Bad Oldesloe : Neuer Landrat und neuer WAS-Chef

Landrat Klaus Plöger (links) und WAS-Geschäftsführer Norbert Leinius hören im April 2016 auf. Den Nachfolger für den obersten Wirtschaftsförderer des Kreises gibt es schon: Detlev Hinselmann wird Leinius’ Nachfolger.
Landrat Klaus Plöger (links) und WAS-Geschäftsführer Norbert Leinius hören im April 2016 auf. Den Nachfolger für den obersten Wirtschaftsförderer des Kreises gibt es schon: Detlev Hinselmann wird Leinius’ Nachfolger.

Detlev Hinselmann wird Nachfolger von Geschäftsführer Norbert Leinius, der 2016 gemeinsam mit Landrat Klaus Plöger aufhört.

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16. Juli 2015, 06:00 Uhr

Eine der „Schlüsselpositionen in Stormarn“, so Landrat Klaus Plöger, wird 2016 neu besetzt. Detlev Hinselmann wird Geschäftsführer der kreiseigenen Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft (WAS). Der 55-Jährige ist langjähriger Kreistagsabgeordneter für die CDU und Vorsitzender des Wirtschafts- Planungs- und Bauausschusses. Er soll die Posten im Januar antreten und von Norbert Leinius (68) eingearbeitet werden, der die WAS 16 Jahre erfolgreich geführt hat.

Ende April wenn auch die Amtszeit von Landrat Klaus Plöger (66) endet, wird der Wechsel vollzogen. Als Vorsitzender des WAS-Aufsichtsrats hatte SPD-Mitglied Plöger seinerzeit Leinius zurück nach Oldesloe geholt. „Wir haben irgendwann mal gesagt, dass wir auch zusammen aufhören“, sagt Leinius, „ich könnte mir auch gar keinen anderen Aufsichtsratvorsitzenden vorstellen.“

Leinius hatte mehr als 25 Jahre in der Oldesloer Stadtverwaltung gearbeitet, war Bauamtsleiter unter Baethge und büroleitender Beamter bei Gudat. 1992 als Gerd M. Achterberg kam, kam es zu „Tandemlösung“: Dem SPD-Bürgermeister Gerd M. Achterberg wurde ein hauptamtlicher Stadtrat von der CDU zur Seite gestellt. 1998, nachdem Achterberg gegen Philipp Wrieden verloren hatte, wählten SPD und Grüne Leinius ab, der in die Privatwirtschaft wechselte.

Aus der kommt auch Detlev Hinselmann. Der Landwirtssohn aus Pöhls hat in Braunschweig Bauingenieur studiert und ist seit 27 Jahren mit der Entwicklung von Gewerbeimmobilien befasst, seit sechseinhalb Jahren selbstständig als Mitgesellschafter und Mit-Geschäftsführer einer Firma in Ahrensburg.

Für die Besetzung des WAS-Postens hatte der Kreis einen Headhunter eingeschaltet. Der sprach auch Hinselmann an. „Ich war erstmal überrascht und habe ein Wochenende gebraucht, um darüber nachzudenken.“ Aus der Kandidatenrunde ging Hinselmann als bester Bewerber hervor, aber weil er in derselben Partei wie Leinius ist und seit 13 Jahren im Kreistag sitzt, „haben wir noch mal in einem erweiterten Radius gesucht“, so Landrat Plöger. Nach fünf Vorstellungsgesprächen war klar: „Hinselmann ist der Beste. Da gab es auch keine parteipolitischen Unterschiede“, so Plöger. Mit seiner kommunalpolitischen und beruflichen Erfahrung im Umgang mit Firmen, Behörden und Technikern ebenso wie mit Bürgermeistern und anderen Politikern bringt Hinselmann beste Voraussetzungen für den Posten als oberster Stormarner Wirtschaftsförderer mit. „Im Grundsatz ist das die Zusammenführung von meinen drei Funktionen in einer Tätigkeit“, sagt Hinselmann, der sein Kreistagsmandat und seine kommunalpolitischen Ämter niederlegen wird.

Der 55-Jährige weiß dass die Fußstapfen groß sind und die Latte hoch hängt. Mehr als 700 Betriebe haben Leinius und „mein kleines, aber gutes Team“ seit 2001 in Stormarn angesiedelt. Dabei wurden fast 14  000 Arbeitsplätze abgesichert oder geschaffen. Möbel-Höffner mit dem Bau des Autobahnschlusses samt K  80-Verlängerung, die Deponie-Sanierung in Barsbüttel mit Stitz-Ansiedlung oder zuletzt Boltze in Braak sind nur einige herausragende Beispiele für eine Politik, die Stormarn zu einem der wirtschaftlich stärksten Kreise Deutschlands machte.

„Wirtschaftsförderung ist heute viel mehr als Gewerbegebiets-Erschließung und Flächenverkauf“ sagt Leinius, „wir brauchen auch eine gute Infrastruktur und attraktive Wohn- und Lebensräume, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Da die Flächen begrenzt sind und Landwirte angesichts der Niedrigzinsen nur noch ungern verkaufen, dürfte die Vermarktung vorhandener ungenutzter Immobilien in der Zukunft ein Schwerpunkt werden.

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