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Norbert Pöhls: Seit 40 Jahren im Dienst des Stormarner Tageblatt

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Er ist ein Urgestein, Chefkoordinator der Zustellgesellschaft Schleswig-Holstein und Mädchen für alles

Bad Oldesloe | Er ist begeisterter Sammler, überzeugter HSV-Fan und seit 40 Jahren beim Stormarner Tageblatt. Und kaum einer kennt die Historie des Tageblatts besser als er. Norbert Pöhls ist "Chefkoordinator vom Dienst" bei der Zustellgesellschaft Schleswig Holstein und Betreuer von rund 100 Zustellern, außerdem "Mädchen für alles". Gestern feierte der Oldesloer sein 40-jähriges Dienstbestehen.

Alles begann im Jahr 1973 bei einem 10-Kilometer-Volkslauf auf der Insel Sylt. Hier traf Norbert Pöhls den Oldesloer Starläufer Carl-Otto Schüthe, Sohn des Tageblatt-Verlegers Herbert Schüthe. "Ich knüpfte erste Kontakte zu ihm, und zurück in Bad Oldesloe konnte ich gleich am nächsten Tag beim Tageblatt anfangen", erinnert sich der 66-Jährige. Der Familienbetrieb hatte damals rund 60 Angestellte und jede Menge Austräger, meist Schüler und Studenten, die sich ein Taschengeld verdienen wollten. Allerdings arbeitete der gelernte Konditor damals auch noch in der Bäckerei Kühl, wo er ab 3 Uhr morgens Kuchen und Torten für den Verkauf vorbereitete.

Mittags ging es dann zu Herbert Schüthe, der damals in der Villa Gutenberg in der Hamburger Straße residierte. Das Stormarner Tageblatt wurde gleich nebenan produziert. "In dem alten Haus war es total urig", erinnert sich Norbert Pöhls, der ab 13 Uhr die Zeitungen ausfuhr, denn bis Ende der 80er Jahre wurde das Tageblatt erst am frühen Nachmittag zugestellt.

Doch der fleißige junge Mann arbeitete bereits nach kurzer Zeit nicht nur als Aushilfsfahrer, sondern auch als Fotograf, Drucker, Anzeigenwerber und als Chauffeur des Chefs. "Herbert Schüthe war ein Chef, wie er im Buche steht. Wenn nötig, ist er auch selbst mal eingesprungen und fuhr ein paar Touren", erzählt Norbert Pöhls. "Es gibt eigentlich keine Abteilung, in der ich nicht gearbeitet habe", erzählt der Alleskönner. Am liebsten aber arbeitete er als Fahrer. "Herbert Schüthe hatte einen schicken Mercedes Sportwagen, ansonsten fuhr ich alle möglichen Dienstautos, stets gute und neue", schwärmt Norbert Pöhls. Sein prominentester Passagier war der russische Starclown Oleg Popow, der 1988 zur 150-Jahr-Feier des Stormarner Tageblatts einen Auftritt im Zirkus Krone auf dem Exer hatte.

Insgesamt hat der routinierte Fahrer wohl schon drei bis vier Mal die Erde umrundet und das ohne einen einzigen Strafpunkt in Flensburg. Spannend wurde es im Katastrophenwinter 1978/79, als der Schnee stellenweise meterhoch am Straßenrand lag und kaum ein Auto durch die Schneewehen kam. "Kein einziger Fahrer wollte damals raus. Und so bin ich mit einem Kumpel bis nach Sühlen hinter einem Panzer hergefahren. Der Schnee türmte sich an den Straßenrändern meterhoch, das war schon beängstigend. Aber das Tageblatt konnte trotz allem zugestellt werden", erzählt Pöhls, den eigentlich fast nichts schreckt.

Jede Nacht ist Norbert Pöhls auf Achse, um notfalls fehlende Zeitungen an die Austräger zu liefern oder bei einem Zustellerausfall rasch Ersatzleute zu organisieren. Außerdem springt er für erkrankte Zusteller ein. "Mein Telefon klingelt Tag und Nacht, eigentlich bin ich immer auf den Beinen und erreichbar", sagt Pöhls, der nicht nur alle seine Austräger persönlich kennt, sondern auch jede Straße, jeden Weg und jedes Haus im Kreis Stormarn. "Deshalb werde ich auch von vielen Herr Stormarner genannt", lacht der stets gut gelaunte gebürtige Hamburger. Ein paar Autos habe er zwar schon zerlegt, allerdings stets schuldlos. Man müsse schon der Typ für so einen anstrengenden Job sein. Sein Geheimrezept: zwölf Tassen Kaffee am Tag und wenig Schlaf. Trotz allem mache ihm die Arbeit immer noch viel Spaß. "Ich bin glücklich und zufrieden", sagt Norbert Pöhls. Erholung findet der rastlose Oldesloer in seiner zweiten Heimat am Lago Maggiore, wo er schon seit vielen Jahren seinen Wohnwagen stehen hat. Ansonsten hortet der passionierte Sammler alles, was mit seiner Heimatstadt Bad Oldesloe zu tun hat.

Die IHK Lübeck ehrte Norbert Pöhls jetzt mit einer Ehrenurkunde für 40 Jahre bei der Firma Zustellgesellschaft Schleswig Holstein. "Ich hoffe sehr, es werden noch ein paar Jahre mehr", sagte Hil trut Wichmann, die sich mit einem Blumenstrauß und einem Präsentkorb bedankte. "Norbert Pöhls ist unser Urgestein und wir verdanken ihm unheimlich viel", so die Regionalleiterin der ZG.

Ohne Norbert Pöhls ist das Stormarner Tageblatt eigentlich nicht vorstellbar und man kann nur hoffen, dass er noch lange mit seinen Ratschlägen, seiner großen Hilfsbereitschaft und der stets guten Laune im Team mit an Bord ist.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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