Bad Oldesloe : Neues Gewerbegebiet in der Kreisstadt

Im rot umrandeten Bereich zwischen dem Rögen und der Grabauer Straße soll das neue Gewerbegebiet entstehen.
Im rot umrandeten Bereich zwischen dem Rögen und der Grabauer Straße soll das neue Gewerbegebiet entstehen.

Areal hinterm Rögen könnte auch eine Chance für das Industriegleis sein.

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04. Februar 2020, 16:35 Uhr

Gewerbeflächen in Stormarn sind sehr gefragt. Das gilt auch für die Kreisstadt. Doch wie in dem privat vermarkteten Gewerbegebiet „Süd-Ost“ an der Teichkoppel die Ansiedlungen laufen, macht weder Bürgermeister Jörg Lembke noch die Lokalpolitik glücklich. Denn zwei große Logistikzentren beziehungsweise Lager waren das Letzte, was sich die Mehrheit der Lokalpolitik und die Verwaltung gewünscht hatten.

„Positiv ist daran nur, dass es zeigt, wie beliebt der Standort ist und welche Vorzüge er hat. Wenn sich große Unternehmen wie Amazon und Asklepios hier ansiedeln, kann das anderen Unternehmen signalisieren, dass hier die Infrastruktur gut passt.“ Jörg Lembke, Bürgermeister
 

Mit diesen nicht zufriedenstellenden Erfahrungen aus einer privaten Vermarktung freue man sich erstrecht darauf, beim nächsten Gewerbegebiet erneut mit der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) zu kooperieren. Denn die Stadt Bad Oldesloe hat bereits neue Flächen im Auge, deren Erschließung aus Sicht des Bürgermeisters zeitnah geschehen soll.

Noch Änderungen im B-Plan nötig

Es handelt sich hierbei um ein Gebiet zwischen dem bereits mit Gewerbe besiedelten Rögen und der Grabauer Straße. „Dort wollen wir ein neues städtisches Gewerbegebiet entstehen lassen. Vom Bebauungsplan her ist das schon so in Ordnung, nur eine Fläche ist noch als Fläche für eine Sportfläche ausgewiesen, das müsste geändert werden“, so Lembke.

„Es gibt viele Anfragen nach Gewerbeflächen für Ansiedlungen bei uns und dem wollen wir gerecht werden. Bad Oldesloe ist ein guter Standort“, so der Verwaltungschef. „Zunächst müssen die Flächen aber noch von der WAS erworben und dann vermarktet werden. Es geht also noch nicht sofort los“, so der Bürgermeister.

WAS handelt nicht gegen die Stadt

Detlev Hinselmann, Geschäftsführer der WAS, bestätigt diese Pläne, möchte aber nicht in Konkurrenz mit dem privat vermarkteten Gebiet treten.

„Solange dort noch freie Flächen sind, wäre es nicht unser Stil, dann Unternehmen in ein anderes Gebiet locken zu wollen.“ Detlev Hinselmann, Geschäftsführer der WAS
 

Es werde noch eine gewisse Weile dauern. „Ich freue mich, dass der Oldesloer Bürgermeister uns so lobt und gerne mit uns arbeitet und ich kann auch seine Haltungen gut nachvollziehen, aber ein wenig Zeit wird das alles sicherlich noch brauchen“, so Hinselmann.

Eindeutiges Zeichen

Für Unternehmen ist aber damit das Zeichen eindeutig gesetzt, dass wenn es jetzt zum Beispiel nicht im Gewerbegebiet „Süd-Ost“ klappt, dass es in näherer Zukunft auch andere freie Flächen in der Kreisstadt geben wird. „Ich werde das Vorgehen im privat vermarkteten Gebiet nicht wertend kommentieren“, so Hinselmann. Ein Vorteil für die Stadt bei Kooperationen mit der WAS – wie im angestrebten neuen Gebiet – sei natürlich immer, dass die WAS nicht gegen den Willen von Politik und Verwaltung handelt, sondern in enger Kooperation. Das ist ein Fakt, der auch Bürgermeister Lembke für zukünftige Gewerbeansiedlungen wieder sehr wichtig ist.

2019 fünf Ansieldungen in der Kreisstadt durch WAS

Gerüchten und Vorwürfen, die WAS sei in Bad Oldesloe in letzter Zeit quasi nicht tätig gewesen und habe den Südkreis bevorteilt, widersprechen Lembke und Hinselmann entschlossen. Alleine 2019 siedelte die WAS in Bad Oldesloe fünf Unternehmen an. Selbst lange schwer zu vermarktende Flächen wie am Sandkamp seien mittlerweile sehr beliebt. Auch dort sei nur noch wenig Platz.

Das neue Gewerbegebiet hinter dem Rögen könne auch eine neue Chance für das Industriegleis sein, glaubt Lembke. Das wurde bis zur Stilllegung lediglich von einem Unternehmen genutzt und man sucht einen Weg, das Gleis zu reaktivieren.

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