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Einkaufzentrum auf Postgelände : Neue Runde im Bio-Krieg

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Post-Abriss: Am 27. Februar wird auf einer Sondersitzung des Bauausschusses erneut über das Fachmarktzentrum gestritten.

Vorerst ist Feuerpause im Oldesloer Bio-Krieg. Doch man kann davon ausgehen, dass sich beide Seiten für die nächste Runde neu munitionieren werden. Der Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung hat keinen Auslegungsbeschluss des B-Plans gefasst, die Diskussion über die Trave Arkaden mit dem umstrittenen „Bio-Schlecker“ Denn’s wurde vertagt.

Bekanntlich möchte ein Investor das Postgelände kaufen, das Gebäude abreißen und an seiner Stelle ein modernes Fachmarktzentrum errichten. Gegen den darin geplanten Bio-Supermarkt regt sich Widerstand. Kritiker befürchten, dass das bestehende Reformhaus und der Bioladen in ihrer Existenz gefährdet würden.

Gutachterin Katharina Staiger, die bereits 2008 das Einzelhandelsgutachten erstellte, gab jetzt für den Investor eine „Stellungnahme“ zu dem Bauvorhaben ab. Demnach hat Oldesloe seit 2008 elf Betriebe in der Innenstadt verloren – das entspricht knapp zehn Prozent. Die Verkaufsfläche ist sogar um fast 15 Prozent auf 13 300 Quadratmeter gesunken. „Das ist marginal“, so Staiger: „Andere Städte sind viel stärker betroffen.“ Gleichzeitig liegt das Kaufkraftniveau zwar knapp über dem Bundesschnitt, aber deutlich unter anderen Stormarner Städten. Die Schlussfolgerung ist für Dr. Hartmut Jokisch (Grüne) klar: „Nach den Zahlen haben wir eigentlich keinen Bedarf mehr.“ Staiger bestätigte, dass die Stadt „relativ gut aufgestellt“ sei.

Im Zuge der Diskussion räumte die Gutachterin ein, dass sie keinen Auftrag hatte, die Verträglichkeit des Projekts mit der Innenstadt zu untersuchen. Sie fokussierte ausschließlich auf das Baurecht. Und demnach sei das Einkaufszentrum zulässig. „Es gibt keinen Konkurrenzschutz. Es geht immer nur darum, wo der Wettbewerb stattfindet“, so Staiger: „Natürlich wird eine Umverteilung ausgelöst.“ Die Fachfrau geht davon aus, dass die Trave Arkaden Umsatz im Außenbereich abziehen werden.

Formaljuristisch gebe es keine Möglichkeit, die Ansiedlung vor den Toren der Fußgängerzone zu verhindern oder auch nur das Sortiment zu begrenzen. In dem Fachmarktzentrum sollen Nahrungs- und Genussmittel verkauft werden und die gehörten nun mal in die Innenstadt. Politiker und Bürger kritisierten, dass Ladenflächenmanager Stefan Pötzsch keine Stellungnahme abgegeben habe und nicht an der Sitzung teilnehme. Petra Engert von der Planungsabteilung der Stadt stellte klar: „Es ist ja nicht so, dass wir ihn außen vor lassen. Wir haben ihn dazu befragt. Ergebnis: Wir haben keine städtebaulichen Gründe, etwas auszuschließen.“ Seine kritischen Ausführungen sind aber nicht allen Fraktionen bekannt und auch nicht Teil der Sitzungsunterlagen.

Bauamtsleiterin Karin John wollte das Verfahren voran bringen. Verzögerungen würden den Investor „mehrere zehntausend Euro monatlich“ kosten. SPD, Grüne und FBO wollten angesichts der Relevanz der Entscheidung nicht eilen. Am 27. Februar wird auf einer Sondersitzung erneut beraten. Dann sollen auch Landenflächenmanager Stefan Pötzsch und das Investorenpaar Weber gehört werden.

 

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erstellt am 12.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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