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Stormarner Wochenschau : Ohrfeige, Schmierereien und noch mehr

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Zukunft von St. Jürgen und rechtsgerichtete Parolen bereiten in Bad Oldesloe Sorgen.

Ohrfeige

: Das ist doch eine schallende Ohrfeige. Da wähnt sich der Stiftungsvorstand von St. Jürgen auf der Zielgraden, der Verkauf des verlustbringenden Altenheims soll nach monatelangen Verhandlungen beim Notar besiegelt werden. Es ist gewissermaßen schon alles angerichtet, um den Vertragsabschluss gemeinsam zu feiern. Schon lange stand fest, dass die Riedel-Gruppe St. Jürgen kaufen soll. Sie stehe für die „Oldesloer Werte“ wurde von Stiftungsvorstand Rainer Fehrmann immer wieder betont. Und dann kommt kurz vorher eine Mail mit der Absage. Was für eine Klatsche! Ein paar Bits und Bytes, ein mal der Senden-Knopf gedrückt und einige hundert Jahre Geschichte verwandeln sich in einen Scherbenhaufen.

Wenn man einen Notartermin macht, dann hat man doch eigentlich alles geklärt und will das jetzt nur noch zu Papier bringen. Was muss es da auf beiden Seiten für grandiose Fehleinschätzungen gegeben haben. Zu unterstellen, sowas passiere eben, wenn Amateure die Geschicke eines mittelständischen Unternehmens lenken – nein, das trifft es wohl in diesem Fall nicht, denn wer das zweifelhafte Vergnügen hatte, die vom Vorstand verpflichtete Juristin mal in action zu erleben … nein, daran wird es nicht gelegen haben.

Aber jetzt rächt es sich, dass der Vorstand von Anfang an nur auf ein Pferd gesetzt hat. Beharrlich wurde sich allen Alternativen widersetzt. Mit Mike Pitz wurde ein anderer Oldesloer Pflegeheimbetreiber als Verhandlungspartner links liegen gelassen, und der runde Tisch seitens der Stadt wurde regelrecht ignoriert. Es sei ja alles schön und gut, was dort diskutiert werde, aber für St. Jürgen keine Option, weil die Zeit fehle. Was für eine grandiose Fehleinschätzung. Hätte sich die Stiftung diese Zeit genommen, dann gäbe es jetzt vielleicht eine Alternative. Rainer Fehrmann spricht zwar von „Rückfallebene“, aber woraus soll die denn noch bestehen? Allen Mitbewerbern hatte man bislang zu verstehen gegeben, dass sie unwürdig sind, und jetzt auf einmal sollen sie die „Oldesloer Werte“ hoch halten. Wenn es nicht so traurig wäre, würde man vermutlich in schallendes Gelächter ausbrechen. Zumal jedem klar sein muss, dass der Stiftung finanziell das Wasser nicht nur bis zum Hals, sondern vermutlich schon höher steht.

Schmierereien:

Als es darum ging, medienwirksam das Kein-Platz-Für-Neonazis-Schild ans Rathaus zu schrauben, war Bürgermeister Tassilo von Bary an vorderster Front dabei. Jetzt wurde die als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzte Schule am Kurpark mit Nazi-Symbolen beschmiert. Hätte man da nicht erwarten können, dass der Verwaltungs-Chef höchstpersönlich zu Lappen und Putzmittel greift? Angesichts der bevorstehenden Nazi-Demo in der Stadt wäre das ein wichtiges Symbol gewesen: Solcher Ideologie überlassen wir hier in der Stadt nicht einen Quadratmillimeter. Die Realität sah leider anders aus. Morgens gemeldet, waren Hakenkreuz und SS-Runen abends immer noch an den Scheiben. Erst am nächsten Morgen wurden sie entfernt. Schade.

Taschensuche:

Wie war das noch mit den Parteifreunden? Rosie Behrend (SPD) konnte zu Beginn der jüngsten Bauausschuss-Sitzung der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung ihre Brille nicht finden. „Tja, da wirst du wohl auf das hören müssen, was wir dir sagen“, frotzelte Ausschuss- und Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann (SPD). Doch darauf wollte sich Rosi Behrend dann wohl doch nicht verlassen, und sie stieg in eine Suche in den tieferen Gefilden ihrer Handtasche ein – und das mit Erfolg.
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