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Stormarner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 21:22 Uhr

Stormarn : Offene Denkmäler laden ein

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zwei Kirchen, der Bahnhof Bargteheide, die Autobahnmeisterei Oldesloe, Reetdachhaus in Ratzbek und Scheune in Steinhorst – am Sonntag gibt es jede Menge zu besichtigen. Auch einen Atombunker.

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erstellt am 11.Sep.2015 | 16:19 Uhr

Am Tag des offenen Denkmals 2015 unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ beteiligen sich in Stormarn gerade mal vier Objekte: Der Bahnhof Bargteheide, die Autobahnmeisterei Bad Oldesloe, die Pilgerkirche Klein Wesenberg und das Reetdachhaus der Peter Siemssen Stiftung in Ratzbek sind am Sonntag 13. September geöffnet.

Allerdings können die Stormarner auch Denkmale in Hamburg in Augenschein nehmen oder Angebote kurz hinter der Kreisgrenze. In Kuddewörde ist die Andreaskirche aus dem 13. Jahrhundert ab 16 Uhr geöffnet. Um 16.30 Uhr beginnt ein musikalischer Gottesdienst mit Pastor Jessen und dem Kirchenchor Kuddewörde unter der Leitung von Kirchenmusiker Jakob Schaefer. Anschließend lädt Kirchengemeinderätin Beatrix Berndt
um 17.30 Uhr zu einer Führung ein.

Führungen nach Bedarf bietet von 14 bis 17 Uhr auch das Museum Vergessene Arbeit im ehemaligen Kuhstall der Kreisdomäne Steinhorst an. In der 60 Meter langen Durchfahrtsscheune von 1879 findet man Gerätschaften aus Handwerksberufen, der Land- und Forstwirtschaft sowie aus dem täglichen Leben von anno dazumal.

Vor 150 Jahren, am 1. August 1865, startet der Schienenverkehr auf der Eisenbahnstrecke Hamburg – Lübeck, und der Bargteheider Bahnhof wurde eröffnet. Wobei in dem Dorf mit weniger als 1000 Einwohnern eigentlich gar kein Bahnhof gebaut werden sollte. Nur weil Tremsbüttel, zu dessen Amtsbezirk Bargteheide bis 1867 gehörte, ablehnte, kam das Standard-Bahnhofsgebäude in den gleichen Maßen wie in Wandsbek, Ahrensburg oder Oldesloe nach Bargteheide. Über Jahrzehnte war der Bahnhof neben der Kirche das größte Gebäude im Ort.

Zur Jahrhundertwende hatte Bargteheide 1760 Einwohner, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs erlebte die Strecke der Lübeck-Büchener Eisenbahngesellschaft ihre Blütezeit. Anfang 1938 wurde die Bahnstrecke verstaatlicht. „Erst mit dem Bahnhof kam ab 1865 der Aufschwung in das kleine Kirchdorf Bargteheide“, sagt Ruth Kastner, Initiatorin der kleinen Schau, „ohne seinen Bahnhof wäre Bargteheide ein kleines Nest geblieben.“

In Gesprächen mit Zeitzeugen, mit Fotos und alten Postkarten, die das Heimatmuseum Bargteheide, das Kreisarchiv und Privatleute zur Verfügung gestellt haben, wird die Geschichte des Bahnhofs punktuell beleuchtet. Aus ihrer Zeit mit und im Bahnhof berichten Ursula Glau, Renate Steckmeister, Hans Werner Schuldt und Otto Sievers. „Dies könnte der Anfang einer Beschäftigung mit der Geschichte des Bahnhofs sein. Ich fände es toll, wenn wir in Bargteheide eine Geschichtswerkstatt einrichten könnten. Das Heimatmuseum wäre dafür wohl der richtige Ort, müsste dann aber Unterstützung bekommen“, sagt Ruth Kastner.

Der Bahnhof ist seit 2012 in Privatbesitz. Sanierung und Umbau für Wohnnutzung haben in diesem Jahr begonnen. Um 11, 13 und 15 Uhr bietet der Eigner Stephan Gloge Führungen durch den Bahnhof an, wobei auch der im Kalten Krieg gebaute Atombunker besichtigt wird, Kaffee und Kuchen werden ebenso angeboten wie ein Kinderprogramm. „Was wird aus dem Bahnhof?“ ist dann um 16 Uhr Thema einer Gesprächsrunde.

Die Reichsautobahn von Hamburg nach Lübeck wurden in den Jahren 1937 bis 1941 gebaut. Dazu gehörte auch die Autobahnmeisterei
mit Fahrzeughalle, Dienstgebäuden und Wohnhäusern für Bedienstete im Steinkamp in Bad Oldesloe. 2012 wurden Teil der Anlage saniert. Am Sonntag informiert der Landesbetrieb über die Arbeit und Aufgaben der Autobahnmeisterei und deren Technik. Zudem können die Besucher an Führungen durch das Museum teilnehmen, wo „Arbeitsgeräte im Wandel der Zeit“ zu sehen sind. Für einen kleinen Imbiss und Getränke ist ebenfalls gesorgt.

Auf den Grundmauern der abgebrannten Kirche wurde 1884 die Pilgerkirche Klein Wesenberg errichtet, auf dem Standort des alten slawischen Hohenheiligtums Wispircon. Die Kirche überrascht die Besucher in diesem Jahr mit einem lichtdurchfluteten Innenraum, da die alten Fenster wegen der Restaurierung gegen Klarglasscheiben ausgetauscht wurden. Von 10 bis 17 stehen Mitglieder des Kirchenbauvereins als Ansprechpartner bereit. In der letzten halben Stunden wird die Orgel erklingen.

In Nordstormarn befindet auch das Reetdachhaus der Peter Siemssen Stiftung. Peter Siemssen sammelte keramische Unikate aus der ganzen Welt. 2003 gründete er in dem 1665 erbauten Ratzbeker Bauernhaus die Stiftung, um seine Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und einmal jährlich einen Stipendiaten aufzunehmen. Durch seine Tätigkeit für Rosenthal und die Zusammenarbeit mit Philipp Rosenthal hat Peter Siemssen die Möglichkeit, sowohl Arbeiten bedeutender Keramikkünstler und der Stipendiaten zu präsentieren, nicht nur der Ausstellungsraum, sondern auch Werkstatt und Wohnbereich können am Sonntag besichtigt werden. Um 11.30 Uhr eröffnen Gilbert Portanier und Jan Kollwitz die Ausstellung. Bis 18 Uhr bietet Silke Decker nach Bedarf Führungen an.

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