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Stormarn hat gewählt : Noch steht die Sechs nicht

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Neben den CDU-Direktkandidaten sowie Martin Habersaat und Anita Klahn könnte noch Tobias von Pein nachrücken.

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erstellt am 09.Mai.2017 | 06:00 Uhr

Mit den drei CDU-Kandidaten, die ihre Stormarner Wahlkreise direkt gewannen, Martin Habersaat von der SPD und Anita Klahn von der FDP ist Stormarn mit fünf Abgeordneten im neuen Landtag vertreten. Es könnten noch sechs werden: Tobias von Pein ist mit Platz 15 auf der Landesliste der erste SPD-Nachrücker.

In Stormarn-Nord und -Mitte war der CDU-Erfolg durchaus erwartet worden, im Südkreis war der klare Sieg von Neuling Lukas Kilian gegen Habersaat eine Überraschung. 2012 hatte der SPD-Politiker 919 Stimmen vorne gelegen. Dieses Mal hatte Habersaat 262 Wähler weniger, Kilian gewann 3035 Stimmen hinzu. Vor fünf Jahren hatte Habersaat 2,7 Prozentpunkte vorne gelegen, jetzt liegt er 6,4 Prozentpunkte hinter Kilian. Selbst in Glinde, wo die SPD bei den Zweitstimmen besser als die CDU war, reichte nicht es für Habersaat.

Das Glinder Ergebnis zeigt einen Trend: Die Menschen haben deutlich zwischen Erst- und Zweitstimme unterschieden und gesplittet. Kilian erhielt 15  450 Stimmen 3406 mehr als die CDU. Auch Habersaat hatte – trotz Glinde – 1906 mehr Wähler als die SPD.

In Stormarn-Nord machten bei Claus Christian Claussen 17  608 Wähler ihr Kreuz, 2890 mehr als bei der CDU. Auch die unterlegene Susanne Danhier erhielt 1559 Stimmen mehr als die SPD. In Stormarn Mitte lagen Tobias Koch 3278 und Tobias von Pein 1775 Stimmen besser als ihre Parteien. Ammersbek ist die einzige Kommune, in der von Pein vorne lag. Ganz knapp war es in Ahrensburg: Nur 23 Stimmen trennen die Kandidaten. „Das verbuche ich als Achtungserfolg“, sagt von Pein, „als ein Ergebnis guter Wahlkreisarbeit.“

Die Wahlbeteiligung war in Stormarn mit 65,7 Prozent 4,7 Punkte höher als 2012, aber weit entfernt von 2009, als 76,8 Prozent an die Urne gingen. Die Zahl der Wähler war vor damals mit 134  224 aber gar nicht mal so viel höher: Die Zahl der wahlberechtigten Stormarner ist seit 2009 um fast 21  000 Menschen auf 195  634 gestiegen ist.

Daraus erklärt sich auch, dass die CDU gegenüber der vorherigen Wahl zwar 4743 Stimmen hinzugewonnen hat, mit 31,9 Prozent aber den exakt selben Wert erzielt. Auch bei der SPD haben 2042 Menschen mehr ihr Kreuz gemacht, prozentual ging es aber bergab: Von 30,1 auf 28,2 Prozent. Die FDP konnte 6119 Menschen mehr als 2012 überzeugen und verbesserte sich um 3,7 auf 13,1 Prozent. Die Grünen büßten 395 Wähler ein und fielen um zwei auf 12,7 Prozent. Die Piraten verloren das Gros ihrer Wähler und stürzten von 7,8 auf 1,0 Prozent ab. Die Linken verbesserten sich von 2,0 auf 3,4 Prozent, der SSW verlor einen halben Punkt und landete bei 1,4 Prozent.

Auffällig ist die Kontinuität der AfD. Die neue Partei holte nicht nur aus dem Stand 6,4 Prozent, die 8211 Stimmen sind auch sehr gleichmäßig verteilt. Fast überall landete die AfD zwischen fünf und zehn Prozent. Nur in Heidekamp (2,2) und Hammoor (3,4) waren es unter fünf Prozent, etwas mehr als zehn nur in Pölitz, Rausdorf und Wesenberg.

Die Freidemokraten waren nicht nur im Südkreis von Großhansdorf bis Reinbek/Wentorf stark, sondern auch in Bad Oldesloe- und Bargteheide-Land, wo es in Jersbek mit 17,3 Prozent das beste Ergebnis gab. Die Grünen waren in Westerau (17,7) und Tremsbüttel (16,2) am stärksten. In Braak kamen sie dagegen nur auf 5,7 Prozent. Die Linken schafften nur in Tremsbüttel die Fünf-Prozent-Hürde. Über vier kamen sie in Bad Oldesloe, Lasbek, Köthel und Rausdorf, in Mönkhagen aber nur auf 1,0.

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