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Oldesloer Stadtverordnete einig : Nun doch: Kita auf dem Weg

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach geplatzter Hauptausschusssitzung vergangene Woche plötzlich einstimmige Beschlüsse zum Redder-Kindergarten. CDU und FBO nun plötzlich auch gegen Sparpläne. Im August 2014 soll eröffnet werden

Na, guck mal einer an, es geht also auch anders. Nach der abgebrochenen Hauptausschusssitzung vergangene Woche musste ja schon das schlimmste für die Stadtverordneten-Versammlung befürchtet werden. Aber nein, die Sitzung verlief sehr sachlich. Von Uwe Rädisch gab es sogar Lob für SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann: „Ich schätze die Qualität ihrer Arbeit wirklich, aber die Emotionen müssen einen Gang runtergefahren werden.“ Er sei in jüngeren Jahren genau so gewesen. Und Maria Herrmann räumte ein: „Wir haben uns da alle nicht mit Ruhm bekleckert.“

Die Hauptausschusssitzung vergangene Woche war geplatzt, weil erst die CDU einen Dringlichkeitsantrag der Verwaltung durchfallen ließ und Rot-Grün anschließen bei einer Abstimmung über die Tagesordnung mit nein votierten. Ohne Tagesordnung keine Sitzung, da konnten alle gleich wieder nach Hause gehen.

In der Sache ging es um den Kindergartenneubau am Steinfelder Redder. Es gab Einsparungsvorschläge des Bauamts, die der Bauausschuss abgelehnt hatte, der Finanzausschuss aber haben wollte. Die Hauptausschussmitglieder mussten eine Lösung finden. Aber dazu kam es ja gar nicht erst. Jetzt also die Stadtverordneten. Bürgermeister Tassilo von Bary erläuterte, dass der vorgeschlagene Verzicht auf einen Verbau zum Schutz des angrenzenden Knicks nicht genehmigungsfähig sei. Auch der Verzicht auf das Gründach sei nicht möglich, da ansonsten die Menge des anfallenden Regewassers zu hoch sei – die Kanalisation könne die Wassermengen nicht aufnehmen. Also sei ein Gründach unumgänglich, um die Grenzwerte einhalten zu können.

Als wäre er vom Saulus zum Paulus geworden, erklärte Uwe Rädisch vom Rednerpult aus, die CDU sei ja von Anfang an gegen die Sparvorschläge gewesen. Man habe schon aus den Schnittzeichnungen erkennen können, dass der Verbau unbedingt nötig sei. „Wir sind da tiefer in die Details eingestiegen“, klärte der Christdemokrat auf. Auch am Gründach führe kein Weg vorbei. „Bei extremen Niederschlägen 30 Liter und mehr – das geht gar nicht“, so Rädisch.

Da wird sich mancher verdutzt die Augen gerieben haben. „Sie haben sich im Bauausschuss der Stimme enthalten und wollten für den Finanzausschuss die Zahlen genauer aufgeschlüsselt haben“, stellte Hans-Hermann Roden (SPD) nach Blick in die Unterlagen klar: „Und im Finanzausschuss haben ihre Kollegen für die Einsparungen gestimmt.“ Und im Hauptausschuss sei dann auch noch die Dringlichkeit bestritten worden.

Wen interessiert schon das Abstimmngsverhalten von gestern. „Ich finde es sehr erfreulich, dass die CDU auf den Boden des Umweltrechts zurückgefunden hat. Das ist alles was zählt“, sagte denn auch Wilfried Janson (Grüne).

Offensichtlich wollte niemand als Verzögerer des Kindergartens da stehen, die Sparvorschläge wurden einstimmig abgewiesen und der Bebauungsplan ebenso einstimmig auf den Weg gebracht. Im Bauausschuss hatte sich die FBO noch für die Sparvorschläge ausgesprochen.

Die Zeit drängt. Der Stoppelhopser-Verein soll Träger des Neubaus am Redder werden. Dessen Kassenwart Carsten Geyer machte deutlich, dass bereits jetzt klare Signale nötig seien, ob der Kindergarten pünktlich zum 1. August nächsten Jahres eröffnen könne. Der Verein müsse nämlich schon eine Warteliste führen. Könne der Eröffnungstermin nicht gehalten werden, suchten sich die Eltern einen anderen Kindergarten. Noch schlimmer sehe es beim Personal aus. Das sei bekanntermaßen rar. Schon jetzt müssten junge Kräfte noch an den Fachschulen gebunden werden, um nicht im nächsten Jahr ohne Mitarbeiter dazustehen.

 

 

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 28.Aug.2013 | 06:00 Uhr

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