Bad Oldesloe : Neustart in der „Mühle“

„Hier ist echt noch eine Menge zu tun“:  Neubesitzer Alessio Zagari in der Oldesloer Kneipe „Zur Mühle“, die aktuell komplett saniert und umgestaltet wird.
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„Hier ist echt noch eine Menge zu tun“: Neubesitzer Alessio Zagari in der Oldesloer Kneipe „Zur Mühle“, die aktuell komplett saniert und umgestaltet wird.

Laurent-Pächter Alessio Zagari kauft Kult-Kneipe in der Fußgängerzone. Aufwendige Sanierungsmaßnahmen notwendig, bevor mit neuem Konzept eröffnet wird.

shz.de von
04. August 2018, 18:00 Uhr

Gastronom Alessio Zagari bewegt sich in feinen italienischen Anzugsschuhen durch den Bauschutt in seiner neuen Immobilie. „Hier ist echt noch eine Menge zu tun“, sagt er, während er sich in der Gaststätte „Zur Mühle“ umschaut. Fleißige Bauarbeiter sind dabei, in der Sommerhitze Wände einzuziehen, Fußböden rauszureißen, Leitungen neu zu verlegen. „Der Zustand des Gebäudes war wirklich nicht gut. Das machen wir alles neu“, sagt Zagari, der mit seinem Geschäftspartner seit einigen Jahren das „Laurent“ in Bad Oldesloe betreibt. In seinem Restaurant hätten ihn Kunden auf die Mühle und ihre Wichtigkeit für die Kreisstadt hingewiesen. „Mit Tränen in den Augen hat man mich mehrfach gebeten, doch hier möglichst einzusteigen, bevor das Gebäude durch andere mögliche Investoren abgerissen wird“, so Zagari.

Er nahm Kontakt zu den nun ehemaligen Besitzern, Ute und Harry Struppek, auf. Die Oldesloer Fußballlegende und seine Frau hatten die Kneipe seit 1969 geführt. Vor allem bei Sportlern und Parteien war das Lokal beliebt. 2014 waren die Struppeks altersbedingt ausgeschieden und hatten die Kneipe an den Schauspieler Sven W. Pehla verpachtet. Vor exakt einem Jahr beendete Pehla diese Episode in seinem Leben. Er merkte, dass er die Mehrfachbelastung Schauspielerei, Regie und Kneipenwirt nicht bewältigen konnte. Er beschloss, sich voll auf das Theater und die Schauspielerei zu konzentrieren.

Einen Nachfolger fanden die Struppeks nicht.„Es gab Interessenten, aber die wollten wohl nur kaufen und abreißen. Das wollten aber die Struppeks nicht. Denen liegt die Mühle ja am Herzen. Ich freue mich, dass sie mir vertrauen. Wir wollen die Kneipe wiedereröffnen“, so Zagari. Mit dieser Zusage gelang der Kauf. „Drei oder vier Monate dauert es noch“, schätzt Zagari. Zum Beispiel muss die alte Küche komplett erneuert werden, auch die Wohnung im Obergeschoss wird umgestaltet. Die Grundidee der Mühle und auch der Name solle sich derweil nicht ändern. „Es soll gemütlich sein. Kneipen und Bars gibt es in Bad Oldesloe viel zu wenig“, führt Zagari weiter aus. Eine Mischung aus klassischer Kneipe und moderner Bar schwebe ihm vor. Vom alten Ambiente müssen sich die Stammgäste daher ein wenig verabschieden.

„Es soll gemütlich werden, einladend und nicht kalt, aber modern“, erzählt er. Vor allem müsse auch in Sachen Brandschutz und Hygiene viel geändert werden. Das alte Mobiliar ist herausgerissen worden. Auch die historischen Gemälde an der Wand werden entfernt. „Zu der neuen Gestaltung werden sie nicht passen. Wir haben die Idee entwickelt, dass wir sie für einen guten Zweck versteigern können. Das werden wir demnächst tun“, so der erfahrene Gastronom weiter.

„Bier, Wein, Cocktails und kleine Snacks sowie Tapas – das kann ich mir sehr gut vorstellen“, berichtet er über das gastronomische Konzept. Dann müsse man schauen, was die Besucher sich wünschen und könne die Angebote anpassen. „Warum nicht zum Beispiel auch Burger? Da werden wir sehen, was die Oldesloer wollen“, sagt er. Er könne sich nach ersten Gesprächen mit Musikern aus der Stadt auch vorstellen, regelmäßig kleine Konzerte zu ermöglichen. „Ein Ort zum Entspannen, Chillen, wo es auch einfach mal Livemusik gibt. Da gibt es schon mehrere Interessenten. Bad Oldesloe kann ruhig mehr Orte zum Ausgehen gebrauchen“, sagte er. Ein gestärktes Nach-Feierabend und Nachtleben käme allen Gastronomie- und Kulturanbietern in der Innenstadt zugute.

Die Mühle wird neben dem Laurent das dritte Restaurant, in das das Laurenteam involviert ist. Kürzlich eröffnete ein Geschäftspartner von Zagali das persische Restaurant „Teheran“ am Oho-Kino. „Mehr Lokale, mehr Angebote bringen definitiv mehr Leben in die Stadt“, betont Zagari.  

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