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Bürgermeisterwahl : Offiziell: Zwei Kandidaten treten an

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Geheimkandidat“ Lars Erik Theinert fordert in Ammersbek Bürgermeister Horst Ansén im letzten Moment heraus,

Nun ist er doch da, quasi in letzter Minute erschien der geheimnisumwitterte Gegenkandidat. Lars Erik Theinert ist der ominöse Gegenkandidat von Amtsinhaber Horst Ansén. Der Gemeindewahlausschuss prüfte und akzeptierte Theinerts Bewerbung. Damit wird auch die Nein-Kampagne gegen den amtierenden Bürgermeister jetzt obsolet.

Die CDU hatte dazu aufgerufen, mit „nein“ zu stimmen, falls Ansén einziger Kandidat bleiben sollte. Auch andere Parteien äußerten sich zuletzt ablehnend. Die Wählergemeinschaft UWA distanzierte sich am vergangenen Freitag von dieser Kampagne. „Wir wollen den Amtsinhaber nicht diskreditieren“, so der zweite Vorsitzende Holger Spanehl.

Theinert hat diese Kampagne als eine „Frechheit“ empfunden: „Ohne eine Alternative wollte man die Bürger ihres Wahlrechts berauben.“ Hätte sich bei der Wahl eine Mehrheit gegen einen Alleinkandidaten ausgesprochen, hätte die Gemeindevertretung das Vorschlagsrecht.

Hinzu kommt, dass Ansén in den vergangenen Tagen massiv diffamiert wurde. Mit öffentlich geklebten Schmäh-Stickern und mit Postwurfsendungen. Die anonymen Sticker wurden an viele Haushalte verteilt und an Masten und andere Oberflächen geklebt, auch sie fordern zum Neinstimmen auf. Davon haben sich die Christdemokraten klar distanziert. „Niederträchtig und feige“ sei das, so CDU-Fraktionschef Bernd Sutter.

Ansén ist umstritten, seit er den Vertrag mit Kita-Leiter Jan Petersen nicht über die Probezeit hinaus verlängert hat. Viele Eltern haben dagegen protestiert, über seine Gründe dafür wollte Ansén aber nicht öffentlich sprechen.

Der Wahlkampf ist schmutzig geworden in Ammersbek. Denn auch Theinert musste sich in seinem Umfeld schon einiges bieten lassen, nachdem er sich zur Kandidatur entschlossen hatte. „Ich wurde sehr hartnäckig zu einem Rückzug bedrängt“, sagt er vorsichtig. Das sei bis hinein ins Private gegangen, fügt er hinzu.

Theinert hat sich erst spät zu einer Kandidatur entschlossen. Die für die Kandidatur nötigen Unterschriften hat er binnen zwei Tagen gesammelt.

In dieser Gemengelage verspricht der Bürgermeister-Wahlkampf in Ammersbek spannend zu werden. Denn wer am 25. Mai das Rennen ums Amt machen wird, ist zurzeit völlig offen. Möglicherweise positionieren sich jetzt auch die Parteien neu.

Ammersbeks SPD-Vorsitzende Rita Thönnes stellt klar, dass keine Rede davon sein könne, dass die SPD ihren ehemals eigenen Parteifreund Ansén nicht unterstützen werde. Auf der Mitgliederversammlung habe sich eine Mehrheit dafür ausgesprochen, den Parteifreund zu unterstützen. „Der Unmut und die von einigen, auch von mir geäußerte Kritik an der Vorgehensweise des Bürgermeisters in den vergangenen Wochen ändern daran nichts“, so Rita Thönnes. Über Form und Umfang der Unterstützung des Wahlkampfs sei noch gar nicht gesprochen worden, weil bislang nicht klar gewesen sei, ob es einen Gegenkandidaten gebe.


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