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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 05:35 Uhr

Ahrensburg : Nichtwähler sind eine Macht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die beiden verbliebenen Bürgermeisterkandidaten in Ahrensburg hoffen auf Stimmen der Grünen und der Nichtwähler.

von
erstellt am 29.Sep.2015 | 06:00 Uhr

Rein rechnerisch dürfte der Ausgang der Stichwahl klar sein. Vor sechs Jahren lag Michael Sarach hinter dem CDU-Kandidaten, gewann die Stichwahl aber klar. Dieses Mal holte er als Amtsinhaber schon im ersten Durchgang mehr als Christian Conring. Also alles klar für den 11. Oktober?

„Klar ist das erst, wenn ausgezählt ist“, stapelt Sarach tief, „damals waren es vier Kandidaten, und es ging um mehr Stimmen.“ Stimmt: Statt fast 35 Prozent sind es dieses Mal nur 16 Prozent. So viele Stimmen hatte Jörg Hansen von den Grünen bekommen. Eine Empfehlung wie 2009, als die Partei nach dem ersten Wahlgang dazu aufforderte, Jörn Schade zu wählen, wollen die Grünen bei dieser Wahl nicht geben. „Darauf haben wir uns noch am Wahlabend verständigt“, sagt Hansen, „als wir das für Jörn Schade gemacht haben, hatten wir ja keinen eigenen Kandidaten aufgestellt.“

„Herr Hansen hat immer wieder betont, dass ein Wechsel im Rathaus nötig ist“, sagt Michael Conring, der natürlich auf die Stimmen derer hofft, die ihr Kreuz bei Hansen gemacht hatten. Die Wählergemeinschaft (WAB) hatte sich schon vor dem ersten Wahlgang für Conring ausgesprochen, dem man vor allem eine größere Wirtschaftskompetenz zutraut. Das Ergebnis des ersten Wahlgangs zeige, dass sich „die Mehrheit in Ahrensburg für einen Wechsel ausgesprochen hat“, setzt Conring auf eine Wechselstimmung: „Dann muss man den Sack jetzt auch zumachen.“

„Inhaltlich lagen Herr Hansen und ich ja in vielen Fragen dicht beieinander“, hofft allerdings auch Sarach, „dass es mir gelingt, die Grünen-Wähler zu überzeugen.“ Das größere Potenzial bieten allerdings die Nicht-Wähler. 60 Prozent der über 16-jährigen Ahrensburger verzichteten auf den Gang ins Wahllokal. „Sehr bedauerlich“ und „erschreckend“ kommentieren Conring und Sarach, „auch wenn es in anderen Städten noch schlimmer war.“

Eine Idee, wie man die Wahlverweigerer in den verbleibenden Tagen motivieren kann, hat aber keiner der beiden. „Wir werden weiterhin möglichst viele Bürgergespräche führen und auch in den Medien aktiv werden“, sagt Conring. Gestern Abend wollten Vorstand und Fraktion der Christdemokraten das Ergebnis analysieren und das weitere Vorgehen beraten.

„Das wird schwierig, die Menschen noch zu motivieren“, glaubt Michael Sarach, der an seiner Motivation keinen Zweifel lässt. „Wenn ich wollte, könnte ich am 1. Mai in Pension gehen. In bin aber für die volle Wahlperiode angetreten. Wir haben jetzt die strategischen Instrumente, um die Stadt zu gestalten und voranzubringen. In meiner zweiten Amtszeit möchte ich aufbauen, was ich begonnen habe.“

 

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