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Bargteheide : Neuer Trägerverein statt Intendanz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Stadt Bargteheide treibt Planungen rund um das Kleine Theater voran. Kritik an dem geplanten Konzept kommt allerdings vom Kulturring.

Wie geht es weiter im Kleinen Theater? Nachdem bekannt wurde, dass das KM Management mit Maren Kröger ab Juli nicht mehr aktiv sein wird, brach eine Säule des alltäglichen Betriebs weg. „Es gab drei Säulen, auf denen das Kleine Theater basiert: die Gastronomie, der Kinobetrieb und dann der kulturelle Bereich“, so Bürgermeister Henning Görtz.

Im dritten Bereich seien neben dem KM Management und der Theaterschule schon immer zusätzliche Nutzer wie der Verschönerungsverein oder der Kulturring aktiv gewesen. Das soll auch so bleiben. „Die dritte Säule bleibt natürlich erhalten. Es wird aber keine Intendanz durch eine Einzelperson oder eine Firma geben. Wir bringen als Stadt stattdessen einen Trägerverein auf den Weg“, stellt Detlef Müller von der Stadtverwaltung klar. In diesem Trägerverein sollen die bisherigen Nutzer zusammenkommen und ein gemeinsames Auftreten und Vorgehen planen.

„Das geht von der Terminabsprache, über Marketingmaßnahmen bis hin zu einem gemeinsamen Ticketsystem“, erklärt Müller. Das seien alles Verbesserungen im Sinne der Kulturschaffenden und der Besucher. „Wir wissen, dass wir da als Stadt Einfluss abgeben, aber das machen wir gerne, weil wir daran glauben, dass das gut funktioniert“, sagt Müller. Ein extra eingerichteter Arbeitskreis aus Lokalpolitikern habe das Konzept so erarbeitet.

Manfred Kutsche vom Kulturring ist wenig begeistert. „Wie sollen wir als Kulturring dazu Stellung beziehen oder uns einbringen, wenn wir in die Erarbeitung des Konzepts gar nicht eingebunden wurden. Ich habe eine Liste eingereicht, was berücksichtigt werden müsste. Nichts davon ist abgearbeitet worden“, so Kutsche. „Für mich ist der Trägerverein unnütz wie ein Kropf. Niemand braucht ihn. Er schafft nur Bürokratie und womöglich kostet er sogar noch Geld, was dann in der Kulturförderung fehlt“, so der Kulturringchef: „Was man benötigt, ist ein gemeinsamer Kalender. Das war es.“ Er sei verwundert, dass man über den Kopf der Beteiligten hinweg entscheide. „Das ist eine Gutsherrenart, mit der dem Kulturring gesagt wird, wie er zu arbeiten hat. An einem Ticketsystem werden wir bestimmt nicht teilnehmen“, stellt Kutsche klar. „Die Frage ist doch, wo eigentlich der Respekt gegenüber denen bleibt, die sich jahrzehntelange ehrenamtlich eingebracht haben“, ist Manfred Kutsche erbost.

„Wir wissen, dass es auch früher nicht immer einfach war unter den Nutzern. Gerade daher wollen wir ja mit mehr Gemeinsamkeit im Trägerverein die Beteiligten besser vernetzen“, so Görtz. „Natürlich wurde Herr Kutsche zu dem Thema angehört“, stellt er klar.

„Ich finde die Idee des Trägervereins sehr gut. Ich war da von Anfang an eingebunden und glaube, dass da wichtige Weichen gestellt werden“, so Jan Roßmanek, der gerade für die Theaterschule den neuen Verein „Theaterwerkstatt Blaues Wölkchen“ mit auf den Weg bringt, der sich ebenfalls im Trägerverein einbringen wird. „Wenn andere nicht mitmachen wollen, ist das doch okay. Es kann ja auch so etwas wie eine Koexistenz geben“, ist Roßmanek sicher.  

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erstellt am 19.Mär.2016 | 08:00 Uhr

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