Neue Rettungshunde für Stormarn

 'Rettungshund „Evan“ der Johanniter-Rettungshundestaffel erholt sich zwischen den Prüfungseinsätzen.
"Rettungshund „Evan“ der Johanniter-Rettungshundestaffel erholt sich zwischen den Prüfungseinsätzen.

Simone Becker und Tanja Petrick und ihre vierbeinigen Partner bestehen die umfangreiche Prüfung in Kropp

Andreas Olbertz. von
22. Juni 2015, 16:57 Uhr

Ihre empfindlichen Spürnasen sind immer dann gefragt, wenn Menschen vermisst werden: Selbst feinste Fährten nehmen die Johanniter-Rettungshunde auf der Suche nach Vermissten auf. Ihre Einsatzbereitschaft müssen die ehrenamtlichen Hund-Mensch-Teams alle 18 Monate bei den zentralen Rettungshundeprüfungen unter Beweis stellen: Bei der Prüfung in der Flächensuche in Kropp haben jetzt 18 Teams aus dem gesamten Bundesgebiet die schwierigen Aufgaben bestanden. Unter den erfolgreichen Prüflingen sind auch die Stormarner Johanniterinnen Simone Becker und Tanja Petrick mit ihren vierbeinigen Helfern. Sie erhielten die Zertifizierung nach DIN 13050 auf Basis der Gemeinsamen Prüfungs- und Prüferordnung für Rettungshundeteams (GemPPO) und sind damit zu Rettungseinsätzen zugelassen. Insgesamt 23 sechsbeinige Teams sind zur Prüfung angetreten: 20 Johanniter-Teams, zwei vom Deutschen Roten Kreuz und eins vom Arbeiter-Samariter-Bund.

Die Feuerwehr Kropp stellte den Helfern für das gesamte Wochenende ihr Feuerwehrgerätehaus zur Verfügung. Dort fanden die Anmeldung und Verpflegung der Teams und Helfer statt. Der Prüfungstag begann für die Hundeführer mit einem kniffeligen Theorietest. Anschließend ging es bei den praktischen Aufgaben für die zwei- und vierbeinigen Helfer ans Eingemachte: Bei der
Gehorsamkeitsprüfung mussten die Rettungshunde ihren Hundeführern ohne Leine folgen und auf alle Kommandos korrekt reagieren. Beim Verweistest zeigten die Hunde durch Bellen an, dass sie eine vermisste Person gefunden hatten, durften dieser jedoch nicht zu nahe kommen, um sie nicht zu verängstigen oder sie gar zu verletzen. Die Hundeführer übernahmen dann die medizinische Erstversorgung der Person.

Als letzte große Herausforderung mussten die Rettungshundeteams in einem rund 30  000 Quadratmeter großen Waldgebiet in Lohe-Förden am Nachmittag innerhalb von nur 20 Minuten mehrere versteckte Personen finden. Dazu hatten sich einige Freiwillige auf dem unübersichtlichen Gelände verborgen. Für einige ehrenamtliche Prüflinge bot die Prüfung regionale Besonderheiten: „Hier in Schleswig-Holstein sind die Einsatzorte flacher und es ist viel windiger", erläutert Prüfungsorganisator Franz-Xaver Bründl von der Schleswiger Rettungshundestaffel. „Das mag zunächst banal klingen, ist aber für die Kollegen aus dem Süden eine echte Umstellung aufgrund der ungewohnten Umgebung.“

Es ist bereits die dritte bundesweite Prüfung, die die Schleswiger Johanniter durchführen. „Wir haben für Hund und Mensch eine anspruchsvolle Prüfung auf die Beine gestellt“, so Prüfungsorganisator Bründl: „Das hohe Niveau ist wichtig, um die Einsatzfähigkeit der Ansprechpartner Teams realistisch zu testen. Mit dem Ergebnis können wir sehr zufrieden sein. Alle Teams haben eine tolle Leistung gezeigt.“

Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr
einsatzbereit. Als Fachdienst im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes betreiben die nach DIN 13050 zertifizierten Rettungshundeteams in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Feuerwehren die Personensuche nach Vermissten. Nur mit gültiger Zertifizierung dürfen die Rettungshundeteams in den Einsatz gehen und werden über die Leitstelle angefordert. In der Fläche ersetzt ein Hund etwa 40 bis 50 Helfer. Die Hundeführer mit ihren vierbeinigen Spürnasen engagieren sich ehrenamtlich und sind für ihre umfangreichen Aus- sowie Weiterbildungen auf Spenden angewiesen. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung abgeschlossen, die alle 18 Monate aufgefrischt werden muss.

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