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Stormarner Tageblatt

23. November 2017 | 23:14 Uhr

Zarpen : Neuer Glanz für die bedeutende Kirche

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Verschiedene Aktionen zum Reformationstag sind in Vorbereitung. Die Sanierungsarbeiten und Gestaltung eines neuen Logos werden parallel fortgesetzt.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Pastor Nils Wolffson ist, seitdem er vor zwei Jahren sein erstes Pfarramt in Zarpen antrat, immer für eine Überraschung und neue Ideen gut. „Ich befinde mich ja noch bis 2018 in der Probezeit, und da kann ich ja gern mal das eine oder andere ausprobieren“, meint der 32-Jährige mit einem Augenzwinkern. Der Reformationstag steht vor der Tür, für den er und sein Team sich mächtig ins Zeug gelegt haben. Der Pastor wird sich am Montag, 30. Oktober, ab 10 Uhr als Martin Luther verkleiden und gemeinsam mit den jungen Teamern der Gemeinde ein Reformations-Theaterstück für die Grundschüler auf die Bühne bringen. Die Teilnehmer sind ebenfalls verkleidet – als Kardinäle oder als Luthers Widersacher Johann Tetzel.

Der Reformationstag am Dienstag, 31. Oktober, um 10 Uhr beginnt mit einem Festgottesdienst und anschließender Pflanzung einer „Lutherbuche“. „Es wird eine Blutbuche sein, die von privaten Spendern gesponsert wurde und die drei Buchen vor der Kirche ersetzen soll, die leider wegen Krankheit gefällt werden mussten“, erklärt Wolffson. Auch eine „Lutherrose“ wird an diesem Festtag gepflanzt. „Das hat Tradition. Zum 400. Reformationsjubiläum1917 wurde der Kirche ein Portrait Luthers von Karl Bauer gespendet“, so der Pastor weiter. Dieses wurde zum 500. Jubiläum in der Kirche aufgehängt.

Ein weiteres „Experiment“ – wie es der engagierte Pastor nennt – ist ein besonderer Film-Gottesdienst am Sonntag, 29. Oktober, ab 18 Uhr in der Zarpener Kirche. Gezeigt werden Ausschnitte des bekannten Films „Luther“ mit Joseph Fiennes aus dem Jahre 2003, der anschließend in voller Länge in der Kirche abgespielt wird.

Neben den Aktivitäten zum Reformationsjubiläum geht der ganz normale Alltag in der Kirchengemeinde weiter. Seit dem Jahre 2010 werden die Sanierungsarbeiten kontinuierlich fortgesetzt. Nach der Dach- und Mauersteinsanierung, der Installierung eines „Chi-Rho“, der Erneuerung der Lautsprecheranlage und einer regelmäßigen Orgelwartung, der Restaurierung der Altarleuchter, der Überholung des Kruzifixes und der Renovierung der Glocken steht nun das nächste Projekt an.

„Die Planungen für die Restaurierung der historischen Deckenmalerei in unserer Kirche laufen auf Hochtouren“, erzählt Wolffson. Gutachter waren vor Ort und nahmen die gotischen Malereien über dem Altar aus dem 15. Jahrhundert und im Kirchenschiff aus dem 17. Jahrhundert unter die Lupe. „Uns fällt nicht die Decke auf dem Kopf, die Kirche ist in einem insgesamt guten Zustand, doch die Heizungsluft und die Feuchtigkeit haben den Malereien sehr zugesetzt“, so der Pastor. Ein Grauschleier hat sich auf viele Teile des Deckengewölbes gelegt. Dieser muss nun mühevoll entfernt werden. Da die Malereien unter Denkmalschutz stehen, dürfen sie aber nicht













„übermalt“ werden. Was man nicht sieht, sind die Luftblasen, die sich überall unter dem Putz gebildet haben. Sie müssen dringend entfernt werden. Eine neue Lichtanlage soll statt dessen für Atmosphäre sorgen. Wolffson: „Unser Ziel ist es, im nächsten Jahr Sponsoren für das Projekt zu gewinnen, damit wir die Maßnahme 2019 durchführen können.“ Denn 2021 steht ein großer Geburtstag bevor: Dann wird die Zarpener Kirche 800 Jahre alt. Unter der Regie von Pastor Wolffson wurde auch der Gemeindebrief, der seit 30 Jahren erscheint, auf den neusten Stand gebracht und erscheint nun farbig und in neuem Layout. Probleme macht der Gemeinde der Friedhof, der „mehr schwarze als rote Zahlen“ schreibe. „Wir haben wieder einmal ein Baumgutachten in Auftrag geben müssen“, sagt Wolffson. Da sei sehr teuer. Das Problem sei, dass der Friedhof und die Kita sich selber tragen müssten. Wolffson: „Da müssen wir vielleicht doch einmal die Bürger in die Pflicht nehmen.“ Denn es müssten insgesamt 200 kircheneigene Bäume begutachtet und wenn nötig beschnitten oder gar gefällt werden. Ein Jahr gibt es die sogenannten „Baumgräber“ auf dem Friedhof. Sie werden so gut angenommen, dass eine zweite Reihe angelegt werden soll. Wolffson: „All das wird uns noch über viele Jahre beschäftigen.“

Im Dezember wird die Kirchengemeinde erstmals ein eigenes Logo erhalten. Seit Februar „basteln“ Haupt- und Ehrenamtliche am Design. Verschiedene Entwürfe von Gemeindemitglied und Designerin Mareike Meyer wurden in Augenschein genommen. Darauf sollen die Farben des Kichenkreises (lila, hellgrün und hellblau), sowie die Zarpener Kirche erscheinen. „Genaueres wollen wir aber noch nicht verraten“, sagt der Pastor. Jeder Arbeitsbereich der Gemeinde soll zudem an seiner eigenen Farbe wiedererkannt werden. Auch die offiziellen Siegel erhalten ein zeitgemäßes Outfit. 

>Zum Reformationsjubiläum lädt die Gemeinde am Sonntag, 29. Oktober, um 18 Uhr erstmals zu einem Film-Gottesdienst in die Kirche ein. Gezeigt wird der Film „Luther“. Ein Theaterstück für Grundschüler gibt es am Montag, 30. Oktober, ab 9 Uhr in der Kirche. Am Reformationstag, Dienstag,31. Oktober, wird zu einem Festgottesdienst um 10 Uhr mit anschließender Baumpflanzung und Andacht um 15.17 Uhr eingeladen.

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