zur Navigation springen

Baken behindern Fußgänger : Oldesloe bleibt Stau-Stadt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wenn der Pölitzer Weg wieder befahrbar ist, wird die Kurparkalle für zehn Wochen voll gesperrt.

„Ich bin abgenervt ohne Ende“, sagt Anke Blanck. Die 57-Jährige wohnt im Schwarzendamm 4 und leidet seit fast sechs Monaten unter der Sperrung des Pölitzer Wegs. Nicht nur als Anwohnerin: „Am 3. September habe ich mein Geschäft eröffnet, am 2. September haben sie die Straße gesperrt.“

Hauptberuflich arbeitet sie zwar in einem Baumarkt, für ihr kleines Geschäft mit Wohnungs-Deko, die sie zu einem großen Teil selbst gestaltet, hat sie aber ihren Nebenjob aufgegeben. Es ist aber nicht nur das Finanzielle, das sie nervt. „Man bekommt hier nicht mal mehr privat Besuch. Niemand hat Lust auf diesen Zirkus“, sagt Anke Blanck.

Das Fass zum Überlaufen brachten jetzt die Baken, die auf den Fußweg gestellt wurden. „Da kommt man kaum noch durch. Meine Nachbarin ist 79 und auf das Fahrrad angewiesen. Wie soll das gehen“, ärgert sie sich.

Aufgestellt wurden die „Absturzsicherungen“ in Absprache mit der Stadt, weil „ständig Autos über den Gehweg gefahren sind, weil sie nicht warten wollten bis der Bagger Platz macht“, sagt Mario Nawrath, Leiter der Planungsabteilung bei VSG Netz. Dass die mehr als einen halben Meter breiten Füße auf dem knapp einem Meter breiten Gehwegen überdimensiert sind, findet er allerdings auch: „Man kann sie auch längs aufstellen“, sagt Nawrath und will „mal mit dem Bauleiter sprechen.“ An der Sperrung der Straße könne man nichts ändern, ansonsten habe man mit den Anwohnern aber „relativ wenig Probleme“, so Nawrath: „Die meisten Beschwerden kamen von denen, die sich über die lange Umleitung über Rümpel ärgern.“

Dank des milden Winters kann zurzeit mit Hochdruck gearbeitet werden. Drei Bautrupps sind im Einsatz. Bis Anfang März soll der Pölitzer Weg bis zur Sophie-Scholl-Straße wieder asphaltiert sein. Dann folgt bis Ende März der Abschnitt bis zur Claudiusstraße. Dieser Bereich sollte nach der ursprünglichen Planung vor Weihnachten fertig sein. Allerdings bei einem Starttermin Ende Juni. Tatsächlich konnten die Bagger erst Anfang September anrücken. Weil die Bauern mit ihren Erntefahrzeugen durch den Pölitzer Weg mussten, hatte die Stadt die Genehmigung für eine Vollsperrung versagt.

Das gilt in diesem Jahr wieder, und zwar ab dem 1. April. Die Fernwärmeleitungen werden bis zur Pölitzer Biogasanlage verlegt, „außerhalb des Ortes können wir aber im Seitenstreifen arbeiten und brauchen keine Vollsperrung der Straße mehr“, so Nawrath.

Für Autofahrer wird es aber nur partiell besser. Grund für die Anordnung der Stadt ist der geplante Kreisverkehr auf der Kurpark-Kreuzung. Die Bauarbeiten dafür werden mindestens anderthalb Jahre dauern. Los geht es im April mit der Vollsperrung der Kurparkalle bis zur Beste-Brücke – für acht bis zehn Wochen. Danach soll es etwas besser, wenn auch nicht gut werden: Die Mewessstraße und der Bereich bis zur Bergstraße werden nur zeitweise vollgesperrt, während der Bauzeit aber zu Einbahnstraßen.

„Es handelt sich um einen Vollausbau mit neuen Ver- und Entsorgungsleitungen sowie einer Regenwasser-Reinigung in Höhe der Bestebrücke. Dafür sind anderthalb Jahre schon ein ambitioniertes Ziel“, sagt Hauptamtsleiter Malte Schaarmann. Klar ist jedenfalls: Die weiträumigen Umleitungen bleiben den Oldesloern noch lange erhalten.

zur Startseite

von
erstellt am 20.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen