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Stormarner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 10:14 Uhr

Bad Oldesloe : Oldesloer Ü40-Bands obdachlos

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Dog Hill Session, Squires and maid sowie Kornfield verlieren gleichzeitig und kurzfristig durch einen Gebäudeabriss ihren Proberaum.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2017 | 06:00 Uhr

Gerade feierten „Dog Hill Session“ mit einem großen Konzert in Treuholz ein umjubeltes Comeback nach einer krankheitsbedingten Zwangspause. Jetzt ist die gute Stimmung jäh auf den Boden der Tatsachen geknallt. „Wir verlieren unseren Proberaum kurzfristig und etwas überraschend“, sagt Ed Kretz, Frontmann der beliebten Oldesloer Cover-Band, die sich mit eigenständigen bluesrockigen Interpretationen bekannter Klassiker einen großen Fankreis erspielt hat.

Bisher probte die Band in einem Gebäude des ASB in der Kampstraße. Doch dieses wechselte den Besitzer und steht vor dem Abriss. „Wir haben jetzt erfahren, dass wir noch dieses Jahr unsere Probemöglichkeit verlieren. Auch die befreundeten Bands Squires and Maid sowie Kornfield sind betroffen. Das sind auch Ü40 beziehungsweise Ü50 Bands aus Bad Oldesloe“, erklärt Kretz. „Wir brauchen dringend alle eine neue Bleibe, um weiter musizieren zu können“, fügt er an. „Der neue Besitzer konnte zunächst nicht sagen, wie es mit unserem Raum weitergeht. Nun hat er uns leider den Abriss mitgeteilt. Das ist ein ziemlicher Schock für uns, weil alles schneller als gedacht gehen muss“, so der Oldesloer Musiker.

Die drei betroffenen Bands bilden das Rückgrat der lokalen Musikszene im Bereich der über 40-jährigen Musiker. Kretz möchte nicht pessimistisch klingen, fürchtet aber, dass es ohne Proberaum auf lange Sicht sehr schwierig werden könnte. „Es könnte erstmal das vorläufige Ende bedeuten. Wir strecken alle Fühler aus und natürlich möchten wir möglichst auch wieder einen Raum, den wir uns teilen können. Das ist eingespielt und wir kennen uns “, so der Frontmann der „Dogs“ weiter. „Wir sind aber auch bereit uns den Raum mit weiteren Bands zu teilen. Da lässt sich bestimmt eine Lösung finden, wenn Interesse besteht. Wichtig ist dass wir für alle drei Combos Probemöglichkeiten finden. Es geht mir nicht nur um die Zukunft der Dogs, sondern auch der befreundeten Bands“, so Kretz.

Erste Aufrufe im Internet haben leider keine passenden Angebote oder Lösungen hervorgebracht. „Ein Raum in Hamburg oder so, bringt uns leider nicht weiter. Denn das wäre für alle zu viel Fahrerei. Wir sind ja außerdem Oldesloer Bands und möchten schon gerne hier in der Stadt oder im Umfeld proben. Das kann aber auch bis Lübeck gehen. Das wäre noch machbar“, so Kretz weiter.

Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass die drei Bands pausieren müssen oder sogar gar keine Möglichkeit mehr finden, wäre das ein schwerer Schlag für die Musikszene. Denn alle drei Bands gehören fest zum Repertoire von Rockcafé-Abenden oder auch Stadtfesten und so weiter.

„Eine Lösung mit entsprechende Größe, bezahlbarer Miete, Heizung, Toilette und Strom wären sehr willkommen. Der Raum würde meistens drei Mal in der Woche genutzt werden“, hofft Kretz auf Ideen oder Angebote. „Keine Angst, wir beißen nicht und wissen uns alle zu benehmen“, fügt er lachend an, um mit dem Klischee des lauten, randalierenden Rockmusikers aufzuräumen.

Angebot oder Infos an: doghillsession@web.de

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