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Bad Oldesloe : Obdachlosenhaus soll endlich saniert werden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Breite Mehrheit von CDU und SPD gibt den Neubauplänen des Bürgermeisters keine Priorität

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erstellt am 10.Jul.2017 | 11:37 Uhr

Das hatte sich Bürgermeister Jörg Lembke sicher anders vorgestellt: Eine Breite Front von SPD und CDU hat gemeinsam seinen Vorstoß erst mal abgeschmettert, die Obdachlosenunterkunft an der Lübecker Straße gegenüber der Polizei abzureißen und durch einen privat finanzierten Neubau zu ersetzen.

Seit Jahren ist bekannt, dass es an dem Haus Sanierungsbedarf gibt. Uwe Rädisch (CDU) und Friedrich-Karl Kümmel (FBO) haben die Schäden begutachtet und die Reparaturkosten geschätzt. 182  000 Euro stehen im Haushalt bereit. Aber das Geld wurde bisher nicht verbaut. Das Dach blieb undicht und das erste Geschoss unbewohnbar.

Es stand im Raum, das Haus abzureißen, um so auf der Kreuzung Platz für einen Kreisverkehr zu gewinnen. Die Befürworter versprechen sich davon Vorteile für den fließenden Verkehr. Mit Gutachten konnte allerdings kein positiver Effekt nachgewiesen werden.

Jetzt kam der Bürgermeister mit dem Vorschlag, das Gebäude abzureißen und „unter weitreichender Ausnutzung des Flächenpotenzials“ dort Sozialwohnungen errichten zu lassen. Von einem privaten Investor. Von dem würde die Stadt im Gegenzug ein festes Kontingent an Wohnungen und Büros für die erfolgreiche Obdachlosenarbeit von Beatrice Schmidt anmieten.

Standpunkt

Nix dazugelernt

 Oldesloe und seine städtischen Immobilien –  ein Trauerspiel, ja sogar ein Skandal, was da an (Nicht-)Unterhaltung geleistet wird. Und diesmal kann sich niemand rausreden, er hätte nichts gewusst: Doch! Alle sind seit Jahren im Bild und es passiert trotzdem nichts.  Wenn es nicht das Ziel sein sollte, so wird der Verfall der Obdachlosenunterkunft zumindest sehenden Auges hingenommen. Bis sich das Haus dann in die unrühmliche Liste von Hamburger Straße über altes Gefängnis und VHS eintragen kann. Wann lernt die Stadt endlich aus ihren Fehlern? Andreas Olbertz

Wohnungsbau ist ganz nach dem Wunsch von Matthias Rohde (FBO), aber mit Obdachlosen hat er scheinbar Probleme. „Wir müssen aufpassen, wer da einzieht, sonst ist das schnell alles zerstört. Ob das dann noch ökonomisch ist“, mahnte er. Diese Sorge konnte die Verwaltung zerstreuen. „Durch die unmittelbare Betreuung haben wir keinen Vandalismus mehr, keine Probleme“, betonte Fachbereichsleiter Thomas Sobczak.

Gleichzeitig wollte Rohde sich vom Kreisel-Traum noch nicht verabschieden und dafür Platz reservieren. „Sie widersprechen sich doch selber. Wollen wir dort Wohnungen oder einen Kreisel bauen?“, kritisierte ihn Wilfried Janson (Grüne).

Uwe Rädisch (CDU) sprach Klartext. Er beantragte, das Gebäude umgehend zu sanieren. In einem zweiten Schritt könnten die Neubaupläne weiter verfolgt werden. Dieser Zwischenlösung konnte auch die SPD sofort vorbehaltlos zustimmen.

Da die Verwaltung selber die Projektierung als „komplex“ bezeichnet und dafür ein externes Büro einschalten würde, anschließend müsste das Vorhaben ausgeschrieben werden – bis zur Fertigstellung eines Neubaus würden also noch Jahre vergehen.

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