Neues Team für Steinburger Jahrbuch

Das neue Herausgeber-Trio für das Steinburger Jahrbuch: Christian Boldt (li.), Kirsten Puymann und Sönke Loebert. Foto: mehmel
Das neue Herausgeber-Trio für das Steinburger Jahrbuch: Christian Boldt (li.), Kirsten Puymann und Sönke Loebert. Foto: mehmel

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19. Januar 2011, 11:31 Uhr

Kreis Steinburg | "Es ist einfach ein schützenswertes Projekt." So umschreibt der Borsflether Kulturwissenschaftler Christian Boldt seine Beweggründe, in die Fußstapfen von Volker Fischer und Dr. Alexander Ritter zu treten. Das Duo hatte sich nach 35 Jahren als Herausgeber des Steinburger Jahrbuchs verabschiedet - an ihre Stelle tritt nun ein Trio. Neben Christian Boldt übernehmen der Glückstädter Studienrat für Deutsch und Geschichte, Sönke Loebert, sowie die Leiterin des gemeinsamen Archivs von Kreis Steinburg und Stadt Itzehoe, Kirsten Puymann, die Erstellung der beliebten Jahresschrift des Steinburger Heimatverbandes.

Dessen Vorsitzender Dr. Burghard Rocke präsentierte das neue Herausgeber-Team jetzt gemeinsam mit seinem Stellvertreter Hans Carstens und dem Heimatverbands-Geschäftsführer Dieter Pape im Kreishaus. Rocke versprach: "Sie werden von uns die gleichen Freiheiten bekommen wie Ihre Vorgänger." Mit anderen Worten: Der Vorstand des Heimatverbandes vertraut seinen neuen Mitstreitern voll und ganz - auch bei dem jetzt aktuellen Thema.

Das nächste Jahrbuch befasst sich mit Flüchtlingen nach und aus Steinburg. "Ein sehr schönes Thema", findet Diplom-Bibliothekarin Puymann. Christian Boldt geht davon aus, dass dieses Thema sehr weit gefasst werden kann. Die Bandbreite reiche von Glaubensfragen über die Folgen politischer und militärischer Auseinandersetzungen bis hin zu Wirtschaftsflüchtlingen. "Und im 19. Jahrhundert haben auch viele Steinburger ihr Glück irgendwo anders in der Welt gesucht", sagt Boldt. Es habe in der Vergangenheit nicht nur Ein-, sondern auch viele Auswanderer gegeben. Sönke Loebert freut sich bei der Zusammenstellung des neuen Jahrbuchs auch "auf ein kontrovers angelegtes Geschichtsbewusstsein". Der Pädagoge kündigt in diesem Zusammenhang an, dass er das Jahrbuch verstärkt auch für Schüler öffnen und zugänglich machen will. Tatsächlich könnten sich hier ganz neue Leserschichten auftun. Auch Kirsten Puymann hat nämlich festgestellt, dass das Interesse von Schülern, sich mit Geschichte zu befassen, größer geworden ist. "Schüler brauchen erlebbare Geschichte", ergänzt Christian Boldt. Gerade die vergangenen Ereignisse vor der eigenen Haustür böten sich für junge Menschen an.

"Es ist schön, dass es neue Ideen gibt", freut sich Dieter Pape auf das neue Jahrbuch-Trio. Auch Kirsten Puymann ist zuversichtlich, dass sie mit ihren Partnern in eine erfolgreiche neue Jahrbuch-Ära startet: "Wir haben beschlossen: Die Zusammenarbeit steht unter einem guten Stern", sagt sie schmunzelnd. In einem ersten Schritt wurde zunächst einmal die Autorenliste aktualisiert und ergänzt. Äußerlich wird sich am Jahrbuch zunächst wohl nicht viel ändern. Maximal 336 Seiten sind gewissermaßen durch eine Gewichtsbeschränkung vorgegeben. Wiegt das Buch mehr als 500 Gramm, ist kein Versand mehr als preiswerte Büchersendung möglich. Bis 15. August sollen alle Beiträge zum Thema Flüchtlingswesen im Kreis Steinburg vorliegen. Dann beginnt die eigentliche Arbeit der drei Herausgeber. Pünktlich zum 1. Advent soll das Jahrbuch dann im Handel sein. Dieses Datum hat inzwischen schon Tradition, und daran wollen auch die Neuen nicht rütteln. Offen ist hingegen noch, ob es das Jahrbuch künftig auch in einer digitalisierten Variante geben wird. "Langfristig könnte man darüber schon einmal nachdenken", meint Christian Boldt. Zunächst aber ermuntert er vor allem auch junge Menschen, sich mit Beiträgen an dem Jahrbuch zu beteiligen. Vor allem für Studenten sei es eine gute Gelegenheit, zu einer Veröffentlichung in einer renommierten Publikation zu kommen. Und für alle, die sich für Geschichte in ihrer Region interessierten, sei das Jahrbuch ohnehin die erste Wahl. Boldt erinnert sich an seine Arbeit im Glückstädter Detlefsenmuseum: "Wenn ich etwas nachschlagen wollte, galt dem Jahrbuch stets mein erster Zugriff." Das soll für viele Heimatforscher und Leseratten auch künftig so sein. Boldt: "Wir gehen jedenfalls mit viel Idealismus ans Werk." Der ist auch gefragt: Wie bisher wird die Arbeitsleistung natürlich ehrenamtlich erbracht.

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