Bad Oldesloe : ÖPNV – was zahlt der Kreis?

Fahrend die Busse zukünftig – zumindest in den Kernzeiten – halbstündlich? Die Stadt müsste dafür jährlich 80  000 Euro zahlen.
Fahrend die Busse zukünftig – zumindest in den Kernzeiten – halbstündlich? Die Stadt müsste dafür jährlich 80 000 Euro zahlen.

Der Oldesloer Bauausschuss stellt eine Wunschliste für die Neuausschreibung des Busverkehrs auf.

shz.de von
11. Juli 2018, 06:00 Uhr

Eine Halbstundentaktung, verlängerte Betriebszeiten, keine Leerfahrten, angepasste Tarife und vielleicht eine neue Linie – das sind die Hauptwünsche, die vom Oldesloer Bauausschuss für die Neuausschreibung des Busverkehrs an den Kreis übermittelt werden. Alle Wünsche sollen in die Grundversorgung aufgenommen und damit durch den Kreis bezahlt werden, wenn das nicht gelingt, sollen sie aber trotzdem optional angeboten werden. Darauf einigten sich die Lokalpolitiker nach langer Diskussion.

Die wichtigsten Punkte: Die Halbstundentaktung für die drei Stadtverkehrslinien soll kommen. Björn Schönefeld, beim Kreis für den ÖPNV zuständig, machte aber keine großen Hoffnungen, dass das in die Grundversorgung aufgenommen wird. Die Stadt würde dafür ungefähr 80 000 Euro im Jahr zahlen müssen. Auf Antrag der Linken soll die Halbstundentaktung von 6 bis 9 Uhr und von 15 bis 20 Uhr unter der Woche angeboten werden. Die Betriebszeiten des ÖPNV sollen am Sonnabend bis 18 Uhr ausgedehnt werden.

Die stark genutzte Strecke Famila - Rethwischfeld soll in die Grundversorgung aufgenommen werden. Bisher wird diese Strecke von der Stadt mit 30 000 Euro im Jahr bezuschusst. „Ich gehe davon aus, dass wir uns da einig werden“, so Schönefeld.

Auf dem Stadtgebiet soll es auf Wunsch der Lokalpolitiker einen einheitlichen Tarif für Busse geben unter dem Motto „Eine Stadt – ein Tarif“. Auch das Anrufsammeltaxi soll nicht teurer sein. Hierzu erklärte Schönefeld, dass es ja ohnehin Tarifzonen gebe. Differenzen beim Preis des AST müsse aber die Stadt tragen.

Die Fahrpläne sollen besser mit den Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Bahnen abgestimmt werden. Eine gleichzeitige Abstimmung mit den Unterrichtszeiten der Schulen sei indes nicht möglich. Hier sei es vorzuziehen, sich an den Bahnplänen zu orientieren, so Schönefeld.

Es werden überraschend in der Ausschreibung doch keine alternativen Antriebsarten gefordert, auch nicht optional. Anita Klahn (FDP) setzte sich zum Leidwesen der Grünen mit dem Antrag durch, diesen gemeinsam auf den Weg gebrachten Punkt doch noch zu streichen.

Ähnlich kompliziert war es bei der Forderung, dass jeder Bus zwei Plätze für Menschen mit Rollstuhl oder Gehwagen vorhalten soll. Es fehle an gesicherten Erhebungen. Zwei feste Plätze für Rollstuhlfahrer würden zu Lasten der normalen Sitzplätze gehen, gab Schönefeld zu bedenken.

Stand jetzt bekommt das Neubaugebiet „Claudiussee“ keine Bushaltestelle. Da es am Pölitzer Weg Stationen gebe. Bei einer zusätzlichen Verschwenkung der bestehenden Linien müsste beispielsweise der Schanzenbarg oder der Steinfelder Redder herausfallen. „Das kann nicht sein. Damit lassen wir uns nicht abspeisen. Ein Neubaugebiet braucht eine Anbindung“, zürnte beispielsweise Hans-Hermann Roden (SPD). Nun soll überprüft werden, ob sich eine neue Linie lohnen würde, was Schönefeld bereits bezweifelt. Eine Möglichkeit könnte sein, eine Anbindung an eine Regionallinie einzuführen.

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