Ahrensburg : Neuer Anlauf für die Nordtangente

Eine Interessengemeinschaft fordert den Bau der Umgehungsstraße
Eine Interessengemeinschaft fordert den Bau der Umgehungsstraße

Bauausschuss soll neue Variante diskutieren

shz.de von
18. Juni 2012, 07:20 Uhr

Ahrensburg | Die SPD-Fraktion versucht, das Thema Nordtangente erneut auf die politische Tagesordnung zu bringen. Im Bau- und Planungsausschuss am Mittwoch ab 19 Uhr in Raum 601 des Rathauses bringen Rolf Griesenberg und Rafael Haase eine neue Variante ins Spiel: Ahrensburg soll prüfen, ob das Land das Planfeststellungsverfahren übernehmen kann.

Hintergrund: Bei dieser Lösung wäre der Gebietsänderungsvertrag mit Delingsdorf bedeutungslos. Den hatte die Stadtverordneten mehrheitlich abgelehnt - ebenso wie sie zuvor mehrheitlich den Einstieg in die Planfeststellung beschlossen hatten. Argumentativ liegen Rolf Griesenberg und Rafael Haase auf der gleichen Ebene wie Igano und Verbände. Die Handlungs- und Zukunftsfähigkeit der Stadt ständen auf dem Spiel Die Nordtangente sei für den Wirtschafts- und Individualverkehr "nachweislich unverzichtbar" und ein "Signal an die Wirtschaft", heißt es im Antrag.

In der Stadtverordnetenversammlung hatte die SPD für den Vertrag mit Delingsdorf gestimmt, Grüne, WAB und FDP dagegen, bei der CDU gab es Ja- und Nein-Stimmen. Die CDU hat vor dem Bauausschuss zu einer interfraktionellen Sitzung eingeladen.

Die Interessengemeinschaft Ahrensburg Nord-Ost (Igano) hat in einem offenen Brief den Bau der Nordtangente gefordert. Unter der Überschrift "Es ist 5 vor 12" werden die Stadtverordneten aufgefordert, den Vertrag mit Delingsdorf doch noch zu genehmigen und den Weg für das Planfeststellungsverfahren frei zu machen. Die Nordtangente würde die B 75 um bis zu 8000 Fahrzeuge täglich entlasten.

Nach den Wirtschaftsverbänden haben jetzt auch noch Unternehmen aus dem Gewerbegebiet Beimoor den Bau der Nordtangente gefordert (Lesen Sie dazu auch Seite 12). Für die Grünen "ein kommunalpolitisches Trommelfeuer, das es in Ahrensburg noch nicht gegeben hat", so Claas-Christian Dähnhardt aus dem Ortsvorstand. Den offenen Brief, mit dem die Igano "ihre Ziele auf Kosten anderer um jeden Preis durchsetzen will, empfinden wir vom Tenor her als Zumutung".

Für ihn ist die Sache ausdiskutiert. Außerdem gebe es in Ahrensburg vordringlichere Investitionen, so Dähnhardt: den Ausbau der Hort- und Krippenplätze, die Instandhaltung des Straßen- und Radwegenetzes oder den Umbau der AOK-Kreuzung. Das seien wichtigere Standortfaktoren für Ahrensburg.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen