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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 21:54 Uhr

Theaterprojekt : Oldesloer auf die Bühne!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Echtes „Volkstheater“ ist zur Kub-Eröffnung im September geplant: Jeder darf sich einbringen. Aber es werde Arbeit kündigt Kulturmanagerin Inken Kautter an.

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erstellt am 08.Jun.2016 | 06:00 Uhr

Große Bauwerke werfen ihre Schatten voraus. Am ersten Septemberwochenende wird das ehemalige Amtsgericht nach langer Umbauphase als Kultur- und Bildungszentrum (Kub) eröffnet. Nach Angaben der Stadt finden aktuell die Arbeiten zum Endausbau statt. Noch in diesem Monat soll der Beer-Yaacov-Weg in Angriff genommen werden. „Es ist noch viel zu tun, aber die Vorfreude wächst von Woche zu Woche“, sagt Projektleiterin Mandy Treetzen.

Damit gehen auch die Planungen für die Eröffnungsfeier in die heiße Phase. Kulturmanagerin Inken Kautter, ganz die erfahrene Theaterfrau, hat dafür ein Projekt geplant, dass den ursprünglichen Geist des Kub mit vielen Beteiligungsrunden aufgreift und spiegelt. „Bürgerbühne“ nennt sich eine Bewegung, die ihren Ursprung vor etwa zehn Jahren in Dresden hat. Aber auch das Theater Lübeck hat eine Bürgerbühne – ein Mitmach-Podium, das so bunt sein soll wie das Leben. Menschen aus der Stadt kommen zusammen, erzählen ihre Geschichte zu einem bestimmten Thema und machen daraus ein Theaterstück.

Das will auch Inken Kautter auf die Bühne des neuen Saals im Kub bringen. Zwei Themenstränge soll das Stück haben: Zum einen das Amtsgericht und seine Historie. „Wir suchen Menschen, die dort vielleicht geschieden wurden, oder verknackt – ganz egal. Wichtig ist, dass sie eine Geschichte zu erzählen haben“, erklärt Inken Kautter. Geschichte erzählen, muss nicht bedeuten auch auf der Bühne zu stehen, das können andere übernehmen, die Lust haben zu spielen, singen, musizieren oder zu tanzen. Inken Kautter: „Da finde ich Crossover-Sachen spannend. Wenn eine 18-Jährige die Geschichte eines 80-Jährigen erzählt.“

Ein zweiter Themenstrang wird sich um Kultur drehen. Was verbinden die Oldesloer mit Kultur, was erwarten sie? „Da verbinden sich dann Vergangenheit und Zukunft der Gebäude“, hofft die Kulturmanagerin.

Aktuell besucht sie Sprachkurse und die Stormarner Werkstätten, um dort Mitstreiter für das Projekt zu gewinnen. „Auf deutsch, englisch, Sprachen, die wir nicht kennen oder mit Händen und Füßen – alles geht“, sagt die Theaterfrau. Zusammen mit einer Regisseurin wird Inken Kautter die Geschichten sichten, durcharbeiten und daraus das Stück entwickeln. Zumindest eine Grobfassung. Sie weiß aus Erfahrung: „Bei den Proben entwickelt sich noch ganz viel spontan. Am Ende muss es für die Bühne tragfähig sein.“ Bei der Regie komme es deshalb auch nicht darauf an, für ein Stück und eine Idee die perfekten Schauspieler zu finden, sondern genau umgekehrt. Mit den Schauspielern das Stück perfekt auf die Bühne zu bringen. Wenn sich beispielsweise herausstelle, dass von den Darstellern keiner singen oder tanzen könne, dann wird eben nicht gesungen und getanzt. „Es soll gut und nicht peinlich werden“, gibt Inken Kautter als klare Marschrichtung vor.

Geplant ist eine „theatralische Führung“. Inken Kautter schwebt vor, dass die Besucher am Eröffnungstag durch das Kub geführt werden oder es auf eigene Faust erkunden und dabei in verschiedenen Räumen etwas erleben. „Diese Erzählung setzt sich jedes Mal anders zusammen.“ Das Ganze mündet dann in eine etwa 25-minütige Aufführung im neuen Saal. Die Kulturmanagerin ist überzeugt: „Vermutlich hat man daran mehr Spaß, wenn man eine Führung mitgemacht hat.“

Interessenten treffen sich Sonnabend, 2. Juli, zu einer ersten Besprechung mit Workshop von 16 bis 19 Uhr im Bürgerhaus. Geprobt wird vom 13. August bis 2. September jeweils abends, an den Wochenenden ganztägig. „Es wird Arbeit“, kündigt Kautter an, ist aber überzeugt, dass sich ein Team von 10 bis 20 Mitspielern finden wird. „Kein Casting, es wird keiner nach Hause geschickt. Es gibt hier eine ungeheure Spielfreude. Ambitionierte Laiendarsteller, die Lust haben, mal was Neues auszuprobieren“, schwärmt Inken Kautter. Ob es nach der Eröffnungspremiere weitere Aufführungen geben werde, stehe noch nicht fest. Das hänge von der Resonanz ab.

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