Reinbek : ÖPNV: Besseres Angebot hat Priorität

Setzen sich für die Verbesserung des ÖPNV ein: Ole-Thorben Buschhüter, Martin Habersaat (beide SPD) und der S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke (von links).
Setzen sich für die Verbesserung des ÖPNV ein: Ole-Thorben Buschhüter, Martin Habersaat (beide SPD) und der S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke (von links).

Zehn-Minuten-Taktgarantie zum Fahrplanwechsel im Dezember.

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09. Juli 2019, 14:01 Uhr

Verspätungen, Zugausfälle und Ärger mit dem HVV-Service – das sind die alltäglichen Probleme von vielen Berufspendlern. Diese gegenwartsbezogenen Aspekte waren Hintergrund für die Veranstaltung „Wie weiter mit der S 21?“ der SPD Reinbek. SPD-Landtagsabgeordneter Martin Habersaat ging es dabei nicht nur darum, aktuelle Ärgernisse zu beseitigen, sondern auch den ÖPNV attraktiver zu machen. Eingeladen hatte er dazu den S-Bahnchef Kay Uwe Arnecke und Ole-Thorben Buschhüter (SPD), den Verkehrsausschussvorsitzenden der Hamburgischen Bürgerschaft.

Bestrebungen der SPD im Landtag nach einer Taktverbesserung ergänzen sich mit den aktuellen Vorhaben von Senat und Bürgerschaft in Hamburg. Bis 2030 will man den „Hamburg-Takt“ schaffen. Bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember soll bei der U-Bahn in Großteilen des Netzes eine ganztägige 10-Minuten-Taktgarantie eingerichtet werden, oftmals sogar ein 5-Minutentakt. Ole-Thorben Buschhüter: „Wir glauben, dass man mit einem besseren Angebot mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen kann. Das hat momentan auch Priorität vor einer Senkung der Preise.“

Bei den S-Bahnen gibt es derzeit jedoch Probleme mit den neuen Zügen, so S-Bahnchef Kay Uwe Arnecke. So seien die Fahrgasttüren störungsanfällig und würden sich bei vollen Zügen wegen einer Lichtschranke nicht schließen. Software-Updates und Fahrgastinformationen sollen hier Abhilfe schaffen.

Für Ärger sorgen auch Verspätungen, die oft nicht ausreichend angezeigt würden. Zwar gilt beim HVV seit 2011 eine Geld-zurück-Garantie, durch die bei Einzelfahrten ab einer Verspätung von 20 Minuten am Fahrtziel der halbe Preis erstattet werden soll. Allein: Die Garantie könne zwar online beantragt werden, der Betrag – in der Regel wenige Euro – müsse aber persönlich beim Servicecenter abgeholt werden. Martin Habersaat: „Das passt nicht mehr ins Jahr 2019.“

Für Unmut sorgt auch, dass der 10-Minutentakt für die S 21 nicht ganztägig gilt. Das solle geändert werden. „Der 10-Minutentakt ist eigentlich im ganzen Netz der Mindeststandard, deshalb sollte er auch für die S 21 gelten“, unterstützt Buschhüter das Anliegen.

Martin Habersaat: „Der Kampf gegen den Klimawandel ist im Mainstream angekommen. Die S-Bahn fährt schon zu 100 Prozent mit Ökostrom. Wann, wenn nicht jetzt, sollten wir massive Anstrengungen zur Verbesserung des ÖPNV unternehmen?“

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