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Bad Oldesloe : Neues Werk vom „Stormarn-Maler“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Walther Kunau gehört zu den bekanntesten Malern Norddeutschlands und hat jetzt ein weiteres Buch veröffentlicht.

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2017 | 06:00 Uhr

Walther Kunau – sein Name ist Programm. Seit mehr als 70 Jahren ist der Oldesloer künstlerisch tätig und gehört zu den bekanntesten Kunstmalern im Norden. In seinem Wohn- und Atelierhaus in Sehmsdorf entstanden die meisten seiner Werke, seien es Zeichnungen, Radierungen oder Pastell-, Öl- oder auch Aquarellmalerei. Sein Lebenswerk ist riesig, davon zeugen auch unzählige Ausstellungen. Viele seiner Werke hängen in Museen und Kunstsammlungen – von Amsterdam bis Tondern.

Ein großer Schwerpunkt seines Schaffens war die Grafik. Walther Kunau widmete sich jahrzehntelang der Radierung, die technisch recht anspruchsvoll ist. Irgendwann hatte der Künstler aber genug davon. „Seit 1985 habe ich keine Radierungen mehr gemacht. Das ist technisch sehr aufwendig und das ganze Haus roch nach den Chemikalien“, erzählt Walther Kunau, der sich deshalb in den letzten 30 Jahren nur noch der Öl- und Pastellmalerei widmete. Inzwischen sei er sehr empfindlich geworden. „Sogar bei Ölfarben achte ich penibel darauf, alles sehr sorgfältig und schnell zu säubern“, so der Künstler. „Seit 30 Jahren mache ich wieder, was ich ursprünglich gelernt habe, nämlich die Ölmalerei.“

Schon als Schüler hat er sich am liebsten in der Malklasse herumgetrieben, später studierte Walter Kunau dann Malerei in Hamburg an der Hochschule für bildende Künste, wo er sich auch der Keramik widmete. Von 1959 bis 1994 arbeitete Kunau als Kunstlehrer an der Theodor-Mommsen-Schule. „Wenn ich in der Stadt ehemalige Schüler treffe, werde ich fast immer gefragt, ob ich noch malen würde“, erzählt der pensionierte Studienrat. „Eigentlich habe ich immer gemalt, denn ich empfand es als Zeitverschwendung, wenn ich gelesen habe, anstatt zu malen“, gesteht Kunau. Doch inzwischen habe er leider nur noch sehr wenig Zeit für seine größte Leidenschaft.

Ein Grund dafür ist auch, dass Walther Kunau jetzt ein neues Buch veröffentlicht hat. „Das hat mich ein ganzes Jahr Arbeit gekostet. Die Bilder mussten ausgewählt und in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Auch wenn es fast nur Landschaftsbilder sind, so müssen sie doch zueinander passen“, erklärt der Künstler. In seinem neuen Buch mit dem schlichten Titel „Walther Kunau – Malerei“ sind 64 seiner Werke abgedruckt, unterteilt in mehrere Kapitel. Nach seinem vor vier Jahren erschienen Buch „Grafische Arbeiten“ ist es das nunmehr vierte Buch, eine Art Alterswerk, das auch ein bisschen Bilanz zieht und den Betrachter auf einen Exkurs quer durch ein umfangreiches Bilderwerk aus sechs Jahrzehnten Schaffensperiode führt. Den Text schrieb Bernd M. Kraske, langjähriger Leiter des Kulturzentrums Schloss Reinbek, inzwischen ausgewiesener Experte der Werke Kunaus, mit denen er sich intensiv beschäftigte. „Die Landschaft ist das Leitmotiv seiner Kunst, sie ist die Richtschnur, an der entlang er sein Leben als Künstler gestaltend verbracht hat. Kein Motiv war und ist ihm dabei zu gering und zu einfach um nicht Gegenstand seiner Kunst zu werden“, schreibt Kraske.

Das Buch gliedert sich in fünf Kapitel und Schwerpunkte, angefangen von Porträts und Stillleben aus den 1950er Jahren bis zu „Wildwuchs“ mit neuen Werken aus Feld und Flur. Hier widmet sich der Künstler Details in der Natur, wie Bäumen, Ästen und Buschwerk oder auch einem morastigen Tümpel. Das Kapitel „Am Meer“ zeigt Bilder von Reisen Kunaus nach Sylt und Korfu, die sich durch ein faszinierendes Spiel mit Licht und Farben auszeichnen.

Aber auch der „Stormarner Umgebung“ wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Die Bilder von Landschaften mit Knicks und Flüssen bestechen durch intensive Farben voller Grün- und Brauntöne. Im heimischen Atelier werden die vielen Eindrücke aus der Natur zu Kunstwerken umgewandelt. „Der Weg vom Abbild zum Bild ist dabei kein geringerer als derjenige von der Wirklichkeit zur Wahrheit der Dinge. Darum geht es in dieser Kunst“, schreibt Bernd M. Kraske.

Das Kapitel „Unterwegs“ entführt den Leser unter anderem in die Dolomiten und an die Rebhänge der Mosel, aber auch in rauhe nordische Fjordlandschaften. „Mein ganzer Keller steht voller Bilder, auch wenn ich schon sehr viele verkauft habe, es wird nicht weniger. Vielleicht kommen ja noch mehr dazu“, sagt der 84-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln, denn das Malen wird er so schnell nicht aufgeben.


>Das Buch „Walther Kunau – Malerei“ ist erhältlich in der Buchhandlung Willfang und beim Stormarner Künstler, Telefon (04531) 85048, und kostet 22 Euro.



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