Atomkraftwerk in Geesthacht : Öffentlichkeitsverfahren zum Abbau des AKW Krümmel beginnt

Einst als „Pannenmeiler“ berüchtigt: Das mittlerweile stillgelegte Kernkraftwerk in  Krümmel an der Elbe.

Einst als „Pannenmeiler“ berüchtigt: Das mittlerweile stillgelegte Kernkraftwerk in Krümmel an der Elbe.

Aufgrund von Pannen ist das AKW schon seit 2007 nicht mehr am Netz. Wann der Abbau stattfindet, ist noch offen.

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13. Juli 2018, 17:33 Uhr

Geesthacht/Kiel | Für den geplanten Abbau des Atomkraftwerks Krümmel in Geesthacht startet das Energieministerium in Kiel am Montag das öffentliche Beteiligungsverfahren. Wie das Ministerium am Freitag mitteilte, wird auch das Vorhaben von Betreiber Vattenfall öffentlich bekanntgegeben, ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle zu errichten und zu betreiben.

„Der Strahlenschutz steht auch bei der Stilllegung und dem Abbau eines Kernkraftwerks immer im Vordergrund“, sagte Ressortchef Robert Habeck (Grüne). Ende des Jahres sei dann ein Erörterungstermin geplant. „Durch solche Meilensteine bringen wir den Atomausstieg für jedermann sichtbar auf die Zielgerade.“ Vom 24. Juli an können die Unterlagen für zwei Monate auch im Rathaus der Stadt Geesthacht und in der Reaktorsicherheitsbehörde in Kiel eingesehen werden. Für den 11. Dezember ist ein nichtöffentlicher Erörterungstermin vorgesehen. Dann können alle, die Einwendungen erhoben haben, diese näher erläutern.

Weiterlesen: Milliardengrab Krümmel: Teure Rechnung für schlechtgemachten Atomausstieg

Wann die endgültige Entscheidung über einen Abbau des Kraftwerks fällt, ist noch offen. Für das AKW Brunsbüttel wird sie noch im laufenden Jahr erwartet. Krümmel war 1983 ans Netz gegangen. Die sogenannte Berechtigung zum Leistungsbetrieb erlosch im August 2011 durch eine Atomgesetzänderung nach dem Reaktorunfall von Fukushima.

Allerdings war das AKW aufgrund von Pannen schon seit Sommer 2007 fast durchweg vom Netz. Das dritte Atomkraftwerk im Land, Brokdorf, darf nach bisherigem Stand noch maximal bis Ende 2021 laufen.

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