Bad Oldesloe : Nicht von Pappe!

Sie kamen mit ihrer Brücke „The Golden Swan“ auf den zweiten Platz (v.l.): Finn, Matti und Ruben aus dem 7. Jahrgang.
1 von 2
Sie kamen mit ihrer Brücke „The Golden Swan“ auf den zweiten Platz (v.l.): Finn, Matti und Ruben aus dem 7. Jahrgang.

Das Siegermodell eines Brückenbauwettbewerbs heißt „Polybridge“ und vertritt jetzt die Oldesloer Ida-Ehre-Schule beim Landeswettbewerb in Kiel.

Avatar_shz von
01. Februar 2018, 06:00 Uhr

Brückenbauer sind heiß begehrt in diesen turbulenten Zeiten, nicht nur in der Politik, sondern auch im Verkehrswesen. Der Brückenbau ist die Königsdisziplin der Ingenieurbaukunst und junge Nachwuchstalente werden von der Wirtschaft händeringend gesucht. Da lag es nahe, dass sich Schüler der Ida-Ehre-Schule im Wahlpflichtfach „Angewandte Naturwissenschaften“ nicht nur eingehend mit dem Thema Brückenbau beschäftigten, sondern ihre Konstruktionen jetzt auch bei dem landes- und bundesweiten Wettbewerb „Brücken verbinden“ einreichen werden. Der Landesbauwettbewerb, der von der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein ausgelobt wird, hat es allerdings in sich.

Die Aufgabe für die Siebt- bis Neuntklässler war es, den Modellbau einer Fuß- und Radwegebrücke zu planen und dann mit Hilfe von Papier umzusetzen. Die Brücke sollte einen Freiraum von 60 Zentimetern überspannen. Dabei waren zwischen den gleichhohen Auflagerpunkten der Brücke keine Stützen zum Boden erlaubt. Als Baumaterialien waren neben Papier auch Folie, Klebstoff, Schnur sowie Stecknadeln zugelassen. Bei der Gestaltung des Tragwerks und der Lauffläche mussten die Schüler zudem darauf achten, dass die Brückenkonstruktion nicht nur frei stehen, sondern auch eine Last von mindestens 1 Kilo tragen kann.

Die Schüler machten sich bereits im November voller Begeisterung an die Arbeit und bastelten in kleinen Gruppen ihre Kunstwerke, die gestern im Foyer der Ida-Ehre-Schule ausgestellt wurden. Die Nachwuchsarchitekten stimmten dann ab, welcher der 19 Entwürfe am besten gelungen ist und die Schule beim Landeswettbewerb in Kiel vertreten soll.

Die Abstimmung über das Siegerwerk erbrachte ein ziemlich eindeutiges Ergebnis: Mit großem Vorsprung kam die „Polybridge“ von Melvin Griese (15), Tjorben Tollschnibbe (14) und Leon Brüggemann (15) aus der Klasse 9c auf den 1. Platz (siehe Foto Seite 1). Das Siegermodell wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar, begeistert aber durch eine besondere Bauweise der Fahrbahn. „Wir haben lange herum probiert und dann eine Dreieck-Waben-Struktur aus Papier gebastelt“, erzählt Melvin, der mit dem Gedanken spielt, später vielleicht einmal Architekt oder Ingenieur zu werden. Dadurch ist die Brücke sehr belastbar. Bindfäden dienen als Seitenbegrenzung, damit die Fahrradfahrer nicht „abstürzen“. Die Idee für den Namen „Polybridge“ stammt aus einem PC-Spiel. Die Neuntklässler freuen sich, dass sie ihre Schule beim Landeswettbewerb vertreten dürfen.

Optisch viel auffälliger und auch recht aufwendig gestaltet ist die Brücke „The Golden Swan“ der Zweitplatzierten Finn(13), Matti Baghai (12) und Ruben (12) aus dem 7. Jahrgang. „Unsere Brücke ist super stabil und das Wichtigste war neben Röhren aus eng gerolltem Papier ziemlich viel Leim“, erklärt Matti, der die 80 Zentimeter lange Prachtbrücke zusammen mit seinen beiden Freunden am Schluss noch mit Goldfarbe verschönert hat. Als „Geländer“ dienten lange Streifen aus Alufolie. Ingenieur oder Architekt möchte aber keiner der drei Schüler werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen