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Stormarner Tageblatt

15. Dezember 2017 | 11:50 Uhr

Rechtsstreit : Neuer Pächter für Südstrand

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach monatelangem Streit akzeptiert Felix Schickler vor Gericht die Kündigung zum 1. November.

Ab 1. November wird das Restaurant an der Trittauer Straße – die ehemalige „Corbek“ – neu verpachtet. 2010 hatte die Gemeinde die Verträge mit der Familie Thuman nicht mehr verlängert und dem Eventmanager Felix Schickler den Zuschlag gegeben. Der wollte mit einem „jungen Konzept“ neues Publikum anlocken und kündigte „Kulturveranstaltungen aller Art“ an. Nach einer öffentlichkeitswirksamen Eröffnung der Küche im Mai 2011 ruhte die nun „Südstrand“ benannte Gaststätte aber fast so still wie der Großensee.

Die Gemeinde lag alsbald mit Schickler überkreuz. Streitpunkt waren vor allem die Öffnungszeiten des Restaurants von nur vier oder fünf Stunden sowie die Betriebsferien von sechs Wochen. „Vertraglich waren drei Wochen am Stück festgelegt“, sagt Bürgermeister Carsten Lindemann-Eggers. Das zuletzt in „Strandtheke“ umbenannte Restaurant, das mediterranes Flair und „von Currywurst bis Kaviar “ alles bieten sollte, hatte nie Fuß fassen können. Auf Internet-Portalen gab es teils vernichtende Kritiken.

Eskaliert war der Streit zuletzt an den Kassenöffnungszeiten für den Großensee, dessen Freibadbetrieb zum Pachtvertrag gehört. „Dass kein Eintritt genommen wurde, hat die Gemeinde echt Geld gekostet“, sagt Lindemann-Eggers. Mehrfach kündigte die Gemeinde den Pachtvertrag fristlos. Das wollte sich Schickler nicht gefallen lassen und wehrte sich mit Vorwürfen vor allem gegen den Bürgermeister, der sich „immer wieder eingemischt“ habe. „Uns war bei Übernahme des Restaurants und des Strandbades klar, dass sich unsere Investitionen nicht in drei Jahren amortisieren können. Uns jetzt aus dem Vertrag zu klagen, dieser Versuch zielt auf den wirtschaftlichen Ruin der für das Projekt gegründeten Südstrand GmbH“, hatte Schickler noch kürzlich in einer Mitteilung an die Presse verbreitet.

Vor dem Landgericht Lübeck wurde der Streit jetzt mit einem Vergleich beendet. Schickler akzeptiert die Kündung, Anwalt- und Gerichtskosten trägt jeder selbst. „Zum 1. November ist die Immobilie frei“, sagt Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers, der davon ausgeht, schnell einen neuen Pächter zu finden. Schickler selbst hatte die „Gaststätte direkt in 1A Traum-Lage am See inmitten eines Natur- und Freizeitparks“ schon länger für eine Unterverpachtung über eine Maklerin angeboten, zunächst für 2000, dann für 1500 Euro im Monat und mit einem Abstand von 55 000 Euro. Er möchte nun zwei Interessenten vermitteln, die ihm einen Abstand zahlen würden.

„Wenn mit denen kein Vertrag zustande kommt, müsste Herr Schickler alles ausbauen“, sagt Lindemann-Eggers, der ebenfalls mit mehreren anderen Interessenten gesprochen hat. „Außerdem überlegen wir, ob wir das Bad künftig nicht lieber in Eigenregie betreiben wollen“, sagt der Bürgermeister.

Bis Ende September muss die Gaststätte noch betrieben werden. Danach schließen sich für den gesamten Oktober Betriebsferien an, so dass ab 1. November ein neuer Pächter einziehen könnte. Weitere Interessenten können sich beim Bürgermeister, (04154) 994288, oder bei Frank Hannemann, im Amt Trittau bewerben, (04154) 807 921 oder E-Mail an Frank.Hannemann@Trittau.de.

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