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Herbert David geehrt : „Nur wer klingelt, wird bedient!“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Festakt für Klein Wesenbergs Bürgermeister Herbert David (83) für sein 50-jähriges ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde.

shz.de von
erstellt am 17.Jan.2016 | 12:13 Uhr

Man muss auch mal unbequeme Wege gehen! Das war ein halbes Jahrhundert lang das Motto von Bürgermeister Herbert David. Für sein 50-jähriges ehrenamtliches Engagement in der Klein Wesenberger Gemeindevertretung wurde er jetzt geehrt. Zahlreiche Dankes- und Lobesreden wurden beim Festakt im Schützen- und Gemeinschaftshaus in gemütlichem Ambiente ausgebracht.

Die Laudatoren sprachen alle voller Bewunderung von dem immer noch sehr engagierten und äußerst rüstigen 83-Jährigen. „Du hast mit Beharrlichkeit vieles erreicht“, so sein Stellvertreter Henning Hochstein und führte den Fuß- und Radweg nach Klein Schenkenberg, den Kreisverkehr und die Buslinie als Beispiele an. Nach der Schließung der Schule habe David für Leben im Dorf gesorgt, gründete die Dorfgemeinschaft und die Seniorengruppe. Davids Devise sei immer gewesen: „Nicht locker lassen“.

Amtsdirektor Hans-Joachim Schütt führte vor allem zwei Zitate des Jubilars an, die für seine 20-jährige Amtszeit als Bürgermeister typisch gewesen seien und die jeder, der mit ihm zu tun hatte, wohl einmal zu hören bekommen hat: „Wer etwas erreichen will, darf nicht beim Pförtner fragen“ und „Nur wer klingelt, wird bedient.“ Immer habe der Mensch bei seinem ehrenamtlichen Engagement im Vordergrund gestanden, betonte Schütt. Es gebe wohl kaum einen Mitarbeiter beim Amt Nordstormarn, den David nicht mit eingestellt hätte. Viele hätten von seinem Wissen, seiner Erfahrung und seiner Weisheit profitiert. Amtswehrführer Albert Iken lobte seine Einsatzbereitschaft und „Hilfsbereitschaft mit Dominoeffekt“. Immerhin ist Herbert David 66 Jahre ununterbrochen Mitglied der Feuerwehr, war viele Jahre lang Wehrführer, gründete die Jugendwehr und den Musikkorps, war Amtsführer in Nordstormarn und rief das Amtsfeuerwehrfest ins Leben.

Stormarns Landrat Klaus Plöger kam (wie fast alle Redner) auf Davids Beharrlichkeit zu sprechen: „Als Oberehrenamtsbeispiel ist dies eine gute Variante. Auch wenn es diesen Preis noch nicht gibt“, meinte der Landrat mit einem Augenzwinkern. Was auch gewesen sei, Herbert David sei immer vorneweg gegangen. „Was du gesagt hast, galt auch“, so der Landrat. David sei oft sehr kritisch und beharrlich gewesen, erwähnte Amtsvorsteher Paul Friedrich Beeck: „Aber so kennen und mögen wir dich.“ Als „wackeren Kämpfer für die Kommunalpolitik“ bezeichnete ihn Thomas Schreitmüller vom Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag.

Sichtlich bewegt bedankte sich David für die Glückwünsche und gab seinen Dank vor allem an seine Frau Erika und seine Familie weiter. Während seiner Rede verfiel er größtenteils in sein geliebtes Plattdeutsch. Zur Erheiterung der Gäste gab er einige Anekdoten aus seiner langen Amtszeit zum Besten. Als er mit 31 Jahren zum jüngsten Wehrführer im Amtsbezirk Reinfeld Land gewählt wurde, nannten ihn viele noch den „kleinen Butscher“. Ein Jahr später trat er als „Reservemann“ in die Gemeindevertretung ein. Aus dem „Nachrücker“ wurde schnell ein Mann, der sich vehement für die Belange seines Heimatortes einsetzte. „Ich habe gelernt, dass es auch manchmal viele Jahre dauern kann, bis die Leute einem zuhören“, so David. Für ihn zähle immer, was am Ende als Ergebnis herauskomme. Wichtig sei, nicht aufzugeben. Heute sei die Gemeindevertretung mit jungen und älteren, erfahrenen Mitgliedern gut besetzt: „Nur so können wir als Gemeinde auch allen Bürgern gerecht werden.“

Herbert David wurde in Klein Wesenberg geboren, ging zur Eisenbahn, arbeitete im Lübecker Hafen, bevor er später 40 Jahre als Versicherungskaufmann tätig war. 1963 trat er in die Feuerwehr ein, war Wehrführer und Amtswehrführer, ist heute Ehrenmitglied und erhielt die höchste Auszeichnung des Feuerwehrverbandes. Er war jahrelang stellvertretender Bürgermeister, ist seit 20 Jahren Bürgermeister, engagiert sich im Gemeindetag, gründete den Seniorenkreis, die Jugendwehr und die Dorfgemeinschaft, spendete 50 mal Blut beim DRK, war Hauptschöffe beim Lübecker Landgericht und erhielt für seinen Einsatz unter anderem die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland.

Ob er für eine weitere Amtszeit kandidieren möchte, wollte er noch nicht verraten. „Es kommt, wie es kommt“, so der Jubilar. Wenn es nach der Gemeindevertretung ginge, soll er weitermachen und sich – so Hochstein – auf keinen Fall verbiegen lassen.


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