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Stormarner Wochenschau : Nicht nur Milch macht munter

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Was haben Tastentelefone, Freiwillige und eine Kuh gemeinsam? Eigentlich nichts, außer der Tatsache, dass darüber in der wöchentlichen Kolumne berichtet wird.

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erstellt am 10.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Rantasten

Das wird ja ein teurer Spaß. Mit 1500 Euro hat die Sparkasse Holstein die Anschaffung neuer Medienkoffer für die Brandschutzerzieher der Feuerwehren ermöglicht. Zu den Unterrichtsmaterialien wie Mal-, Bilder- und Hörbücher oder Quiz gehören vor allem die Notruf-Demo-Anlagen mit zwei Telefonen. Schließlich sollen die Kinder das selbstständige Absetzen eines Notrufs üben. In den alten Medienkisten lagen noch Telefone mit Wählscheibe. Die werden schon seit längerem nur noch von Karikaturisten benutzt – für Scherze über die iPhone-Jugend. Nun gibt’s also was Neues für die Feuerwehren. „Die gute alte Wählscheibe war gestern. Die Kinder in Stormarn üben den Feuerwehr-Notruf ab sofort mit modernen Tasten-Telefonen“, heißt es in der Pressemitteilung zum Sprung in die Moderne. Wir hören schon den nächsten Karikaturisten: „Da musste man früher draufdrücken, wenn man eine andere Person anrufen wollte.“ Was Siri wohl dazu sagen würde?

Woher nehmen?

So ein Nachbarschaftstreff ist schon eine feine Sache: Der Leerstand am Schanzenbarg konnte beseitigt werden, es gibt regelmäßige Angebote, die „Schanze“ ist Anlaufstelle und Keimzelle eines Stadtteils – so schafft man attraktive Quartiere. Der Andrang zur gestrigen Eröffnung war groß. „Ich glaube, ich muss die Veranstaltung aus baupolizeilicher Sicht gleich beenden“, scherzte Bürgermeister Tassilo von Bary als immer mehr Menschen in den ehemaligen Supermarkt drängten. Anderthalb Jahre wurde geackert, um aus dem kalten Loch eine helle, freundliche Bleibe zu machen. „Wir können endlich wieder Kaffee trinken, ohne dass es zwischen den Zähnen knirscht“, freute sich Projektleiterin Maria Herrmann.

Geld gab es nur für die Projektleitung, der Umbau selber musste auf neuen Wegen finanziert werden. Das ist gelungen: Stiftungen, Firmen und Privatleute gaben Geld, Material oder Arbeitszeit, Freiwillige ihre Arbeitskraft.

„Vielleicht ist das ja auch mal was für Greifswald oder Wilhelmshaven“, sagte Kirsten Wagner, Geschäftsführerin der Nordmetall-Stiftung. Das war als Lob gemeint, aber mal ehrlich: Da kann einem doch Angst und Bange werden? Es ist unbestritten sinnvoll, die zukünftigen Nutzer auch in die Pflicht zu nehmen. Das schafft Verantwortlichkeit. Aber wo führt es hin, wenn jemand für Projekte, die für gut und richtig erachtet werden, erst bittend und bettelnd von Pontius zu Pilatus laufen muss?

Lila Lüge

Acht Kilogramm am Tag. Mehr Milch muss eine Kuh gar nicht produzieren. Die Menge reicht aus, um ein Kalb zu ernähren. Tatsächlich schafft die moderne Hochleistungskuh das Fünffache, manche noch mehr. 1990 lag die durchschnittliche Leistung bei 4700 Litern, mittlerweile über 7000. Natürlich ruft das auch Kritiker auf den Plan, weil solche Leistungen nur mit „Kraftfutter“ zu erreichen sind, die Kuh irgendwann aber gar nicht mehr so viel fressen kann, wie gemolken wird. Dass alle Hochleistungskühe krank werden und nur fünf Jahre leben, kann aber auch nicht stimmen. Die Stormarner Holsteinerzüchter zeichneten jetzt elf Kühe aus, die 100 000 Liter gegeben haben. Schwarz- und Rotbunt waren die Kühe übrigens, aber nicht lila.
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