen. Ich werde mich mit den wichtigen Leuten im Verein zusammensetzen und nach Lösungen suchen. Es wurde nach dieser Minusserie auch Zeit, dass die Winterpause kommt. Wir werden 2014 sicher mit einigen Veränderungen an den Start gehen.“

Die heile Welt in Eichede, von einigen bereits seit Wochen kritisch hinterfragt, steht wohl endgültig auf der Kippe. Das Vorhaben, unter Amateurbedingungen und sogar mit der Integration einer zweiten Mannschaft im mindestens semiprofessionellen Bereich mithalten zu wollen, ist zwar aller Ehren wird. Doch die Tatsache, dass inzwischen im Saisonverlauf 29 Spieler zum Einsatz kamen, spricht nicht für Kontinuität.

Aber die Bedingungen in der vierten Liga erfordern offensichtlich ein Umdenken, so dass Zapel neue Strukturen schaffen dürfte. Denn die Hoffnung und die Ideen gehen dem ehemaligen Mittelfeldstrategen sicher nicht aus – schließlich überwintert sein Team auf einem Nichtabstiegsplatz. Das wäre vor vier Monaten noch als Sensation gefeiert worden.

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