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Horrorstrecke B 404 : „Nur eine Möglichkeit: Autobahn“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein missglücktes Überholmanöver war der dritte schwere Unfall auf der B 404 binnen zehn Tagen. Mehr Überwachung werde nach Ansicht der Polizei keinen positiven Effekt haben.

Nur wenige Tage nach dem tödlichen Unfall hat es auf der B 404 wieder gekracht. Bei einem Frontalzusammenstoß wurden am Sonntagabend in Höhe Grönwohld insgesamt acht Menschen verletzt, zwei Frauen schwer. Unter den Verletzten sind auch drei Kleinkinder.

Nach ersten Erkenntnissen hatte die 66-jährige Fahrerin des Audi Q5 offenbar trotz Überholverbots und Beschränkung auf 70 Stundenkilometer versucht, einen Transporter mit Anhänger in Richtung Schwarzenbek zu überholen. Dabei stieß sie frontal mit einem entgegenkommenden Lexus aus Berlin zusammen. An dessen Steuer saß eine 37-jährige Frau, die lebensgefährlich verletzt wurde.

Zwei Motorradfahrer hatten den Unfall beobachtet und sofort den Notruf gewählt. Die Leitstelle hatte daraufhin ein Großaufgebot an Kräften und zwei Hubschrauber zum Unfallort geschickt.

Die ersten Retter fanden ein Trümmerfeld vor, die Fahrerin des Lexus war in dem Wrack eingeklemmt, Feuerwehrleute befreiten sie mit schwerem Gerät. Nach der Erstversorgung durch den Notarzt wurde sie mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus transportiert. Auch die Beifahrerin des Audi wurde schwer verletzt mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Sanitäter versorgten die anderen Verletzten. Eine Polizistin saß auf einer Leitplanke und hielt ein sieben Wochen altes Baby beruhigend auf dem Arm.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Lübeck wurde ein Unfallsachverständiger angefordert. Ferner wurden der Audi und der Führerschein der Audi-Fahrerin sichergestellt. Während der aufwändigen Rettungsarbeiten war die B  404 bis in die Nacht hinein voll gesperrt.

Damit macht die B 404 ihrem Ruf als Horrorstrecke mal wieder alle Ehre – drei schwere Unfälle in nur zehn Tagen. „Es ist seit Jahren auffällig, dass es dort immer wieder schwere Unfälle gibt“, bestätigt Polizeisprecher Marco Hecht-Hinz. Er gibt aber zu bedenken: „Im Zeitraum Januar bis Juni hat es da nur drei Unfälle und die ohne Verletzte gegeben.“ Die drei Unfälle der vergangenen Tage seien nur schwer miteinander vergleichbar. Abgesehen vom aktuellen Fall gebe es keine Annahme, dass gegen das Überholverbot verstoßen worden sei. Bei einem der Unfälle zeichne sich Krankheit als Ursache ab.

Die aktuelle Häufung wertet er als Zufall. „Die Verkehrsdichte, die jetzt aktuell durch die Ferien noch mal höher ist, trägt da sicher zu bei“, sagt der Polizeisprecher. Da auf der Strecke bereits fast durchgehend Überholverbot gelte und in weiten Teilen auch eine Beschränkung auf Tempo 70 könne spontan nicht mehr viel gemacht werden. „Seitdem haben wir ja schon deutlich weniger Tote als früher“, so der Sprecher. Mehr Kontrollen hätten keinen positiven Effekt. Marco Hecht-Hinz: „Das ist bereits die best-überwachteste Überholstrecke.“

Mittelfristig werden Teilstücke dreispurig ausgebaut. Hecht-Hinz: „Damit hofft man, die Überholproblematik in den Griff zu kriegen.“ Effektiv wäre aber wohl ausschließlich eine große Variante. Hecht-Hinz: „Auf so einer Strecke gibt es nur eine Möglichkeit: Eine Autobahn mit getrennten Fahrbahnen. Aber das müssen andere entscheiden.“

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 01.Aug.2017 | 06:00 Uhr

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