Trittau : Nichts bleibt, wie es ist

Tischtennisbälle oder Seifenblasen – die Materialien sind schlicht, durch ihre Verwendung erhalten sie Bedeutung.
Tischtennisbälle oder Seifenblasen – die Materialien sind schlicht, durch ihre Verwendung erhalten sie Bedeutung.

Ausstellung „Loose Ends“ von Ina Arzensek in der Trittauer Wassermühle

shz.de von
29. Mai 2015, 14:02 Uhr

Genau 120 Tischtennisbälle liegen aneinandergereiht auf dem Fußboden, drei der Bälle tanzen etwas aus der Reihe, vielleicht durch einen Windhauch oder einen vorübergehenden Betrachter. „Das ist ein Teil des Objektes, es verändert sich“, erklärt die Hamburger Künstlerin Ina Arzensek. Entsprechend ist auch der Titel der Ausstellung gewählt, die in der Trittauer Wassermühle zu sehen ist: „Loose Ends“, im übertragenen Sinne „niemals fertig“ oder „unvollendet“. Der Besucher sieht das Objekt in einer bestimmten Form kann im Laufe der Zeit Veränderungen – oder auch den Bestand – beobachten.

15 Kunstobjekte werden gezeigt, keine der Arbeiten hat einen Namen. Ob ein einfaches Papierstück auf dem Fußboden, in dem langsam das Wasser verdunstet, ein Feld von Seifenblasen, die sich nach und nach auflösen oder feuchte Blätter aus Japanpapier, die sich – wenn der Trocknungsprozess einsetzt - von den Fensterscheiben lösen und zur Erde fallen: Die Annahme, dass ein Objekt jemals eine fertige Form einnehmen könnte, wird fraglich“, heißt es im Ausstellungskatalog. Unscheinbare Dinge sind es, mit denen Ina Arzensek arbeitet. Ein abgeknicktes Holzstöckchen, Wasserflaschen oder einfach nur zwei Metallstifte, die magnetisch aneinanderhängen.

Die Jury der Kulturstiftung Stormarn hatte sich für die Werke der Hamburgerin entschieden, die vom 30. Mai bis 5. Juli zu sehen ist (sonnabends und sonntags, 11 bis 18 Uhr). Ina Arzensek studierte von 2005 bis 2012 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Die Werke der 32-Jährigen, die übrigens als Tagesmutter arbeitet, wurden bereits in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.

 

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