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Engagement : Neuer Freundeskreis für Flüchtlinge in Trittau

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein loser Zusammenschluss engagierter Bürger will Asylbewerbern und Flüchtlingen helfen, ihren Alltag besser bewältigen zu können. Vielleicht wird aus der Gruppe noch ein Verein.

In Trittau hat sich ein neuer Freundeskreis für Asylanten und Flüchtlinge gebildet, der die neuen Mitbürger ehrenamtlich unterstützen will. Gefragt sind neben der Hilfe beim Erlernen der Sprache die kleinen Hilfen im Alltag.

„Die Leute können kein Deutsch und können daher nicht mit dem Bus fahren oder bei Bank und Post etwas erledigen“, weiß Bürgermeister Walter Nussel noch aus den 90-er Jahren, als viele Russlanddeutsche kamen. Die Aussiedler konnten teilweise Deutsch, bei den Flüchtlingen aus Syrien und Afghanistan sind oftmals keine Englischkenntnisse da.

Das diakonische Werk in Bad Oldesloe bietet Sprachkurse für Personen an, die bereits vier Monate hier sind. Sprache muss aber gesprochen werden, daher ist ein gemeinsames Kaffeetrinken schon eine Hilfe oder die Unterstützung beim Einkaufen.

Auch Hilfe beim Schulweg ist ein Thema: Die Kinder unterliegen der Schulpflicht. Um erstmal Deutsch zu lernen, ist in Glinde eine Mittelpunktschule eingerichtet worden. Später sollen die Kinder an ihrem Ort die Schule besuchen. Doch wie kommt man ohne Sprachkenntnisse nach Glinde? Wann fährt wo der Bus? Gedacht ist auch an Integration beim Sportverein. Über das Bildungs- und Teilhabepaket wäre die Kostenübernahme möglich. „Der TSV Trittau steht dem sehr aufgeschlossen gegenüber“, sagt Nussel.

„Der Amtsausschuss hat für die Unterstützung der ehrenamtlichen Hilfe 3000 Euro bereit gestellt“, berichtet Amtsvorsteher Ulrich Borngräber. Davon können zum Beispiel Lehrhefte für Deutsch angeschafft werden. Ein erstes Treffen des Freundeskreises fand bereits statt, an dem auch drei junge Migranten teilnahmen. Darunter ein junger Mann, der aus seinem Jurastudium gerissen wurde. „Gerade die jungen Leute wollen gerne die Sprache lernen oder sich ehrenamtlich betätigen und nicht den ganzen Tag herumsitzen“, weiß Bürgermeister Walter Nussel. Arbeiten dürfen die Migranten nicht, solange sie nicht anerkannt sind.

Erste Initiativen sind auch bereits angelaufen: So unterstützt eine Frau die neuen Nachbarn, in dem sie die Kinder betreut. Mehrere ehemalige Lehrkräfte haben ihre Hilfe angeboten, andere bieten an, Kleidung und Hausrat im Bekanntenkreis zu sammeln, denn auch Sachspenden sind willkommen.

Derzeit sind 20 Flüchtlinge in Trittau untergebracht. Gerechnet wird in diesem Jahr mit der Zuweisung von weiteren 19 Personen. Koordiniert wird der Freundeskreis, der bislang ein loser Zusammenschluss ist, aber vielleicht mal ein Verein wird, von Sabine Rutsch, Fachdienst Soziales.

Kontakt: Wer sich engagieren möchte, kann unter Tel. (04154) 807945 anrunfen. Auch Amtsvorsteher Ulrich Borngräber steht unter Tel. (0170) 3801002 für Auskünfte zur Verfügung.




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