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Neues Angebot in der Stadt - Streetworker kommt

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Aufsuchende Jugendarbeit mit Oliver Reher / Straffälligenhilfe zahlt Pilotprojekt

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bad Oldesloe | Guck mal einer an: Bad Oldesloe bekommt einen Sozialarbeiter geschenkt. Erst mal für ein Jahr und nur 15 Stunden in der Woche, aber immerhin. Die "Gefährdeten und Straffälligen Hilfe Stormarn", kurz Guss, macht es möglich, der Verein hat Oliver Reher für ein besonderes Projekt eingestellt.

"Aufsuchende Jugendarbeit" nennt sich das im Fachjargon, was Reher machen soll. Umgangssprachlich ist er Streetworker, aber mit einer ganz eng geschnittenen Zielgruppe: Es soll sich nur um Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren kümmern und dabei sein Augenmerk auf straffällig gewordene Jugendliche haben oder auf solche, die drohen, straffällig zu werden.

Sie treffen sich mal hier, mal dort im Stadtgebiet, lungern rum - "chillen" - gelegentlich stören sie auch, machen Lärm oder beschädigen Sachen. "Es gibt aber auch immer mal Anfragen von Schulen, die uns sagen: Wir haben hier Jugendliche, die wir für gefährdet halten. Die aber ansonsten absolut unauffällig sind", erklärt Stadtjugendpflegerin Karin Heinzen. Diese Jugendlichen bekämen ihre Zeit nicht strukturiert, hätten keine Zukunftsperspektive.

Thomas Günther, stellvertretender Vorsitzender von Guss, erläutert: "Kleine Straftaten oder schwere Verbrechen - das passiert halt. Das betrifft alle Schichten. Bad Oldesloe ist ein Zentrum, hier passiert das, was zu erwarten ist." Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Anliegen des Vereins sei es, über Oliver Reher "einen Fuß in die Tür zu bekommen", damit es möglichst gar nicht zu Straftaten kommt oder wenn, dann bei einer bleibt. Guss wurde Mitte der 90er Jahre gegründet, die Mitglieder kommen größtenteils aus der Jugendgerichtshilfe. Der Verein finanziert sich über Spenden und Bußgelder.

Der 32-Jährige hat eine klare Vorstellung von seiner Aufgabe: "Ich will nicht vertreiben, sondern den Bedarf ermitteln." Seine Zielgruppe hat schlicht keinen Bock, sich in einen Verein zu integrieren oder andere bestehende Angebote zu nutzen. Dort will er ansetzen. Vielleicht fehlt es nur an einem Fußball, um kicken zu können. Vielleicht muss nur ein Ort gefunden werden, an dem die Jugendlichen einen Feuerkorb aufstellen dürfen. Vielleicht müssen aber Verbindungen zur Arge oder der Produktionsschule geknüpft werden. "Bei manchen reicht schon der Kontakt", hat er während der ersten Arbeitstage festgestellt. "Wenn es sich zeigen sollte, dass es sinnvoll wäre, ein neues Projekt oben drauf zu packen, dann können wir darüber reden", ergänzt Günther.

Oliver Reher wird zwar von Guss bezahlt, arbeitet aber eng mit der Stadtjugendpflege und Beatrice Schmidt von der Betreuungsstelle für straffällige Jugendliche zusammen.

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