Bad Oldesloe : „Neue Kraft durch Inklusion“

Gehandicapte Menschen .
1 von 2
Gehandicapte Menschen .

Awo-Filmprojekt will auf Probleme behinderter Menschen auf Arbeitsmarkt aufmerksam machen – jetzt online.

shz.de von
07. Februar 2018, 12:25 Uhr

Menschen mit Behinderungen haben das gleiche Recht auf Arbeit wie andere Menschen auch. Sie sollen ihre Arbeit frei wählen und damit ihren Lebensunterhalt verdienen können. Die Wirklichkeit sieht aber meist anders aus.

Der Film „Neue Kraft durch Inklusion“ erzählt aus dem beruflichen Alltag von fünf Menschen, die mit einer Behinderung leben und erfolgreich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sind. Der Hamburger Video-Journalist Ralf Kaiser hat die Arbeitnehmer jeweils einen Tag in ihrem beruflichen Alltag begleitet und mit ihnen, ihren Arbeitgebern und Kollegen gesprochen. Familienangehörige und Mitarbeiter des Integrationsfachdienstes (IFD) Stormarn und Segeberg kommen ebenfalls zu Wort. „An fünf Beispielen wird dargestellt, wie wir gemeinsam einen inklusiven Arbeitsmarkt im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention realisieren können und welch große Bedeutung dieser für unsere Gesellschaft hat“, erläutert Stephan Ekhoff, Fachbereichsleiter der Arbeiterwohlfahrt Neue Arbeit gGmbH.

Arbeitnehmer mit Behinderung bergen ein Potenzial, das von vielen Unternehmen noch zu wenig beachtet wird. Dies liegt unter anderem daran, dass Menschen mit Behinderung im visuellen Gedächtnis unserer Gesellschaft als Arbeitskollegen leider noch viel zu wenig verankert sind. Vielen Arbeitgebern und Arbeitnehmern seien zudem die individuellen Möglichkeiten der Förderung und Unterstützung oder die Arbeit des Integrationsfachdienstes nicht ausreichend bekannt, schildert Stephan Ekhoff. Das zu ändern ist Ziel des Filmprojekts „Neue Kraft durch Inklusion“, das von der Aktion Mensch gefördert wurde.

Zwei Jahre habe es von der Idee über die ersten Planungen bis zur Fertigstellung des Films gedauert, sagt Imke Tegtmeier, Referentin für Unternehmenskommunikation bei der Awo in Stormarn. „Wesentlich für die gelungene Umsetzung des Filmprojekts ist, dass wir mit Ralf Kaiser einen erfahrenen Journalisten aus dem Bereich Reportage- und Dokumentarfilm gewinnen konnten“, so Imke Tegtmeier. Da die Berichterstattung über behinderte Menschen häufig noch von Klischees geprägt sei, würden vielfach Vorurteile und Berührungsängste in der Gesellschaft verstärkt.

Die Reportage und Dokumentation bricht mit der Distanz und geht nah an die Menschen heran. Darüber hinaus folgt die filmische Umsetzung den Empfehlungen des Projekts „Leidmedien.de“ der „Sozialhelden“, das Journalisten Tipps für eine Berichterstattung über behinderte Menschen auf Augenhöhe gibt.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Arbeitgeber in ihrem Betrieb mit den Themen
Behinderung und Schwerbehinderung in Kontakt kommen und ein Bedarf an Beratung entsteht. Der IFD Stormarn und Segeberg und die Awo Neue Arbeit gGmbH bieten professionelle Dienstleistungen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben. „Den Menschen und Betrieben, die vom IFD unterstützt und begleitet werden, entstehen keine Kosten. Unsere Beratung wird häufig aus Mitteln der Ausgleichsabgabe finanziert. Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit steht die persönliche und zuverlässige Beratung und Unterstützung von Schülern, Arbeitsuchenden,
Arbeitnehmern und Arbeitgebern“ beschreibt Stephan Ekhoff den staatlichen Auftrag des IFD. Nach dem Statistischen Bundesamt lebten zum Jahresende 2015 gut 10,2 Millionen Menschen mit Behinderungen in Deutschland, wovon 7,6 Millionen Menschen als „schwerbehindert“ gelten.

>Film online: Wer mehr erfahren möchte, kann sich den rund 30 Minuten langen Film auf der Internet-Projektseite unter www.awo-neuearbeit.de/film ansehen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen