Stormarn : Neues zu Müllgebühren und der Wertstofftonne

Viele Tonnen: Was kommt in welchen Behälter und wieviel müssen Bürger im kommenden Jahr dafür bezahlen? Gebühren steigen.
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Viele Tonnen: Was kommt in welchen Behälter und wieviel müssen Bürger im kommenden Jahr dafür bezahlen? Gebühren steigen.

Die stärksten Erhöhungen gibt es im kommenden Jahr bei Grundentgelt je Grundstück

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26. Dezember 2017, 13:00 Uhr

Die Abfallgebühren steigen im kommenden Jahr an – aber so minimal, dass die meisten es nicht mal bemerken werden. Die stärksten Erhöhungen gibt es bei Grundentgelt je Grundstück – von 8,40 auf neun Euro im Jahr (7,1 Prozent) – und bei Personen, für die 6,24 statt sechs Euro fällig sind (vier Prozent).

Die grauen Tonnen werden um 1,1 Prozent teurer. Das sind bei der 60-Liter-Tonne (14-tägliche Abholung) 36 Cent im Jahr. Bei den Groß-Behältern gehen die Preise um 1,6 Prozent nach oben. Die Menge des Bioabfalls ist weiter gestiegen, der Preis für die 80 Liter-Tonne bleibt aber bei 38 Cent im Monat, 54 Cent sind es für 120 Liter. Cent.

Für Papier zahlt die AWSH (Abfallwirtschaft Südholstein) weiterhin einen kleinen Bonus, bei der 120er Tonne mit 16 sogar einen Cent mehr als bisher. Für 240 Liter werden monatlich 31 Cent gutgeschrieben.

Dabei sind die Ausgaben der AWSH durch Tariferhöhungen, Logistik kosten, Neueinstellungen auf Recyclinghöfen und die vertragliche Preisanpassung für die Müllverbrennung in der MVA Stapelfeld um rund 740 000 Euro 15,15 Millionen Euro gestiegen sind. Aber die AWSH hat noch rund 2,14 Millionen aus den Engelten der vergangenen Jahre auf der hohen Kante. 690 000 Euro werden aus der Rücklage genommen, um die Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen zu schließen. Das war auch im vergangenen Jahr so praktiziert worden, da da es erklärtes Ziel ist, die Preise relativ stabil zu halten.

Laut Gesetz müssen Gebührenrücklagen innerhalb von drei Jahren nach Bekanntwerden zurückerstattet werden. Auch bei weiter steigenden Kosten dürfte die Müllabfuhr in den nächsten beiden Jahren also nicht viel teurer werden. Zumindest gilt das, so lange keine weiteren Ausgabepositionen dazu kommen.

Das könnte bei der Einführung der Wertstofftonne der Fall sein. Mit dem gelben Sack hatte der Gesetzgeber die Verwertung von Verpackungsmüll an das Duale System Deutschland (DSD) gegeben. Was dort hinein darf, hängt allerdings nicht vom Material ab, sondern von der Frage, ob es Verpackung oder etwas anderes war.

Die Verwirrung hatte der Gesetzgeber eigentlich auflösen wollen, aber die Politik konnte sich nicht einigen. Schließlich machte man aus der Verpackungsverordnung ein Gesetz, um die getrennte Stoffsammlung über eine gesetzlich erhöhte Verwertungsquote zu erreichen. Städten und Kreisen, die eigentlich die frühere Zuständigkeit für Abfall zurück haben wollten, wurden mit einer scheinbaren Wahlmöglichkeit abgespeist: Sie sollten entscheiden dürfen, ob es bei den Gelben Säcken bleibt oder ob es eine Wertstofftonne für „stoffgleiche Nichtverpackungen“ geben soll.

In die dürften dann auch Plastikeimer und -bälle, Barbie-Puppen, Bauklötze oder Bratpfannen, also all das, was dank „intelligenter Fehlwürde“ heute schon in Gelben Säcken landet und meistens aussortiert und verbrannt wird.

Die Wertstofftonne würde nicht nur teurer als die Gelben Säcke, die von Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg getragene AWSH dürfte auch wenig bis nichts mitbestimmen. Für Wertstoffe sind die Kreise ja weiterhin nicht zuständig. Und bei der Abfallwirtschaft Südholstein weiß man auch nicht, mit wem man reden soll, da es allein für Stormarn elf Entsorger für die Gelben Säcke gibt.

Das neue Gesetz soll ab 1. Januar 2019 gelten. Bis dahin wurden den Unternehmen auch Zeit gegeben, sich auf einen Vertreter für Gespräche mit den kommunalen Entsorgern zu verständigen.

Für die dann vorgeschriebene getrennte Sammlung von „stoffgleichen Nichtverpackungen“ wäre auch über die Recyclinghöfe möglich, wenn es nicht beim gelben Sack bleiben soll. Die Kreispolitik steuert trotzdem auf die nächste Tonne zu. Auf Antrag der Grünen kam der Satz „Es wird angestrebt im Kreis Stormarn flächendeckend eine Wertstofftonne einzuführen“ in das Abfallwirtschaftskonzept.

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