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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 02:52 Uhr

Schlepperfreunde : Nostalgie pur auf dem Acker

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Seit 20 Jahren kümmern sich die Vereinsmitglieder um den Erhalt von historischen Landmaschinen. Die ältesten stammen aus den 1940er Jahren. Zu den Treffen kommen mehr als 200 Teilnehmer und hunderte Besucher.

von
erstellt am 04.Sep.2013 | 13:00 Uhr

„Wir sind schon von Anfang an dabei“, sagt Fiete Reher von den Schlepperfreunden Schadehorn. Von Anfang an – das bedeutet seit genau 20 Jahren. Auch Bernhard Koschitzki ist ein Gründungsmitglied. „Die Freude an alten Traktoren hat uns zusammengebracht“, erinnert er sich. Er selbst besitzt einen Lanz Bulldog aus dem Jahre 1949 – eine wahre Rarität, die gehegt und gepflegt wird und absolut fahrtüchtig ist, wenn auch nicht für den normalen Gebrauch in der heutigen Landwirtschaft.

Beide Landmaschinen-Freunde reparieren ihre Traktoren natürlich selber. Gar nicht so einfach, denn oft fehlen die Ersatzteile, die umständlich und manchmal auch nur mit Glück von weit her besorgt werden müssen. Fiete Reher nennt einen Hanomag, Baujahr 1952, sowie zwei Fahr-Traktoren aus den Jahren 1954 und 1958 sein Eigen. Jedes zweite Wochenende gehe schon für das Hobby drauf. Denn die alten Traktoren sollen ja weiterhin rund laufen.

Viel zu tun haben die 25 Mitglieder auch mit der Organisation des Treffens der Schlepperfreunde – immer im Zweijahresrhythmus. „Anders ist das nicht mehr zu schaffen, denn die Nachfrage ist riesengroß“, sagt Koschitzki. 1993 fand das erste Treckertreffen mit „nur“ 50 Traktoren in Schadehorn statt. Inzwischen zählen die Schlepperfreunde satte 220 Teilnehmer plus Hunderte von Gästen aus Nah und Fern. Etwas zu sehen gibt es nicht nur für Fachleute aus der Landwirtschaft. Denn so ein alter, gut gepflegter und gehegter Lanz Bulldog aus dem Jahre 1943 oder ein Deutz D 40, Baujahr 1954, aus dem Betrieb von Carl Hoffmann aus Pöhls ziehen schon neugierige und begeisterte Blicke auf sich. Ein besonderes Stück ist auch die „Raupe“, ein Zugfahrzeug aus den späten 50er Jahren mit 52 PS der Firma Famo aus Breslau. „Das ist der Typ Boxer. 52 PS waren damals schon eine ganze Menge“, erklärt Andreas Heer, dessen Chef das alte Gefährt gehört. Er setzt sich auch gleich auf den Fahrersitz und lässt den Motor an. Ganz so einfach geht das dann doch nicht. Er muss den Motor noch mal schnell nachfetten. Dann brummt er gemütlich und laut über den Acker. Die Augen der Treckerfreunde glänzen, wenn sie von den Raritäten beim Schleppertreff erzählen: Eine intakte Dreschmaschine der Marke „Hawa“ aus dem Jahre 1928, gebaut in der Waggonfabrik Linden bei Hannover. „Das war damals die Sensation. Da ging alles noch gemütlich zu, wenn man sieht, was die heutigen Maschinen schaffen“, erklärt Koschitzki. Damals sei vieles noch schwere körperliche Arbeit gewesen. Die Entwicklung sei schon gewaltig.

Der älteste Schlepper beim Treckertreff stammt aus dem Jahre 1940, der jüngste aus den späten 70er-Jahren. „Unser Anliegen ist es, die historischen Landmaschinen zu bewahren und das Interesse bei Laien zu erwecken“, sagt Fiete Reher. Eindeutig gelungen beim zwölften Schleppertreff in Schadehorn.

 

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