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125 Jahre Ahrensfelder Wehr : Ohne Feuerteufel auf dem Weg zur Normalität

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ahrensfelder Feuerwehr im Jubiläumsjahr mit neuer Führungsspitze / Prozessbeginn gegen Brandstifter vermutlich im April

So schnell ändern sich die Zeiten. In der Jahresversammlung 2012 der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensfelde waren alle voll des Lobes für die starke und junge Ortswehr. Von einem Durchschnittsalter von 34 Jahren könnten andere Wehren nur träumen, sagte Gemeindewehrführer Jürgen Stahmer. Bürgermeister Michael Sarach lobte die Zusammenarbeit der Ortswehren und die vorbildliche Ausbildung: „Hier fühle ich mich wohl, es wird Klartext geredet und nicht drumherum.“

Im Jahre 2013 begann die Brandserie, im Dezember 2014 wurden vier junge Feuerwehrmänner aus Ahrensfelde festgenommen. Es gab interne Runden, Gespräche mit allen Ortswehren beim Bürgermeister, öffentlich wollte man sich lieber nicht äußern.

Ortswehrführer Peter Körner war noch während der Brandserie Mitte 2014 zurückgetreten. Sein Nachfolger Markus Drews hatte seinen Rücktritt vor der Jahresversammlung angekündigt. Dort stellten sich sein Vorgänger Peter Körner und sein Stellvertreter Michael Mey zur Wahl. Im ersten Durchgang erhielt Mey sieben, Körner sechs Stimmen von den 21 Anwesenden. Körner zog seine Kandidatur daraufhin zurück.

Im zweiten Durchgang trat nur Michael Mey an und wurde mit zwölf Ja-Stimmen zum neuen Ortswehrführer gewählt. Mit dem gleichen Ergebnis wurde Körner dann zu seinem Stellvertreter gewählt. Beide wurden jetzt von der Ahernsburger Stadtvertretung bestätigt. Der Bürgermeister hatte die Tischvorlage eingebracht: Es sei Eile geboten, um die Funktionsfähigkeit der Wehr wiederherzustellen.

Markus Drews ist mit dem Beschluss offiziell nicht mehr im Amt. Er hatte angekündigt, die Ahrensfelder Wehr verlassen zu wollen.

Das sei nachvollziehbar, sagt Michael Mey: „Ich kann verstehen, dass er so handelt, auch wenn es um jeden schade ist, der die Freiwillige Feuerwehr verlässt.“ Zu den Gründen will er nichts sagen. Markus Drews selbst hatte eine Anfrage des Stormarner Tageblattes unbeantwortet gelassen. Der Prozess gegen die vier Feuerwehrmänner, die gezündelt hatten, um die Anerkennung ihrer Kameraden zu bekommen, hatte eigentlich im Februar beginnen sollen. Günter Möller, Sprecher der Staatsanwaltschaft Lübeck, geht nun davon aus, dass im April Anklage wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung und Anstiftung zur Brandstiftung erhoben wird. Möller dazu: „Zwei der Angeklagten haben weitere Einlassungen gemacht, die bewertet werden müssen.“

Mit Prozessbeginn wird das Thema für die Ahrensfelder Feuerwehr, die an diesem Sonnabend 125-jähriges Bestehen feiert, wieder allgegenwärtig. „Die Aufarbeitung ist traurig und das berührt einen schon“, sagt Michael Mey, „aber das Leben geht weiter.“ Man habe die Brandstifter-Problematik zu einem Thema in der Ausbildung gemacht, „aber es ist nicht so, dass wir ständig darüber reden.“ Auch die Wechsel in der Führung der Ahrensfelder Wehr und die Wahl stehe nicht mit den Brandstiftungen in Zusammenhang. „Wir hatten eigentlich immer das Problem, dass es zwei Lager gab. Man muss sehen, dass man die Leute für sich gewinnt. Das ist in anderen Wehren nicht anders.“

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erstellt am 27.Mär.2015 | 06:00 Uhr

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