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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 03:43 Uhr

Niederdeutsch im Aufwind

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Plattdeutsche Tage in Stormarn bieten wieder ein buntes Programm: Sprache immer beliebter

„Früher lautete unser Motto ,Platt mutt leeven’, heute können wir sagen, ,Platt leevt’“, sagt Helmuth Peets vom Heimatbund. Das ist nicht zuletzt auf die Aktivitäten des Heimatbundes zurückzuführen. Zum 15. Mal veranstaltet er jetzt die Plattdeutschen Tage in Stormarn. Der Auftakt für insgesamt 13 Termine ist wieder in Bargteheide. Der Aufschwung der eigenständigen Sprache ist unübersehbar. „Platt wurde oft schon totgesagt“, sagt Volker Holm vom Zentrum für Niederdeutsch, „doch inzwischen wird viel für die Erhaltung getan.“ Die Sprache sei heute ganz oben in der Beliebtheitsliste, Sächsisch hingegen ganz unten. Viele Menschen verstünden es besser, als sie selbst einschätzten. Holm schätzt, dass gut die Hälfte der Menschen es zumindest verstehen können.

Los geht es am Freitag, 2. Oktober mit „De Alldag kann mi mol“, einem bunten Eröffnungsabend mit Musik und Geschichten im Stadthaus. Beginn ist um 19.30 Uhr, der Eintritt kostet 10 Euro. Am Nachmittag des 3. Oktober geht es in Glinde ab 16 Uhr mit einem vergnüglichen Nachmittag in der Kupfermühle weiter. Der Eintritt kostet 5 Euro. Autor und Liedermacher Volker Ipsen kommt am 5. Oktober ins Elmenhorster Gemeindezentrum. Ab 19.30 Uhr unterhält er dort mit seinem Programm „Heimat un Wöör“, Eintritt 8 Euro.

Gerd Spiekermann vertellt „Tööv mol even“ am Mittwoch, 7. Oktober, im Todendorfer Mehrzweckhaus, Eintritt 10 Euro. Die Bargteheider VHS lädt am 8. Oktober zu einem Vortrag über Leonardo da Vinci ein. Dr. Hans Thomas Carstensen spricht ab 19.30 Uhr über „Dat Geheimnis vun de Höhl“, Eintritt 8 Euro. Matthias Stührwoldt kommt am 9. Oktober in den Ahrensburger Marstall. Um 19.30 Uhr beginnt sein Programm „Gassi gahn“, Eintritt: 10 Euro.

In der Alten Schule Reinfeld heißt es „Labskaus un Champagner“. Der plattdeutsche Abend mit Karl Heinz Langer und Rainer Schwarz beginnt um 19.30 Uhr und der Eintritt kostet 10 Euro. „Plattdüütsch in de Kark“ spricht Pastor im Ruhestand Cord Denker am Sonntag, 11. Oktober, ab 10 Uhr in der Zarpener Kirche. Niederdeutsche Klassiker wie Klaus Groth oder Fritz Reuter präsentiert Volker Holm am Montag, 12. Oktober, im Bürgerhaus Bad Oldesloe. Beginn ist um 19.30. Eintritt: 8 Euro.

Im Barsbütteler Bürgerhaus präsentiert Bolko Bullerdiek am 13. Oktober „Fundsoken“, Eintritt 8 Euro. „Harvsttied“ ist das Motto für die Plattdüütsch Runn Groothansdörp am Donnerstag, 15. Oktober, ab 19.30 Uhr. Sie führt ab 19.30 Uhr einen bunten Blumenstrauß in der Gemeindebücherei im Schulzentrum auf. „Hett jo noch mol gutgohn“ nennt unterdessen Jan Graf sein Programm am 16. Oktober in der Trittauer Wassermühle. Beginn ist um 19.30 Uhr, Eintritt: 10 Euro.

Dazu kommt ein Einblick in die schulische Bildungsarbeit für Lehrer. An der Gertrud-Lege-Grundschule in Reinbek können sie am Mittwoch, 14. Oktober, ganztägig Einblicke ins Unterrichtskonzept gewinnen. Anmeldungen nimmt die Kreisbeauftragte für Niederdeutsch, Hanna Lucht, entgegen (Telefon 04531/710 82 12). Hier und an der Grundschule in Zarpen wird Niederdeutsch sogar als Unterrichtsfach unterrichtet.

„Wir haben dafür ein Buch mit Symbolen entwickelt“, erklärt Volker Holm. Plattdeutsch ist neben Friesisch und Dänisch inzwischen Teil der Lehrerausbildung im Land. Jeder Lehrer muss inzwischen einen solchen Schein während seines Studiums absolvieren. Plattdeutsch mit Anspruch präsentiert der Heimatverein in seiner Reihe. „Wir möchten keinen Klamauk zum Schenkelklopfen aufführen“, sagt Helmuth Peets.



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