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Oldesloer Vogelschießen 1913 auf Glasplatten wiederentdeckt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Kreisarchiv beginnt ein neues Projekt mit Unterstützung von Heik-Stiftung und Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn

Ein neues Projekt vom Kreisarchiv Stormarn steht vor dem Start: Über hundert Jahre alte Bilder von Bad Oldesloes einzigartiger Vogelschießen-Tradition sollen für jedermann zugänglich gemacht werden. Doch dafür wird nicht nur viel Arbeitskraft benötigt, sondern auch die finanziellen Mittel. Die Heik-Stiftung, ein Teil der Bürgerstiftung Stormarn, hat es sich zur Aufgabe gemacht, derartige Projekte zu fördern.

„Für mich ist es eine Verpflichtung, die Sicherung dieser einmaligen Fotos zu unterstützen“, sagt Wilhelm Heik. Nicht nur das Erinnern an vergangene Feste und das kulturelle Erbe der Stadt sollen angeregt werden. Auch das Bewusstsein und die Wertschätzung für die regionale Tradition sollen wieder erstarken, das ist sein Wunsch. In Kooperation mit der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn wird das „Vogelschießen“-Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert.

Für Außenstehende kaum vorstellbar, ist das Vogelschießen für die Bad Oldesloer ein fester Bestandteil der jährlichen Feste. Das Vogelschießen kam Anfang des 19. Jahrhunderts für die Kinder als Schulfest nach Stormarn. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist nach wie vor die Krönung des neuen Königspaares. Die Schulkinder erkämpfen sich diese Ehre in mehreren Spielen. Ziel ist es den hölzernen Vogel abzuschießen, der in jedem Jahr neu angefertigt wird. Das Kreisarchiv hat sehr viele Fotos dieser Festlichkeiten ab den 1950er Jahren. Im letzten Jahr kam ein weiterer Schatz hinzu. Die Tante von Wilhelm Heik übergab dem Archiv Glasplatten aus dem Jahr 1913. Diese befanden sich bislang im Familienbesitz.

Stefan Watzlawzik, Leiter des Kreisarchivs, freut sich sehr über die Unterstützung. Denn bislang konnten die vielen Bildsammlungen nicht alle erschlossen werden, weil nicht genügend Personal zur Verfügung steht. Nicht aber beim Vogelschießen-Projekt – dank der Förderung. „Wir freuen uns, dass wir die Arbeiten beginnen und die Bilder demnächst, vor allem für die Bad Oldesloer, zugänglich machen können“, sagt Watzlawzik.

Kim Claussen, Mitarbeiterin im Kreisarchiv, hat nun die Aufgabe, die Tausende von Fotos zu sichten. Dafür müssen die Nachlässe von Oldesloer Journalisten und Fotografen, wie Raimund Marfels, Hans Mallek oder vom Fotostudio Ketelhohn, nach Bildern vom Vogelschießen durchforstet werden. Ein großer Spaß, wie Kim Claussen findet, auch wegen ihrer engen Verbundenheit zur Stadt. Denn bereits seit der sechsten Generation lebt ihre Familie in Bad Oldesloe.

Wie viele Mädchen, wartete auch Kim Claussen darauf, endlich alt genug zu sein, um Mitlaufen zu dürfen. „Das Fest ist eine Herzensangelegenheit, nicht nur für mich, sondern auch für meine gesamte Familie und alle Oldesloer“, findet Claussen.

Auch für Wilhelm Heik hat der Fotobestand eine ganz wichtige Bedeutung. Denn sein Großvater hat selbst die Bilder auf den Glasplatten gemacht, die nun im Bestand des Kreisarchivs sind. Seine enge Verbindung zu Bad Oldesloe ist in den Jahren gewachsen. 30 Jahre lebte Wilhelm Heik in Bremerhaven, bevor er wieder in seine Geburtsstadt zurückzog. Das ist auch der Grund, weshalb die Stiftung Projekte im Heimatgebiet fördert.

Die Heik-Stiftung hat bereits die Digitalisierung von drei Filmen über das Vogelschießen aus den Jahren 1936 bis 1938 finanziert. Ebenfalls wurde die Befragung von Zeitzeugen aus Politik, Kultur und Sport von der Stiftung unterstützt.


Nach Abschluss des Projekts sollen die Fotos vom Vogelschießen in der öffentlichen Datenbank des Kreisarchivs gespeichert und unter www.kreisarchiv-stormarn.findbuch.net online abrufbar sein.


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