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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 12:34 Uhr

Bad Oldesloe : Oho-Kino schließt – vorerst

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Heinz Wittern schließt das Oho-Kino in Oldesloe für eine vierwöchige Sommerpause. Nicht um Urlaub zu machen, sondern um Anfang September mit einem neuen Konzept und womöglich auch neuen Partnern an den Start zu gehen.

von
erstellt am 08.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Gerüchte gab es schon länger und jede Woche den ungläubigen Blick auf die Anzeigetafel: Im Oldesloer Oho-Kino laufen ja immer noch dieselben Filme. Nachfragen wich Kino-Chef Heinz Wittern eher aus, jetzt hat das Oho an der Hamburger Straße aber geschlossen: Sommerpause. „Es ist das erste Mal in all den Jahren, dass das Kino einen Tag nicht geöffnet ist“, sagt der 55-Jährige, der sich in den nächsten vier Wochen „neu sortieren will“.

Am 3. September soll das Oho wieder öffnen. Ich welcher Form ist allerdings noch nicht klar. „Es wird auf jeden Fall weiter ein Kino in Bad Oldesloe geben“, sagt Heinz Wittern. Ob er es alleine oder mit einem Partner weiter betreibt oder eher verpachtet und sich auf sein Hotel konzentriert – vieles ist möglich. „Ich arbeite an einem Konzept. Auf jeden Fall muss der Filmeinkauf erneuert werden, damit wir wieder ein volles Programmangebot haben“, sagt Heinz Wittern.

Daran war der Kinobetrieb in den letzten Monaten gescheitert, die Ursachen gehen aber weiter zurück. Einer der Gründe: Die verspätete Digitalisierung. „Hätten wir die schon Ende 2012 gehabt, wäre es nie so weit gekommen“, sagt Heinz Wittern. Die teure Umstellung von Filmrollen auf Datenträger bekam er aber erst finanziert, nachdem die Stadt eine Bürgschaft zugesichert hatte.

Im Oktober 2013 kam die neue Technik. Da war das Jahr fast gelaufen, das ohnehin kein gutes Kinojahr war und in dem Filme gar nicht mehr ins Oho kamen, weil es sie nur noch digital gab. „‚Fack ju Göthe‘ hat uns das Jahr noch gerettet, aber dann kam 2014 mit dem heißen langen Sommer und der Fußball-WM. Das hat richtig weh getan“, sagt Heinz Wittern.

60  000 bis 70  000 Besucher hat das „Oho“ in normalen Jahren, und damit hatte er auch bei der Digitalisierung kalkuliert. 2014 wurde aber ein extrem schlechtes Jahr für die gesamte Branche. Auch in Bad Oldesloe waren es 20  000 Besucher weniger. Wittern: „Man kann mal ein schlechtes Jahr haben, vielleicht auch ein zweites, aber dann muss es wieder laufen.“ Tat es aber nicht, weil er die großen Filme nicht mehr bekam. „Von Warner haben wir den ‚Hobbit’ und ‚Honig im Kopf’ nicht bekommen. Das war wirklich bitter, weil der Film hier gedreht wurde und ein Teil der Crew sogar bei uns im Hotel gewohnt hat.“

Zum Bundesstart hatten kleine Kinos wie das Oho große Filme auch früher nicht im Programm. „Aber da konnte man die Filme auch nach vier Wochen noch mehrere Wochen spielen. Heute sind sie meistens nach drei Wochen komplett durch, weil dann schon der nächste Film kommt.“

Wie das Kino mit diesen Herausforderungen umgeht, will sich Heinz Wittern in den nächsten Wochen überlegen, auch im Gespräch mit anderen. „Es gibt durchaus Interessenten für das Kino. Bad Oldesloe ist ja kein uninteressanter Standort.“ Und nicht nur der Termin 3. September steht. Schon vorher ist das Oho Green-Screen-Kino: Am 22. August läuft in dem Haus an der Hamburger Straße – wie seit Jahren – das Naturfilmfestival.

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