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Ahrensburger Streitthema: : Nordtangente: Wenn sie kommt, dann mit Tunnel

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Planungsausschuss der Schlossstadt kann sich nicht entscheiden. Stadt darf noch nicht mit Delingsdorf sprechen.

von
erstellt am 10.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Nächste Untersuchung, nächste Vertagung: Im Bau- und Planungsausschuss wurden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für eine Nordtangente über eine Verlängerung des Kornkamps vorgestellt. Die Verwaltung wollte von der Politik nur grünes Licht für Gespräche mit Delingsdorf über die Trassenführung und mit dem Kreis über eine mögliche Beteiligung. Dazu sah sich der Ausschuss allerdings nicht in der Lage.

„Ich weiß nicht, warum man sich nicht einigen konnte,“ sagt Vorsitzender Hartmut Möller (SPD), zumal „ich nicht erkennen kann, dass irgendeine Fraktion für eine Brücke plädieren würde.“ Die Frage, ob Tunnel oder Brücke ist die wichtigste, wäre für Gespräche mit Delingsdorf aber unwichtig, da es nichts an der Trassenführung auf dem Gebiet der Nachbargemeinde ändern würde.

Die von Ahrensburg 2011 vorgeschlagene Trasse weitab vom Gartenholz verlief fast nur über Delingsdorfer Gebiet. Nachdem die Verwaltungen ergebnislos verhandelt hatten, hatte die Politik auf Initiative des CDU-Fraktionsvorsitzenden einen Kompromiss mit Delingsdorf ausgehandelt. Allerdings stimmten dann auch Stadtverordnete der CDU gegen den Gebietstausch und Ausgleichszahlungen.

Damit war die Nordtangente – wieder mal – tot. Bis sich durch den geplanten Umzug von Famila und Co. nach Beimoor-Süd eine neue Möglichkeit für eine Umgehungsstraße fernab von Gartenholz und direkt zur B  75 ergab. Diese neue „Trasse 11“ liegt weiter nördlich. Und sie wird teurer. Eine Brücke über die Bahn müsste heute 1,60 Meter höher sein als 2011, weil die DB inzwischen eine lichte Durchfahrtshöhe von 7,75 Metern vorschreibt.

Nicht nur deshalb favorisieren auch die Autoren der Machbarkeitsstudie einen Tunnel: Die „Trog-Variante weist für alle Schutzgüter deutliche Vorteile gegenüber der Brückenvariante auf.“ Lediglich die Grundwasserabsenkung könnte problematisch sein. Für die Straße müsste die lichte Durchfahrtshöhe 4,50 Meter betragen. Allerdings würde die Tunnelvariante mit mindestens 13,5 Millionen Euro wesentlich teurer werden als eine Brücke, für die acht Millionen angesetzt wurden.

Auch ein ebenerdiger Kreisverkehr ist nur bei einem Tunnel möglich. Die Gutachter empfehlen einen Kreisel im nördlichen Teil des heutigen Famila-Geländes, um die Kurt-Fischer-Straße an die Umgehung anzubinden. Sie müsste nach Norden verlängert und dann nach Western verschwenkt werden.

Die Kosten für diese Verbindung sind in den 13,5 Millionen Euro aber ebensowenig enthalten wie die Kosten für den Grunderwerb. Die neue Variante 11 verläuft über Flächen, die sich in Privatbesitz befinden. Und grundsätzlich halten die Autoren der Studie die von den Stadtverordneten abgelehnte Trasse näher am Gartenholz immer noch für die bessere Lösung. Und zwar sowohl aus stadtplanerischer Sicht als auch aus Umweltgründen, weil der vorhandene regionale Grünzug nicht durchschnitten würde.

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